Seit 01:05 Uhr Tonart
Freitag, 22.10.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Harris will neues Verständnis der Endeckung Amerikas

Die US-Vize-Präsidentin Kamala Harris fordert ein neues Verständnis der Geschichte der Entdeckung Amerikas durch die Europäer. Seit 1934 würden die Vereinigten Staaten jeden Oktober der Reise der europäischen Entdecker gedenken, die als erste an den Küsten landeten, sagte sie vor dem National Congress of American Indians, der größten US-Organisation für indigene Völker. Das sei aber nicht die ganze Geschichte, so Harris. Mit den europäischen Entdeckern sei eine Welle der Gewalt gekommen, den indigenen Völkern sei Land gestohlen worden, Krankheiten hätten sich ausgebreitet. Über diese beschämende Vergangenheit müsse aufgeklärt werden, um die Auswirkungen auf die indigenen Gemeinschaften von heute anzugehen, forderte die US-Vizepräsidentin.

Forderung nach Regulierung von Facebook & Co.

Nach den jüngsten Anschuldigungen der früheren Facebook-Managerin Frances Haugen gegen den Konzern haben sich Vertreter klassischer Medien erneut für eine stärkere Regulierung von Sozialen Medien und Plattformen ausgesprochen. ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte auf dem Evangelischen Medienkongress in Frankfurt, ideologische, spalterische sowie menschenverachtende Inhalte müssten von journalistischen Angeboten erkennbar getrennt werden. Facebook zum Beispiel sei ein Medienunternehmen und könne die Verantwortung nicht an die Behörden delegieren. Facebooks Public-Policy-Direktorin für Zentraleuropa, Julia Reuss, verwies dagegen darauf, dass es Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden sei, gegen strafbare Inhalte vorzugehen.

"Titane" ist Frankreichs Kandidat für Auslands-Oscar

Das Fantasy-Drama "Titane" geht für Frankreich ins Rennen um den Auslands-Oscar. Man sei sehr stolz, dass ein sehr außergewöhnlicher Film, Frankreich vertreten werde, erklärte Dominique Boutonnat, der Leiter der Auswahlkommission, in Paris. Der zweite Film der 37-jährigen Regisseurin Julia Ducournau hatte bereits auf dem Filmfestival in Cannes im Juli die Goldene Palme gewonnen. Der Film dreht sich um Frauen, Erotik und Autos, um eine Geschlechtsumwandlung und Vaterschaft und spielt auf ungewöhnliche Weise mit Klischees. Am 8. Februar werden die fünf Bewerber für den besten internationalen Film bekanntgegeben. Der Spielfilm "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader geht für Deutschland ins Rennen. Die Oscars werden am 27. März in Los Angeles verliehen.

Musiker Gil Ofarim erstattet Anzeige

Der Musiker Gil Ofarim hat vor der Münchner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Mitarbeiter eines Leipziger Hotels erstattet, der ihn antisemetisch beleidigt haben soll. Zu den Details wolle sich Ofarim zurzeit nicht weiter äußern, teilte seine Managerin mit. Nun müsse man den Abschluss der Ermittlungen abwarten. Ofarim hatte in der vergangenen Woche in einem Video geschildert, dass ihn ein Hotelmitarbeiter aufgefordert habe, seine Kette mit dem Davidstern abzunehmen. Zu dem Vorfall liegen inzwischen mehrere Anzeigen vor – auch von dem beschuldigten Hotelmitarbeiter wegen Verleumdung. Er schildert die Vorkommnisse anders als der Künstler.

Neue Sammlungsdirektorin für Jüdisches Museum

Das Jüdische Museum Berlin hat eine Sammlungsdirektorin berufen. Am 1. März 2022 übernimmt Julia Friedrich, seit 2006 Leiterin der Grafischen Sammlung am Museum Ludwig in Köln, die neue geschaffene Stelle, wie das Museum bekannt gab. Es wolle damit unter anderem die Herkunftsforschung und die Digitalisierung der Sammlung weiterentwickeln, erklärte die Direktorin des vor 20 Jahren eröffneten Museums, Hetty Berg. Friedrich studierte Kunstgeschichte und Jüdische Studien in Berlin, Potsdam und Venedig. Am Museum Ludwig gab sie den Anstoß zur Provenienzforschung des Hauses und kuratierte Ausstellungen von moderner und zeitgenössischer Kunst. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Sammlungs- und Ausstellungspraxis der Nachkriegszeit.

Lindenstraßen-Schauspieler Ludwig Haas gestorben

Der Schauspieler Ludwig Haas, bekannt als "Dr. Dressler" aus der "Lindenstraße", ist tot. Er starb bereits am 4. September im Alter von 88 Jahren in seiner Heimatstadt Neumünster. Haas wurde 1933 in Eutin in Schleswig-Holstein geboren. Der ausgebildetete Schauspieler war auch in TV-Serien wie etwa im ARD-"Tatort" und in den ZDF-Reihen "Der Alte" und "Derrick" zu sehen. Bei der "Lindenstraße" war Haas seit der ersten Folge 1985 dabei. 34 Jahre lang spielte er in der ARD-Serie die Rolle des etwas oberlehrerhaften Arztes, der im Rollstuhl saß. Wenige Monate vor der Einstellung der Serie im März 2020 starb seine Figur "Dr. Dressler" den Serientod. International hat sich Ludwig Haas einen Namen als Darsteller von Adolf Hitler gemacht. Er spielte ihn in "Gesprengte Ketten - Die Rache der Gefangenen" (1988), "Wie ein Licht in dunkler Nacht" (1992) und "Pétain" (1993).

Irische Folklegende Paddy Moloney ist tot

Die irische Folk-Legende Paddy Moloney ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das berichtet die BBC. Moloney spielte den irischen Dudelsack und war das einzige Mitglied der Band "The Chieftains", das ihr seit der Gründung 1962 angehörte. Später wurden die Musiker für ihre Interpretation irischer Folkmusik gemischt mit modernen Kängen weltbekannt. Der irische Präsident Michael D. Higgins würdigte Moloneys außergewöhnliche musikalische Fähigkeiten, die der irischen Musik weltweite Wertschätzung eingebracht hätten.

Neue Leiterin des Ethnologischen Museums Berlin

Die Ostafrika- und Nordamerika-Spezialistin Tina Brüderlin wird neue Leiterin des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin. Die derzeitige Leiterin der Ethnologischen Sammlung des Museums Natur und Mensch in Freiburg tritt ihr Amt am 15. Januar an, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte. Brüderlin wird Nachfolgerin von Jonathan Fine, der seit Anfang Juli Direktor des Weltmuseums Wien ist. Die in den USA geborene Ethnologin studierte den Angaben zufolge in Mainz und New Hampshire. Von 2007 bis 2009 war sie Sammlungs- und kuratorische Assistentin am American Museum of Natural History in New York.

Hongkong: Künstler will umstrittene Skulptur holen

Der Künstler einer Skulptur zum Gedenken an die Opfer auf dem Pekinger Tiananmen-Platz will sein Werk ins Ausland bringen lassen, nachdem die Hongkonger Universität dessen Entfernung angeordnet hat. Der dänische Bildhauer Jens Galschiot sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe einen Anwalt mit dem Fall beauftragt. Die acht Meter hohe "Säule der Schande" zeigt 50 Menschen mit gequälten Gesichtern und soll an die gewaltsame Niederschlagung der Demokratieproteste im Jahr 1989 erinnern. Die Hochschule berief sich bei der Entscheidung, die Skulptur entfernen zu lassen, auf einen "rechtlichen Ratschlag" vor dem Hintergrund des immer härteren Vorgehens der Behörden in Hongkong gegen Anhänger der Demokratiebewegung.

Bayerischer Fernsehpreis für Kebekus-Sendung

Der Bayerische Fernsehpreis in der Kategorie Unterhaltung geht an die Comedian und Schauspielerin Carolin Kebekus und die Moderatorin Shary Reeves. Sie hatten "Die Carolin Kebekus Show - Folge 3" dem Thema Rassismus gewidmet, nachdem die ARD zum Tod des Afroamerikaners George Floyd keinen Brennpunkt gebracht hatte. Reeves und Kebekus sei damit ein Meisterwerk der Aufklärung gelungen, hieß es zur Begründung. In der Kategorie beste Regie gewann Katharina Schlotterer den Fernsehpreis mit ihrem ZDF-Film "Totgeschwiegen". Als beste Darstellerin wurde Karoline Schuch für ihre Rolle in der ARD-Produktion "Das Geheimnis des Totenwaldes" geehrt. Den Preis als Bester Darsteller gewann Rainer Bock für seine Rolle in der Serie "Das Boot" (SKY/ZDF). Der Bayrische Fernsehpreis ist in allen Kategorien mit 10.000 Euro dotiert.

Wildlife Photographer-Preis für laichende Barsche

Mit einem Unterwasserfoto von Zackenbarschen beim Laichen ist der Franzose Laurent Ballesta zum Wildlife Photographer des Jahres 2021 gekürt worden. Der Biologe hielt die Fische in einer milchigen Wolke aus Eiern und Spermien vor dem Pazifik-Atoll Fakarava fest. Das Foto "Creation" wurde aus mehr als 50 000 Einsendungen aus 95 Ländern ausgewählt, wie das Natural History Museum in London mitteilte. Der zehnjährige Vidyun R Hebbar darf sich Young Wildlife Photographer des Jahres nennen. Sein prämiertes Foto zeigt eine Spinne und ihr zeltartiges Netz, im Hintergrund fährt ein Tuk-Tuk vorbei. Die besten Bilder werden von diesem Freitag an bis zum Juni 2022 im Natural History Museum zu sehen sein. Danach sollen sie auch in anderen Ländern, darunter Deutschland, ausgestellt werden.

"Squid Game" erfolgreichste Netflix-Serie aller Zeiten

Die südkoreanische Serie "Squid Game" ist die bisher erfolgreichste Netflix-Produktion mit den höchsten Zuschauerzahlen. Das gab der amerikanische Streaming-Dienst bekannt. "Squid Game" erreichte eine Zuschauerzahl von 111 Millionen in 27 Tagen seit der Premiere am 17. September. Der vorherige Rekordhalter war das britische Kostümdrama "Bridgerton" gewesen, das ab Dezember 2020 in den ersten 28 Tagen von 82 Millionen Zuschauern gestreamt worden war. Bei "Squid Game" wird in neun Folgen die Geschichte von Menschen erzählt, die sich alle hoch verschuldet haben. Sie treten in scheinbar harmlosen Kinderspielen gegeneinander an, um ein Preisgeld in Millionenhöhe zu gewinnen. Wer es nicht in die nächste Runde schafft, wird umgehend getötet.

Autorin Rooney verweigert Verlag Hebräisch-Rechte

Die irische Bestseller-Autorin Sally Rooney verweigert einem Bericht der "Irish Times" zufolge aus Solidarität mit den Palästinensern einem israelischen Verlag die Übersetzungsrechte an ihrem neuen Buch "Beautiful World, Where Are You". Die 30-Jährige berief sich demnach auf Informationen von Menschenrechtsorganisation, denen zufolge die Behandlung der Palästinenser durch die israelische Regierung der Definition von Apartheid nach internationalem Recht entspreche. Der Schritt stieß in Israel auf scharfe Kritik. Rooney lobte die BDS-Bewegung, die Boykotte und Sanktionen gegenüber israelischen Unternehmen, Kulturinstitutionen und Universitäten fordert. Dem BDS wiederum wird häufig Antisemitismus vorgeworfen. Die Irin ist eine der weltweit beliebtesten jungen Autorinnen der vergangenen Jahre.

Captain Kirk-Darsteller fliegt erstmals ins All

Der kanadische Schauspieler William Shatner soll heute erstmals ins All fliegen. Der 90-jährige ist vor allem durch seine Rolle als Captain Kirk in der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" und die "Star Trek"-Filme bekannt geworden. Geplant ist ein etwa zehnminütiger Ausflug ins All. Shatner wäre damit der älteste Mensch, der je in den Weltraum geflogen ist.

Fotografin Evelyn Richter mit 91 Jahren gestorben

Die Fotografin Evelyn Richter ist tot. Wie das Museum der bildenden Künste (MdbK) in Leipzig am Dienstag mitteilte, starb sie am 10. Oktober im Alter von 91 Jahren. Richter galt als Chronistin der Lebens- und Arbeitswelten in der DDR. Sie porträtierte Menschen in Alltagssituationen, fotografierte aber auch Stadtlandschaften, die die Tristesse und den Verfall im Arbeiter-und-Bauern-Staat dokumentierten. Richter wurde 1930 im ostsächsischen Bautzen geboren. Nach einer Fotografinnen-Lehre in Dresden begann sie ein Studium in Leipzig, wurde aber laut MdbK nach zwei Jahren exmatrikuliert. Richter arbeitete stets freiberuflich. 2020 wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Bernd-und-Hilla-Becher-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2021
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Munch-Museum in OsloEin neues Haus für Edvard Munch
Das Opernhaus von Oslo und rechts das neue Munch-Museum (picture alliance / dpa  / Steffen Trump)

Oslo hat Edvard Munch ein neues Museum am Hafen gebaut. Dort werden seine Werke zusammen mit denen anderer Künstler gezeigt. Das markante Gebäude mit dem Knick sei auch eine ökologische Sensation, sagt Architekturkritiker Nikolaus Bernau.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur