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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. Juli 2019

Hannah-Arendt-Preis für zwei US-Wissenschaftler

Die US-Wissenschaftler Jerome Kohn und Roger Berkowitz erhalten den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2019. Beide hätten das Denken der jüdischen deutsch-amerikanischen Politik-Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt lebendig gehalten, teilte die Stadt Bremen zur Begründung mit. Sie hätten kommende Generationen ermutigt, "Verantwortung zu übernehmen für das, was in ihrem Namen geschieht". Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alljährlich von der Stadt Bremen, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Verein "Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken" an Personen verliehen, die mit einer mutigen Intervention das "Wagnis Öffentlichkeit" annehmen. Die Preisverleihung findet am 6. Dezember in Bremen statt.

Regisseur Koreeda eröffnet Filmfestival von Venedig

Der japanische Regisseur Hirokazu Koreeda eröffnet in diesem Jahr das Filmfestival von Venedig. In seinem Film "La Vérité" spielen Catherine Deneuve, Ethan Hawke und Juliette Binoche mit. Die Premiere wird am 28. August im Lido stattfinden, teilte Festival-Direktor Alberto Barbera mit. Koreeda gewann im vergangenen Jahr mit seinem Film "Shoplifters" Goldene Palme bei den Festspielen in Cannes. Dieser Film war auch für einen Oscar nominiert.

Neues Wahlverfahren für Chefposten des Von der Heydt-Museums

Der Direktoren-Posten des renommierten Wuppertaler Von der Heydt-Museums bleibt länger verwaist als geplant. Es werde ein zweites, neues Verfahren geben, teilte die Stadt mit. Im Frühjahr war der langjährige Direktor Gerhard Finckh in Pension gegangen. An dem neuen Auswahlverfahren soll laut Stadt dann auch der Beirat der Von der Heydt-Museum gGmbH beteiligt werden. Im ersten Anlauf hatte die Stadt bereits eine Bewerberin ausgewählt. Jedoch gab es keine Einigung mit der Gesellschaft, die Wechselausstellungen und zum Teil auch das Personal finanziert. Der Museumschef ist ebenfalls Geschäftsführer der von mehreren Stiftungen getragenen Gesellschaft. Die chronisch finanzschwache Stadt Wuppertal ist nur für den Unterhalt des Museumsgebäudes und die personelle Mindestbesetzung zuständig. Das Museum hat eine Sammlung mit Gemälden unter anderem von Claude Monet, Franz Marc, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix und Pablo Picasso.

Comic-Con feiert 50-jähriges Jubiläum

In San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien begeht die weltweit größte Comicmesse Comic-Con ab heute ihr 50-jähriges Jubiläum. Bis zum 22. Juli geht es um Genres wie Superhelden, Science Fiction oder Fantasy in den Medien Buch, Film und Fernsehen. Aus den 300 Besuchern bei der ersten Messe im Jahr 1970 sind inzwischen 130 000 Comic-Begeisterte geworden.

Fotografisches Kulturerbe soll zentral gesichert werden

Das Werk wichtiger deutscher Fotografen soll in einer neuen bundesweiten Einrichtung gesammelt und für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Damit solle das visuelle Gedächtnis der Gesellschaft gesichert werden, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mit. Vier Experten sollen nun über die Einzelheiten beraten. Die CDU-Politikerin hatte mit Fotografen und Fachleuten aus Museen, Kunsthandel und Wissenschaft in den vergangenen Wochen über das Projekt gesprochen. Einzelheiten zu Umfang und Kosten des Archivs wurden nicht genannt.

Römerschiff vor Mallorcas Playa de Palma entdeckt

Mitten in der Urlaubshochsaison ist vor Mallorca ein Römerschiff entdeckt worden. Das vermutlich aus dem 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus stammende Wrack sei von einem Anwohner nur 50 Meter vor der berühmten Playa de Palma entdeckt worden, der daraufhin die Behörden informiert habe, teilte der Inselrat mit. Das Schiff sei zehn Meter lang und fünf Meter breit und solle nun von Experten untersucht werden. Wahrscheinlich habe es sich um ein Frachtschiff gehandelt, das Amphoren und andere Waren transportierte und aus dem Südwesten der Iberischen Halbinsel kommend wenige Meter von der mallorquinischen Küste gesunken war, so der Inselrat.

Erstmals Jugendtage zur Passion in Oberammergau

In der fast 400-jährigen Geschichte der Passionsspiele von Oberammergau finden erstmals Jugendtage statt. Vom 7. bis 10. Mai 2020 werden an die 8.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren erwartet. Ziel sei es, junge Menschen verschiedener Religionen und Herkunft zusammenzubringen. Die Idee zu den Jugendtagen geht auf Spielleiter Christian Stückl zurück. Der Regisseur, der seit 1990 und damit 2020 zum vierten Mal die Passion inszeniert, sagte in München, in den vergangenen Jahren sei zu wenig aufs Publikum geschaut worden. Nachdem es mittlerweile gelungen sei, die Hauptdarsteller deutlich zu verjüngen - 2020 gebe es "die jüngsten in der Geschichte" des Passionsspiels - müsse sich nun auch bei den Zuschauern etwas ändern.

G7-Staaten gegen Facebooks Digitalgeld

Facebooks Pläne für eine eigene Digitalwährung stoßen bei der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten G7 auf starke Vorbehalte. Das Projekt löse ernsthafte regulatorische und systemische Bedenken aus, teilten die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten auf ihrem Treffen in Chantilly bei Paris mit. Digitalwährungen wie Libra müssten den höchsten regulatorischen Standards entsprechen, wenn es um die Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gehe. Sie dürften die Stabilität des Finanzsystems nicht gefährden. Aus Sicht der G7-Staaten könnten solche Digitalwährungen die geldpolitische Souveränität der Staaten und die Funktionsweise des internationalen Währungssystems beeinflussen.

Louvre entfernt Namen von umstrittenem US-Mäzen

Der Louvre in Paris hat Tafeln mit dem Namen der umstrittenen Pharmaunternehmer-Familie Sackler entfernt. Damit reagierte das Museum auf Proteste von Künstlern, die den Louvre aufgefordert hatten, sich von dem amerikanischen Konzern zu distanzieren, dessen Schmerzmittel Oxycontin als eine Hauptursache der Opioid-Krise in den USA gilt. Wie der Louvre bestätigte, wurden mehrere Namenstafeln entfernt. Dort wo das Abmontieren nicht möglich gewesen sei, habe man den Namen Sackler überklebt.

Archäologen entdecken 1200 Jahre alte Moschee

Israelische Archäologen haben nach eigenen Angaben die Überreste einer mindestens 1200 Jahre alten Mosche in der Negev-Wüste im Süden des Landes entdeckt. "Eine kleine, städtische Moschee - datiert ins 7. oder 8. Jahrhundert - ist ein seltener Fund auf der ganzen Welt, besonders aber in dem Gebiet nördlich von Beerscheva", teilten die Ausgrabungsdirektoren, Jon Seligman und Shahar Zur, für die israelische Altertumsbehörde mit. Kein vergleichbares Gebäude sei in dem Gebiet bisher entdeckt worden.

Tote durch Brandanschlag auf Zeichentrick-Filmstudio

Ein Zeichentrick-Filmstudio ist in Japan offenbar zum Ziel eines verheerenden Brandanschlags geworden: Mindestens 33 Menschen wurden in dem dreistöckigen Gebäude in der Stadt Kyoto getötet, 35 verletzt, und es könnte weitere Opfer geben, wie die Behörden mitteilten. "Ein Mann schüttete eine brennbare Flüssigkeit aus und zündete sie an", sagte ein Polizeisprecher. Der Verdächtige wurde nach Medienberichten festgenommen. Der Grund für den Anschlag auf die Filmstudios, die für eine Reihe von Zeichentrick-Filmen für das Fernsehen wie Munto, Lucky Star und K-ON! bekannt sind, war zunächst völlig unklar.

US-Demokrat will FaceApp vom FBI untersuchen lassen

Der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, hat die Bundespolizei FBI zu einer Untersuchung der populären Smartphone-Applikation FaceApp aufgefordert. Die von Russland aus betriebene App könne wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko sowie eine Gefahr für Millionen US-Bürger darstellen, schrieb er in einem auf Twitter veröffentlichten Brief. Die Applikation bearbeitet mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Bilder von Nutzern und zeigt etwa, wie diese als jüngere oder ältere Menschen aussehen könnten. Auch bei Prominenten ist sie sehr beliebt.

Erste Monate des Bauhaus-Jubiläums laufen erfolgreich

Die ersten Monate des Jubiläums zu 100 Jahre Bauhaus in Dessau-Roßlau sind aus Sicht der Veranstalter erfolgreich angelaufen. "Mehrere hundert Gäste pro Tag machen deutlich, welche Anziehungskraft die originalen Bauhausbauten für Besucher und Besucherinnen weltweit haben", sagte Ute König von der Stiftung Bauhaus Dessau. Zehntausende Bauhaus-Interessierte reisten demnach seit der Auftaktveranstaltung am 23. Februar in die Stadt in Sachsen-Anhalt. Das Bauhaus wurde vor 100 Jahren vom Architekten Walter Gropius in Weimar gegründet, bevor es in Dessau seine Blütezeit erlebte und anschließend auf Druck der Nazis in Berlin schließen musste. Es gilt als wichtigste Schule für Kunst, Design und Architektur im 20. Jahrhundert.

Paul McCartney schreibt sein erstes Musical

Paul McCartney wirkt erstmals als Komponist an einem Musical mit. Bei der Adaptation des Filmklassikers "Ist das Leben nicht schön?" arbeitet der 77-jährige Ex-Beatle mit dem Dramatiker Lee Hall und dem im Londoner Theaterviertel West End aktiven Produzenten Bill Kenwright zusammen. Er habe eigentlich nie erwogen, einmal ein Musical zu schreiben, sagte McCartney. Doch nach einem Treffen mit Kenwright und Hall vor drei Jahren habe er sich beim Gedanken ertappt, dass es interessant und spaßig sein könnte. Frank Capras Tragikomödie "Ist das Leben nicht schön?" handelt von einem von Reue zerfressenen, kleinbürgerlichen Banker namens George Bailey, dem ein Schutzengel neuen Lebensmut einhaucht. Die Produzenten peilen Ende 2020 als Starttermin für das Musical an. Wo es zu sehen sein wird, ist noch unklar.

Missbrauchsverfahren gegen Kevin Spacey eingestellt

Das Strafverfahren gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs wird eingestellt. Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts teilte gestern mit, sie habe die Vorwürfe gegen den 59-Jährigen fallengelassen, da das mutmaßliche Opfer die Aussage verweigere. Der zweifache Oscar-Preisträger Spacey soll den damals 18-jährigen Mann im Sommer 2016 betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst haben. Der Hollywood-Star ("American Beauty", "House of Cards") bestreitet die Vorwürfe.

Bregenzer Festspiele eröffnet

Mit der Oper Rigoletto sind die Bregenzer Festspiele in ihre 74. Saison gestartet. Rund vier Wochen lang wird das Werk von Giuseppe Verdi mit der bekannten Arie "La donna è mobile" nun auf der Seebühne am österreichischen Bodenseeufer zu sehen sein. Die Inszenierung kommt von Philipp Stölzl, der als Theaterregisseur und Filmemacher bekannt ist.

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