Seit 10:05 Uhr Lesart

Donnerstag, 12.12.2019
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Harvey Weinstein gerät weiter unter Druck

Die Schauspielerin Rose McGowan wirft ihm vor, sie angesichts von Vergewaltigungsvorwürfen mundtot machen zu wollen. Deswegen hat sie bei einem Gericht in Los Angeles Klage eingereicht. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Verletzung der Privatsphäre und Betrug. Weinstein habe, nachdem McGowan über die mutmaßliche Vergewaltigung schreiben wollte, eine Spionageagentur und zwei Anwälte angeheuert, um sie unter Druck zu setzen. McGowan gibt an, 1997 von dem Produzenten vergewaltigt worden zu sein. Sie ist eine der ersten Frauen, die damit an die Öffentlichkeit gegangen ist - wenig später berichteten unter dem #MeToo viele Frauen über Erfahrungen mit sexueller Gewalt.

Trump bestellt große US-Zeitungen ab

Das Weiße Haus hat seine Abonnements der "New York Times" und "Washington Post" gekündigt. Damit würden erhebliche Einsparungen im Haushaltsposten für Abos erzielt, erklärte die Sprecherin der US-Regierungszentrale, Grisham. Beide Zeitungen werden von US-Präsident Trump regelmäßig attackiert. Er wirft den kritisch über ihn berichtenden Blättern vor, ihn "schrecklich" zu behandeln und Falschnachrichten zu verbreiten.

Das Deutsche Auswandererhaus wird erweitert

Es ist das einzige Migrationsmuseum in Deutschland - das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven. Bis zum Frühjahr 2021 bekommt es einen Neubau, damit gesellschaftlich brisante Themenschwerpunkte Platz finden. Mit dem neuen Dauerausstellungsteil soll gezeigt werden, dass Konflikte in Einwanderungsgesellschaften zum Alltag gehörten, sagte Direktorin Simone Eick. Bisher dokumentiert das Haus 300 Jahre Aus- und Einwanderungsgeschichte. Für die Erweiterung wollen Bund und Land zwölf Millionen Euro investieren. Die Stadt stellt das Grundstück. Das Haus wurde 2007 als Europas "Museum des Jahres" ausgezeichnet.

Der Schriftsteller F.C. Delius wird Ehrendoktor

Der 76-jährige hat die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Rostock erhalten. Zur Begründung hieß es, Delius verbinde die wissenschaftlich historisch fundierte Erschließung theologisch und gesellschaftlich relevanter Themen mit literarisch fiktiven Deutungen. Der 1943 in Rom geborene Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, der 2011 mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, setzt sich in seinem Gesamtwerk unter anderen mit der zeitgeschichtlichen Entwicklung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und mit den gesellschaftlichen Funktionen von Literatur auseinander. Zu seinen Werken zählen zum Beispiel "Die Zukunft der Schönheit", "Warum Luther die Reformation versemmelt hat", "Die Birnen von Ribbeck" und "Die linke Hand des Papstes".

Gesellschaft für deutsche Sprache bekommt mehr Geld

Die Bundesländer erhöhen ihre Förderung. Sie steigern ihren jährlichen Beitrag in den nächsten zwei Jahren um 40.000 Euro, teilte der hessische Kultusminister Lorz in Wiesbaden mit. Die Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein zur Pflege der Deutschen Sprache und wird von Bund und Ländern jeweils zur Hälfte gefördert. Die Steigerung erfolgt in Schritten. Im Jahr 2012 soll der Förderbetrag dann bei 310.000 Euro im Jahr liegen.

Naidoo darf nicht Antisemit genannt werden

Xavier Naidoo darf nicht Antisemit genannt werden. Damit bestätigte das Oberlandesgericht Nürnberg ein Urteil des Landgerichts Regensburg. Das Verfahren ging um die Äußerung einer Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung, die im vergangenen Jahr in Straubing vor Publikum über Naidoo gesagt hatte: "Er ist Antisemit,(...) das ist strukturell nachweisbar." Die Richter sehen den Satz zwar als eine Meinungsäußerung. Dieser erwecke aber zugleich den Eindruck, er beruhe auf Fakten. Diese Beweise habe die Frau aber nicht vorgelegt, sie habe sich lediglich auf seine Liedtexte bezogen. Der Senat ließ in sein Urteil einfliessen, dass Naidoo in Tel Aviv anlässlich der deutsch-israelischen Beziehungen ein Konzert gegeben hatte. Naidoo unterstützt außerdem Initiativen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass.

Bei Twitter bricht der Gewinn ein

Der US-Kurznachrichtendienst Twitter muss wegen Problemen im Werbegeschäft einen unerwartet hohen Gewinnrückgang verdauen und rechnet auch in den kommenden Monaten mit anhaltendem Gegenwind. Wie Twitter mitteilte, wurde im dritten Quartal ein Nettogewinn von 37 Millionen Dollar erzielt - deutlich weniger als Analysten erwartet hatten. Der Kurznachrichtendienst litt im dritten Quartal unter einer Reihe von Problemen wie Programmfehler, die das Unternehmen bei der Ausrichtung von Werbung und dem Austausch von Daten mit Werbepartnern beeinträchtigten. Trotz der Probleme konnte Twitter die Zahl der täglichen Nutzer im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 145 Millionen steigern.

Friedenspreis für kenianischen Autor und Sea-Watch

Der kenianische Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Ngugi wa Thiongo (81) und die Seenotretter von Sea-Watch werden am 29. November den Erich-Maria-Remarque-Friedenpreis der Stadt Osnabrück entgegennehmen. Ngugi wa Thiongo erhalte den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis für die eingehende Betrachtung der kulturellen Folgen des Kolonialismus in Afrika in seinen Werken, urteilte die Jury. Wa Thiongo gelte als eine der wichtigsten Stimmen der afrikanischen Literatur. Seine im Sammelband "Dekolonisierung des Denkens" versammelten Essays bestimmten bis heute die Diskussion über die fortbestehenden Folgen der Kolonisierung Afrikas. Der Verein Sea-Watch erhalte den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis für die Flüchtlingsrettung im Mittelmeer. Er fülle damit eine Lücke, die sich nach dem Einstellen der EU-Missionen zur Seenotrettung aufgetan habe.

Sacharow-Preis für uigurischen Wissenschaftler

Die EU hat dem Ökonomen Ilham Tohti wegen seiner Arbeit zur Verteidigung der chinesischen Minderheit der Uiguren ihren Sacharow-Preis zugesprochen. EU-Parlamentspräsident David Sassoli gab die Vergabe des höchsten Menschenrechtspreises der Europäischen Union in Straßburg bekannt. Man appelliere an die Regierung von China, den Preisträger freizulassen "und wir fordern die Achtung der Rechte von Minderheiten in China", sagte Sassoli. Der Uigure Tohti wurde 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt. Tohti wurde zur Last gelegt, durch Unterricht und eine Webseite über Uiguren-Themen ethnischen Hass geschürt zu haben, für Gewalt eingetreten zu sein und zu Terrorismus angestiftet zu haben.

documenta-Institut startet 2020 ohne Neubau

Das geplante documenta-Institut in Kassel soll 2020 an den Start gehen. "Im kommenden Jahr soll zunächst eine kommissarische wissenschaftliche Leitung eingesetzt, parallel dazu die wissenschaftliche Leitung in einer gemeinsamen Berufung mit der Universität Kassel ausgeschrieben werden", erklärten die Projektpartner. Da der beabsichtigte Institutsbau in Kassel noch in den Vorbereitungen steckt, wird die Einrichtung zunächst ohne eigenes Gebäude arbeiten. Sie werde unter dem Dach der documenta gegründet und erst mittelfristig als eigenständige Einrichtung fortgeführt. Die documenta gilt als weltweit wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Sie findet alle fünf Jahre in Kassel statt. Das documenta-Institut soll die Schau erforschen, vermitteln und ihre Geschichte aufarbeitet.

Berliner ZLB als "Bibliothek des Jahres" geehrt

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) ist als "Bibliothek des Jahres" 2019 ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Es wird vom Deutschen Bibliotheksverband und der Deutschen Telekom Stiftung vergeben. Der Stiftungsvorsitzende Thomas de Maizière würdigte die ZLB zum Festakt für ihren Vorbildcharakter: beim Videos streamen, den digitalen Lese- und Hörmedien sowie beim E-Learning, also dem Lernen über das Netz. Mit den Standorten in der Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg und der Stadtbibliothek in Berlin-Mitte ist die ZLB die größte öffentliche Bücherei Deutschlands. Sie verfügt über 3,5 Millionen Medien und hat etwa 1,5 Millionen Besucher im Jahr.

Urteil: Zauberwürfel ist keine Marke

Der als "Rubik's Cube" bekannte Zauberwürfel kann in der EU nicht als Marke eingetragen werden. Das Gericht der Europäischen Union bestätigte die Entscheidung des Europäischen Markenamts Euipo, das die Unionsmarke für nichtig erklärt hatte. Die Richter begründeten dies damit, dass die Drehbarkeit der einzelnen Würfelteile wesentliches Merkmal des Zauberwürfels sei. Eine solche technische Lösung kann nicht als Marke geschützt werden. Der Entscheidung des EU-Gerichts war ein jahrelanger Rechtsstreit um den Markenschutz vorausgegangen. Der deutsche Spielzeughersteller Simba Toys beantragte bereits im Jahr 2006 die Löschung der Marke. Der Zauberwürfel wurde 1974 vom ungarischen Ingenieur Erno Rubik erfunden.

Der neue Asterix-Band ist da

Der mit Spannung erwartete neue Asterix-Comic "Die Tochter des Vercingetorix" ist im Handel. Die Geschichte dreht sich um Adrenaline, Tochter eines historisch verbürgten Rebellen aus dem Gallischen Krieg. Julius Caesar will das Teenagermädchen zur Römerin umerziehen lassen. Doch der römische Kaiser hat die Rechnung mal wieder ohne die tapferen Gallier gemacht. "Die Tochter des Vercingetorix" ist der vierte Band aus der Feder von Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Zeichnungen). Der 38. Asterix-Band erscheint wenige Tage vor dem 60. Geburtstag der Reihe. Sie gehört zu den erfolgreichsten Comics überhaupt: Weltweit wurden 380 Millionen Hefte verkauft; davon in Deutschland allein 128 Millionen.

Prags Unesco-Welterbetitel in Bedrängnis

Millionen Touristen auch aus Deutschland besuchen jedes Jahr die Prager Altstadt. Nun hat die Unesco vor akuten Gefahren für den Welterbe-Status der historischen Innenstadt gewarnt. In einem Brandbrief werden besonders die Pläne für Hochhäuser in der sogenannten Pufferzone, welche das Stadtpanorama beeinträchtigen könnten, kritisiert. Für Beunruhigung sorgt ein geplantes neues Baugesetz, das die Genehmigungszeiten dramatisch verkürzen würde. Gutachten des Denkmalschutzamtes sollen dann nicht länger verbindlich für die Entscheidungsfindung sein. Der sozialdemokratische Kulturminister Lubomir Zaoralek erklärte, man sei mit der Unesco im Gespräch. Das historische Zentrum von Prag steht seit 1992 auf der Welterbeliste der UN-Tochter. Die Schutzzone umfasst eine Fläche von knapp 8,7 Quadratkilometern.

Robinie ist Baum des Jahres 2020

Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020. Mit zarten Fliederblättern und duftend weißen Blüten sei die Baumart ein schöner Farbtupfer in Deutschlands Parks, Gärten und Wäldern, teilte die Stiftung Baum des Jahres in Berlin mit. Die nahezu unverwüstliche Robinie sei hier ursprünglich aber nicht heimisch und könne andere Pflanzen verdrängen. Deshalb erhitzt sie der Stiftung zufolge die Gemüter von Naturschützern, Städteplanern und Forstleuten. Dennoch könne der umstrittene Baum ein Hoffnungsträger im Klimawandel sein. Denn die Robinie gilt als sehr widerstandsfähig.

Forscher entdecken Baum aus der Inka-Zeit

Peruanische Archäologen haben eine Baumart aus der Inka-Zeit entdeckt, die schon seit langem als ausgestorben galt. Sie hätten dem Baum den Namen "Ollanta" gegeben, sagte Teammitglied Guillermo Miranda in der Andenstadt Cusco. Die Entdeckung werde für die historische und archäologischen Forschung eine wichtige Rolle spielen, fügte er hinzu. Die Forscher entdeckten den Baum aus der Familie der Eisenkrautgewächse in Cusco, der einstigen Hauptstadt des Inkareichs. Zu ihr gehören neben Bäumen und Sträuchern auch Kräuter und Lianen, die ätherische Öle produzieren. Die Forscher glauben, dass die Inkas den Stamm und die Blätter des "Ollanta"-Baums zur Herstellung von Werkzeugen und Heilmittel nutzten.

Hamburg erlaubt Bestattung von Mensch und Tier

Die gemeinsame Bestattung von Mensch und Haustier soll in Hamburg künftig möglich sein. Ein entsprechendes Gesetz beschloss die Hamburgische Bürgerschaft. Damit soll es erlaubt sein, in einer vorab erworbenen Grabstätte die Urne mit der Asche eines Tieres beisetzen zu lassen, in der man später selber bestattet werden möchte. Auf den Friedhöfen sollen dafür spezielle Flächen bereitgestellt werden, um die Gefühle derer nicht zu verletzen, die mit solchen Bestattungsformen nicht einverstanden sein könnten, sagte Ulrike Sparr, umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, im Rathaus.

Studie: Jeder vierte Deutsche denkt antisemitisch

Jeder vierte Deutsche hegt laut einer Studie des Jüdischen Weltkongresses antisemitische Gedanken. In der Umfrage äußerten 41 Prozent die Meinung, Juden redeten zu viel über den Holocaust, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Auch Aussagen wie Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft oder trügen die Verantwortung für die meisten Kriege auf der Welt seien auf relativ große Zustimmung gestoßen. Für die repräsentative Erhebung wurden vor zweieinhalb Monaten, also vor dem Anschlag in Halle vom 9. Oktober, 1.300 Menschen befragt. Fast zwei Drittel der Deutschen nehmen laut der Umfrage einen wachsenden Antisemitismus wahr und bringen diesen mit dem Erfolg rechtsextremer Parteien in Verbindung, wie es weiter hieß. Zugleich wachse aber auch die Bereitschaft der Deutschen, gegen Antisemitismus vorzugehen.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2019
MO DI MI DO FR SA SO
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur