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Montag, 30.03.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Hartmut Schwarzbach schoss "Unicef-Foto des Jahres"

Der deutsche Fotograf Hartmut Schwarzbach erhält für sein Bild, das ein Mädchen beim Müllfischen in einem Slum auf den Philippinen zeigt, die Auszeichnung "Unicef-Foto des Jahres". Zur Begründung hieß es, Schwarzbach erzähle vom mutigen Überlebenskampf von Kindern angesichts gleich dreier Tragödien unserer Zeit: Armut, Umweltverschmutzung und Kinderarbeit. Der zweite Preis geht an den australischen Fotografen Andrew Quilty. Er fotografierte eine Familie in Afghanistan, die von der Explosion eines Blindgängers gezeichnet ist. Platz drei ging an Vorjahresgewinner Antonio Aragón Renuncio, der ein Schicksal der Goldsucher-Kinder im westafrikanischen Burkina Faso dokumentiert hat.

Erstes "Bond-Girl" Claudine Auger gestorben

Sie war das erste "Bond Girl" der Filmgeschichte: Nun ist die französische Schauspielerin Claudine Auger in Paris gestorben, wie ihre Agentur Time Art mitteilte. Auger wurde 78 Jahre alt. In den 60er Jahren spielte sie an der Seite von Sean Connery im James-Bond-Film "Feuerball". In ersten Rollen war Auger etwa an der Seite von Romy Schneider und Alain Delon im Film "Christine" aus dem Jahr 1958 zu sehen. Internationale Bekanntheit erlangte sie jedoch erst 1965 mit ihrer Rolle als Dominique "Domino" Derval in "Feuerball". Auger wurde 1941 in Paris geboren und begann ihre Karriere als Model. 1958 trat sie beim "Miss World"-Wettbewerb für Frankreich an.

Schweizer Forscher lassen Schokolade bunt schillern

Schweizer Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben das Rezept dafür gefunden, Schokolade bunt schillern zu lassen. Wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich mitteilte, haben ihre Forscher eine Methode gefunden, eine besondere Struktur auf die Oberfläche brauner Schokolade zu bringen, die sie ohne Zusätze in Regenbogen erscheinen lässt. Das Verfahren ahme das Verhalten von Chamäleons nach. Es sei nun möglich, "Regenbogen-Schokoloade" industriell herzustellen. Gespräche mit großen Schokoladenproduzenten liefen bereits.

Schlüsselübergabe für Axel-Springer-Neubau in Berlin

Nach drei Jahren Bauzeit ist symbolisch der Schlüssel für den Axel-Springer-Neubau in Berlin übergeben worden. Das Gebäude wurde von dem niederländischen Architekten Rem Koolhaas entworfen. An der Schlüsselübergabe nahmen neben dem Architekten die Verlegerin Friede Springer und der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner, teil, wie der Konzern mitteilte. Mit dem Neubau war im Oktober 2016 begonnen worden. Das Gebäude mit einer Gesamtbürofläche von 52.000 Quadratmetern soll Platz für bis zu 3.500 Mitarbeiter bieten.

Ramses-Statue in Gizeh ausgegraben

Ägyptische Archäologen haben in der Nähe der Pyramiden von Gizeh eine Statue des dritten altägyptischen Königs Ramses II. gefunden. Es handele sich um einen der seltensten archäologischen Funde überhaupt und die erste je gefundene Granitstatue des Ramses, erklärte das Antikenministerium laut Onlinezeitung "Egypt independent". Die gut ein Meter hohe Statue aus pinkem Granit sei sehr gut erhalten und werde weiter untersucht. Sie wurde sie bei illegalen Grabungen auf einem Privatgelände entdeckt. Der Landbesitzer wurde festgenommen.

Grütters verteidigt Kreuz auf Berliner Stadtschloss

Kulturstaatsministerin Grütters hat das Kreuz auf der Kuppel des wiedererrichteten Berliner Stadtschlosses verteidigt. Es sei zwar ein christliches Symbol, aber "nicht vereinnahmend", erklärte Grütters in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Herder Korrespondenz". Das Kreuz sei eine Einladung, die unterschiedlichen Bezüge und Traditionen und auch Werthorizonte kennenzulernen - und seinen eigenen Standpunkt zu finden, sagte die katholische CDU-Politikerin. Damit stehe das Kuppelkreuz dem neuen Humboldt Forum im Schloss keineswegs entgegen. "Wenn wir vorsichtshalber auf das Kreuz verzichten würden, hätten wir nichts gewonnen, aber viel verloren", sagte Grütters. Das Humboldt Forum soll ab September 2020 etappenweise eröffnet werden.

Börsenverein begrüßt EuGH-Urteil zu E-Books

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Weiterverkauf gebrauchter E-Books begrüßt. Die Auflage der Luxemburger Richter, dass die Urheber einem Weiterverkauf zustimmen müssen, sei ein großer Erfolg, erklärte der Börsenverein in einer Pressemitteilung. Das Urteil sichere ein faires Urheberrecht. Der Primärmarkt für E-Books und Hörbücher würde komplett zerstört werden, wenn es einen legalen ‚Gebrauchtmarkt‘ für sie gäbe, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. In Deutschland haben bereits drei Gerichte den Weiterverkauf von E-Books als nicht vereinbar mit dem Urheberrecht eingestuft.

Böhmermann ist "Unterhaltungs-Journalist des Jahres"

Der Satiriker Jan Böhmermann ist "Journalist des Jahres" 2019 in der Kategorie "Unterhaltung". Mit seiner Sendung bei ZDFneo stehe er für Unterhaltung, die mutig und grenzüberschreitend, satirisch und politisch-präzise sei, begründete das "Medium Magazin". Den Preis für das Lebenswerk verlieh die Fachzeitschrift der Gerichtsberichterstatterin Gisela Friedrichsen. Zum besten Chefredakteur kürte die Jury Georg Löwisch von der "tageszeitung" (taz). Beste Regional- Chefredakteure wurden Lorenz Maroldt und Anna Sauerbrey vom Berliner "Tagesspiegel". Zur Politikjournalistin des Jahres wurde die ARD-Korrespondentin in London, Annette Dittert, gewählt. Bereits gestern hatte die Jury Juan Moreno als Träger des Hauptpreises "Journalist des Jahres" bekanntgegeben. Er hatte im vergangenen Jahr wesentlich zur Aufklärung des Fälschungsskandals um den ehemaligen «Spiegel»-Redakteur Relotius beigetragen. Die Preise werden am 17. Februar 2020 in Berlin überreicht.

Döpfner warnt vor Subventionen für Tageszeitungen

Die deutschen Zeitungsverleger lehnen direkte staatliche Subventionen ab. Es müsse eine andersgeartete Unterstützung bei der Zeitungszustellung geben, betonte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, in einem Rundschreiben an seine Mitgliedsverlage. Die staatliche Förderung von Tageszeitungen sei "das Ende von unabhängigem Journalismus und damit letztlich der Tod der Pressefreiheit", betonte der Chef des Springer-Verlags. Einzig sinnvoll sei eine getrennte Förderung der Zustellungsinfrastruktur. Der Bundestag hatte Ende November beschlossen, die Zustellung von Tageszeitungen und Anzeigenblättern 2020 mit 40 Millionen Euro zu fördern, weil die Auflagen seit Jahren zurückgehen. Nach Meinung der Zeitungsverleger ist die Höhe des Betrages aber viel zu gering.

Datenleck zeigt Ausmaß gekaufter Likes

Knapp 90 000 Fanseiten in sozialen Netzwerken haben nach einem Medienbericht von bezahlten "Gefällt mir"-Angaben profitiert. Es gehe dabei um Auftritte von Politikern, Parteien, Unternehmen und Prominenten bei Facebook, Instagram, Google und Youtube, berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen Datensatz. Daraus gehe aber nicht hervor, wie viele sogenannte Likes gekauft wurden und wer das getan hat. Auch die Bundestag-Parteien haben von manipulierten "Gefällt mir"-Angaben profitiert, die wenigsten jedoch in den Fraktionen von Linke und Grünen. Facebook erklärte gegenüber den drei Medien, die entsprechenden Anbieter und Accounts zu entfernen, sobald sie identifiziert seien.

NRW-Landtag beschließt Stiftung für Landesmuseum

In Düsseldorf hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen die Gründung einer Stiftung für das geplante Landesmuseum beschlossen. Der Stiftungszweck solle insbesondere durch die Leitgedanken "Demokratie, Vielfalt, Wandel" verwirklicht werden, teilte der Landtag mit. Das Museum zur NRW-Geschichte soll im Düsseldorfer Behrensbau am Rheinufer entstehen. Das denkmalgeschützte Gebäude, das dem Mannesmann-Konzern gehörte, liegt in Fußnähe zum Landtag.

Kirsten Boie ist Ehrenbürgerin von Hamburg

Die Kinderbuchautorin Kirsten Boie hat die Ehrenbürgerwürde ihrer Heimatstadt Hamburg erhalten. Die Hansestadt würdige damit ihre schriftstellerische Tätigkeit und ihr Lebenswerk, hieß es zur Begründung. Seit mehr als dreißig Jahren ziehe Boie mit ihren Büchern Kinder in ihren Bann und präge damit Ansichten und Einsichten der jungen Leserinnen und Leser, sagte Bürgerschaftspräsidentin Veit beim Festakt. Boie wurde 1950 in Hamburg geboren und arbeitete als Lehrerin an einem Gymnasium in der Hansestadt. 1983 begann sie, Kinderbücher zu schreiben. 1985 erschien ihr erstes Werk "Paule ist ein Glücksgriff". Seitdem hat sie rund 100 weitere veröffentlicht, darunter "Wir Kinder aus dem Möwenweg" und die Ritter-Trenk-Reihe. In ihren Büchern greift sie immer wieder gesellschaftlich relevante Themen wie Jugendgewalt, Fremdenfeindlichkeit, Flucht und Obdachlosigkeit auf.

Sängerin Cabello bedauert rassistische Sprache

Die kubanisch-amerikanische Popsängerin Camila Cabello hat sich für rassistische Bemerkungen in sozialen Medien entschuldigt. Sie bedauere und schäme sich dafür, als Teenager offensive und verletzende Worte in sozialen Medien gepostet zu haben, schrieb die Grammy-nominierte Künstlerin. Sie sei ungebildet und ignorant gewesen. Inzwischen sei sie erwachsener geworden, so die 22-jährige. Der früheren Sängerin der Girlgroup Fifth Harmony werden rassistische Bemerkungen auf ihrem mittlerweile gelöschten Tumbler-Profil vorgeworfen. Nutzer sozialer Medien posteten in dieser Woche alte Screenshots. Cabello erklärte, sich künftig bei Ungerechtigkeit und Ungleichheit äußern zu wollen.

Rückkaufangebot für Dresdner Juwelen

Dreieinhalb Wochen nach dem Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe kursiert ein Video, in dem den Dieben für die Rückgabe der gestohlenen Juwelen 1,3 Millionen Euro angeboten werden. Der Mann, der sich als Privatdetektiv vorstellt, erklärt, ein anonymer Kunstmäzen aus dem deutschsprachigen Raum sei sein Auftraggeber, dem es darum gehe, die Zerstörung der Beute zu verhindern und die Schmuckstücke wieder an ihren angestammten Platz zu bekommen. Im Falle eines Erfolgs wolle der Mäzen seine Identität preisgeben. Nach Angaben des Dresdner Oberstaatsanwalts Jürgen Schmidt sind solche privaten Auslobungen generell zulässig.

Neue Leitlinie für Umgang mit NS-Raubgut

Für den Umgang mit NS-Raubgut haben Bund, Länder und Kommunen ihren Leitfaden aktualisiert. Die Neufassung konzentriere sich stärker als bisher auf eine grundlegende Darstellung der politischen Aspekte der Aufarbeitung des NS-Kulturgutraubes, hieß es in einer Mitteilung. Die Handreichung solle an das Thema heranführen, die hohe Bedeutung der Aufarbeitung unterstreichen und diejenigen ansprechen, die mit dem Thema neu befasst sind. Die Neufassung wurde zuletzt vor zwölf Jahren überarbeitet.

Juan Moreno ist "Journalist des Jahres"

Der freie Reporter Juan Moreno ist von der Fachzeitschrift "Medium Magazin" zum "Journalisten des Jahres 2019" gewählt worden. Moreno sei es zu verdanken, dass Ende 2018 der "Spiegel"-Journalist Claas Relotius als notorischer Betrüger entlarvt worden sei, erklärte die Jury zur Begründung in Frankfurt am Main. Moreno, der selbst überwiegend für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" arbeitet, war Relotius bei dessen Fälschungen von Artikeln auf die Schliche gekommen. Die Folgen von Morenos Recherchen prägten die Debatten über Qualitätsjournalismus weit über 2019 hinaus, hieß es.

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