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Fazit | Beitrag vom 13.10.2018

HAU-Intendantin über #Unteilbar"Wir müssen gemeinsame Geschichten erfinden"

Annemie Vanackere im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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13.10.2018, Berlin: Der Zug der Demonstration gegen Rassismus und Rechtsruck mit dem Motto «Unteilbar» zieht vor das Brandenburger Tor (picture alliance/Christoph Soeder/dpa-Zentralbild/dpa)
Der #Unteilbar-Demonstrationszug vor dem Brandenburger Tor (picture alliance/Christoph Soeder/dpa-Zentralbild/dpa)

Nach Veranstalterangaben waren mehr als 240 000 Menschen in Berlin auf der #Unteilbar-Demo. Darunter Theaterintendantin Annemie Vanackere vom Berliner Hebbel am Ufer. Sie hat sich Gedanken darüber gemacht, wie das Theater der Spaltung der Gesellschaft entgegen wirken kann.

Theaterintendantin Annemie Vanackere vom Berliner Hebbel am Ufer (HAU) findet wie Kollege Thomas Ostermeier von der Schaubühne , dass es nicht mehr reicht, nur auf der Theaterbühne Texte zu präsentieren, die von der Unteilbarkeit des Menschlichen handeln. Jetzt müsse man aktiv werden, auch auf der Straße. Und so ist Vanackere mitgelaufen bei #Unteilbar. "Auch als Theaterschaffende, aber vor allem auch als Bürgerin der Stadt. Ich glaube, dass das ganz viele mit mir teilen, das Gefühl von ‚wir gehen auf die Straße und denken an unsere Zukunft‘", so die Intendantin.

Ob das reichen wird, wisse sie auch nicht. "Aber ich fand das sehr ermutigend, wie viele Leute da waren. Wie viele unterschiedliche Verbände, Organisationen und Individuen da waren. Die sich auch nicht alle einig sind und dennoch zusammen diese Demo machen", meint Vanackere.

"Linksradikale Propaganda gegen das deutsche Volk"

Sie bemerke aber auch die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, zum Beispiel durch Rückmeldungen auf Stücke, die am HAU laufen. "Die Reaktionen auf das, was wir machen, werden schneller lautstark. Das jemand schreibt, die früher sogar am HAU gearbeitet hat, ‚ich möchte eure linksradikale Propaganda gegen das deutsche Volk nicht mehr empfangen‘ – ich kann mir nicht vorstellen, dass das vor einigen Jahren so passiert wäre", erzählt Vanackere. Das sei ein weiterer Ansporn gewesen, auf der Demo mitzulaufen.

Annemie Vanackere ist Intendantin des Hebbel-am-Ufer-Theaters Berlin. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)Annemie Vanackere ist seit 2012 Intendantin des Hebbel-am-Ufer-Theaters Berlin. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Wie umgehen mit den Fremden?

Die Aufgabe des Theaters sei es, Zukunftsgeschichten zu erzählen. "Lebensentwürfe auf die Bühne zu bringen, die viele Leute einschließen. Mahatma Gandhi oder Martin Luther King sagen, die Würde einer Gesellschaft wird daran gemessen, wie man mit dem schwächsten Mitglied umgeht. Oder wie man umgeht mit den Fremden. Wenn wir uns damit auseinandersetzen, dann müssen wir auch gemeinsame Geschichten erfinden", sagt Annemie Vanackere.

(beb)

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