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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 19. Juli 2018

Hannah-Arendt-Preis für Ökonomin Pettifor

Kritik am globalen Finanzsektor

Die südafrikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Ann Pettifor erhält den diesjährigen Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken. Sie beschreibe eindringlich die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der gegenwärtigen Geldproduktion - etwa die digitale Vergabe von Krediten durch Banken. Sie kritisiere einen globalen Finanzsektor, der außerhalb politischer Einflussnahmen und demokratischer Kontrolle agiere, so die Jury in ihrer Begründung. Ann Pettifor lehrt an der City University London und soll den mit 10 000 Euro dotierten Preis am 7. Dezember im Bremer Rathaus verliehen bekommen. Die Stadt Bremen und die Heinrich-Böll-Stiftung vergeben den nach der jüdischen Publizistin Hannah Arendt benannten Preis seit 1995.

Schauspieler und Regisseur Wolfgang Kaus ist tot

Hessisch war seine Lieblingssprache

Der Theaterregisseur und Schauspieler Wolfgang Kaus ist am Mittwoch gestorben. Das teilte die Familie auf seiner Homepage mit. Bekannt wurde Kaus vor allem durch seine Frankfurter Mundart, in der gern die großen Klassiker vortrug. Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) würdigte den Theatermacher als "kreatives Genie". Kaus war mehr als 30 Jahre lang Künstlerischer Leiter des Frankfurter Volkstheaters. Er hatte Auftritte in rund 60 Fernsehproduktionen, unter anderem in den Krimi-Serien "Ein Fall für Zwei" und "Tatort".

Radiomoderator von "Good Morning, Vietnam" tot

Adrian Cronauer moderierte im Vietnamkrieg Sendung von Militärradio

Der ehemalige Radiomoderator Adrian Cronauer, der die Vorlage zum Film "Good Morning, Vietnam" lieferte, ist tot. Der einstige Unteroffizier der US-Luftwaffe starb am Mittwoch im Alter von 79 Jahren. Cronauer hatte während des Vietnamkriegs von 1965 bis 1966 eine Sendung im US-Militärradio in Saigon moderiert. Der Film "Good Morning, Vietnam", in dem der 2014 verstorbene Schauspieler Robin Williams Cronauer verkörpert, beruht lose auf dessen Geschichte in Vietnam. Nach seinem Militäreinsatz in Südostasien arbeitete Cronauer laut dem zu seinem Tod veröffentlichten Nachruf zunächst für Rundfunk und Fernsehen, bevor er Jura studierte. Von 2001 bis 2009 diente er als Berater im Verteidigungsministerium.

"Siegfrieds Erben" eröffnet Nibelungen-Festspiele

Die Geschichte setzt ein, wo die klassische Nibelungen-Sage endet

Das Stück "Siegfrieds Erben" von Regisseur Roger Vontobel eröffnet am Freitag die diesjährigen Nibelungen-Festspiele vor der Nordseite des Wormser Kaiserdoms. Als Hunnenkönig Etzel ist Jürgen Prochnow zu sehen. Weitere Rollen übernehmen etwa Jimi Blue Ochsenknecht (Siegfrieds Sohn) sowie Ursula Strauss (Brunhild) und Pheline Roggan (Schamanin). Die Geschichte der Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel setzt ein, wo die klassische Nibelungen-Sage endet - nach dem Tod der rachedurstigen Kriemhild, Etzels Frau und Ex-Frau des getöteten Siegfried, und der Burgunder.

Christian Petzold erhält Julius-Campe-Preis

99 Flaschen Wein und Heinrich Heines "Französische Zustände"

Der Julius-Campe-Preis des Hoffmann und Campe Verlags geht in diesem Jahr an den Filmemacher Christian Petzold. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten und Institutionen, "die sich auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste erworben haben", teilte der Verlag mit. Petzold drehte zuletzt den Spielfilm "Transit" nach dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers. Er verlegte die Geschichte eines Deutschen, der während des Zweiten Weltkriegs vor den Nationalsozialisten nach Frankreich flieht, ins Marseille der Gegenwart. Der Preis wird in Form von 99 Flaschen Wein und des Faksimiles von Heinrich Heines "Französische Zustände" am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Nominierungen für Internationalen Hochhaus Preis

Henninger-Turm aus Frankfurt konkurriert

Aus weltweit über 1000 neuen Hochhäusern hat das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main 36 Gebäude für den Internationalen Hochhaus Preis nominiert. Davon werden Mitte August fünf Finalisten bestimmt. Der Gewinner der mit 50 000 Euro dotierten Auszeichnung wird am 1. November in der Frankfurter Paulskirche gekürt. Jedes Vierte der nominierten Hochhäuser steht in China. Fünf Gebäude kommen aus Europa. Deutschland ist mit dem neuen Henninger-Turm in Frankfurt vertreten. Der Internationale Hochhaus Preis wird alle zwei Jahre vom DAM, der Stadt Frankfurt und der DekaBank verliehen.

77-Tage-Demo für Einheitswippe

Wunschort: Reichstag statt Schloss

Eine Bürgerinitiative will durch eine Dauer-Demonstration vor dem Berliner Reichstag erreichen, dass das Einheits- und Freiheitsdenkmal dort errichtet wird - und nicht wie geplant vor dem Berliner Schloss. "Wir werden 77 Tage lang jeden Abend um sieben Uhr mit mindestens sieben Leuten auf der Reichstagswiese für den neuen Standort werben", sagte Annette Ahme, Vorsitzende des Vereins Berliner Historische Mitte der Deutschen Presse Agentur. Der Verein hatte schon im vergangenen Jahr mit einer ähnlichen 77-Tage-Aktion gegen den Standort am Berliner Schloss protestiert. "Der Reichstag ist der richtige Ort für ein Einheitsdenkmal", so die Initiatorin, "hier wurde die Deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 verkündet und vollzogen. Mit dem Schloss dagegen hat sie absolut nichts zu tun." Um das Denkmal wird seit mehr als zehn Jahren gestritten.

Heinemann-Friedenspreis für Rafik Schami

Bedeutende Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur

Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami (72) erhält den Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2018 für Kinder- und Jugendbücher. Damit werde insbesondere sein Werk "Sami und der Wunsch nach Freiheit" (2017) geehrt, teilte Nordrhein-Westfalens Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen mit. Schamis Buch zeige, "was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben, und wie es trotzdem gelingt, sich für ein demokratisches und friedliches Zusammenleben einzusetzen", so die Ministerin. Rafik Schami wurde als Angehöriger der christlich-aramäischen Minderheit in Damaskus. Mit 25 Jahren floh er nach Deutschland. Heute gilt der promovierte Chemiker als bedeutende Stimme der deutschen und arabischen Literatur. Der mit 7.500 Euro dotierte Heinemann-Preis der NRW-Landesregierung wird Schami am 23. November in Köln verliehen.

Netflix zeigt Bruce Springsteens Broadway-Show

Ab 15. Dezember weltweit im Netz

Der Streamingdienst Netflix wird eine Vorstellung der Broadway-Show von Bruce Springsteen zeigen. Am 15. Dezember werde man "Springsteen On Broadway" weltweit ins Programm nehmen, kündigte das US-Unternehmen an. Nach 236 ausverkauften Ausstellungen will Springsteen die Show an diesem Tag zum letzten Mal im Walter Kerr Theatre in New York aufführen. Laut Netflix ist die Performance an Springsteens Memoiren "Born To Run" angelehnt. Der Musiker spielt einige seiner berühmtesten Songs wie "Dancing In The Dark", erzählt Anekdoten und wird musikalisch von seiner Frau Patti Scialfa unterstützt.

Boom scheinwissenschaftlicher Verlage

Wissenschaftliche Qualitätssicherung ist nicht gegeben

Mehr als 5000 deutsche Wissenschaftler haben in scheinwissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Das ergaben Recherchen von NDR, WDR und dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung". Die Forscher veröffentlichten häufig mit öffentlichen Geldern finanzierte Beiträge in wertlosen Online-Fachzeitschriften pseudowissenschaftlicher Verlage. Darin würden grundlegende Regeln der wissenschaftlichen Qualitätssicherung nicht beachtet. Weltweit sind den Recherchen zufolge 400.000 Forscherinnen und Forscher betroffen. Zwar sei das Problem seit Jahren bekannt, weite sich aber in jüngster Zeit massiv aus. Weltweit habe sich die Zahl solcher Publikationen seit 2013 verdreifacht, in Deutschland sogar verfünffacht.

"First Man" eröffnet Filmfestival Venedig

Filmfestspiele beginnen am 29. August

Das Weltraumdrama "First Man - Aufbruch zum Mond" des Regisseurs Damien Chazelle eröffnet die 75. Internationalen Filmfestspiele Venedig. Das berichten das Magazin "Variety" und der "Hollywood Reporter". In dem Biopic über die legendäre Weltraummission spielt Ryan Gosling den Astronauten Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat. Der Oscar-prämierte "La La Land"-Regisseur Chazelle drehte nach einem Skript von Josh Singer, der auch die Vorlage für den Film "Spotlight" lieferte. Claire Foy spielt Armstrongs Ehefrau Janet. Das Festival läuft bis zum 8. September. "First Man" soll am 11. Oktober in den deutschen Kinos anlaufen.

"Piano Man" Billy Joel spielt 100. Konzert im Madison Square Garden

Kein anderer Künstler spielte so oft in der berühmten Halle

US-Sänger Billy Joel (69) hat das 100.Konzert seiner Karriere im New Yorker Madison Square Garden gegeben, Stargast des Abends war sein ein Jahr jüngerer Kollege Bruce Springsteen. Während des rund zweieinhalbstündigen Konzerts ließ Joel neben seinen größten Hits wie "Piano Man"", "Uptown Girl" und "We Didn't Start the Fire" dem Publikum auch mehrfach die Wahl zwischen zwei unbekannteren Songs. Springsteen war für drei Lieder mit auf der Bühne und wurde in der wie stets ausverkauften Halle frenetisch gefeiert. Der in der New Yorker Bronx geborene Joel trat 1978 erstmals in der berühmten Arena auf und gibt dort seit Januar 2014 jeden Monat ein Konzert. Für die Shows sind laut Veranstalter mehr als zwei Millionen Tickets verkauft worden.

CSU will Demonstrationsverbot für Theater

130 Institutionen wollen gegen CSU-Flüchtlingspolitik demonstrieren

Die Münchner Stadtrats-CSU will den Kammerspielen und dem Volkstheater verbieten, gegen die Christsozialen zu demonstrieren. Die beiden Theater hätten die Neutralitätspflicht für städtische Einrichtungen verletzt, sagte der zweite Bürgermeister Schmid. In einem Antrag forderte die Fraktion Oberbürgermeister Reiter von der SPD zu "dienstaufsichtsrechtlichen Maßnahmen" gegen die von der Stadt finanzierten Theater auf. Die Kulturszene hat die Verbotsforderung scharf kritisiert. Das staatliche Residenztheater erklärte auf Twitter seine Solidarität mit beiden Häusern. Der Münchner Kulturreferent Küppers sagte, sie würden sich all denen entgegenstellen, die sich mit populistischer Stimmungsmache von demokratischen, kulturellen und moralischen Grundwerten unserer Gesellschaft verabschieden. Die Kammerspiele und das Volkstheater hatten - gemeinsam mit rund 130 anderen Organisationen - für Sonntag zur Demonstration "Ausgehetzt" aufgerufen, die sich auch gegen die Flüchtlingspolitik der CSU richtet.

Aus für Siemens-Hauptstadtrepräsentanz in Magnushaus

Kein Neubau im denkmalgeschützten Haus

Siemens kann seine Hauptstadtrepräsentanz nach langem politischen Streit nun doch nicht in einem denkmalgeschützten Haus an der Museumsinsel bauen. Nach Angaben von Kultursenator Lederer und Bezirksstadtrat Gothe ist die Verlängerung eines positiven Vorbescheids von 2015 versagt worden. Siemens hatte im Garten Magnushauses einen Neubau für seine Berlin-Repräsentanz errichten wollen. Mit Unterstützung des damaligen Regierenden Bürgermeisters Wowereit und des damaligen Stadtentwicklungssenators Müller wurde das Projekt 2015 gegen das Veto der Denkmalschützer genehmigt. Das Haus gilt als einer der letzten barocken Stadtpaläste in Alt-Berlin. Lederer und Gothe erklärten, dass sie höchst erfreut seien, dass das Zuwarten von Siemens jetzt eine Neubeurteilung des Vorhabens ermöglichte. Lederer betonte, Berlin werde Siemens weiter mit Rat und Tat bei der Suche nach einer geeigneten Repräsentanz behilflich sein.

Iris Berben ruft zu Protesten gegen AfD auf

Widerstand sollte nicht nur von Intellektuellen und Künstlern kommen

Die Schauspielerin Iris Berben ruft zu Protesten gegen die AfD auf. Unsere Gesellschaft kippe gerade, sagte die 67-Jährige der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Man müsse etwas dagegensetzen, wenn man sehe, wie fahrlässig die AfD mit unserer Geschichtsschreibung umgehe. Deshalb wünsche sich die Schauspielerin lautere Proteste, nicht nur von Intellektuellen und Künstlern. Berben ist Präsidentin der Deutschen Filmakademie und gehört zu den prominenten Unterstützern der SPD. Die Sozialdemokraten sieht sie mit gemischten Gefühlen. Leider habe es die SPD, wie die anderen Parteien, nicht geschafft, gerade den verunsicherten Leuten das Gefühl von Schutz zu geben. Sie sei von der Partei enttäuscht. Langsam fingen die Leute sogar an, an der Demokratie zu zweifeln, so Berben weiter.

Russischer Starregisseur bleibt weiter im Hausarrest

Arrest für Kirill Serebrennikow verlängert

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow bleibt für mindestens einen weiteren Monat im Hausarrest. Der Arrest werde bis 22. August verlängert, urteilte ein Moskauer Gericht der Agentur Tass zufolge. Der auch in Deutschland bekannte Künstler ist dann bereits genau ein Jahr beinahe vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Der Leiter des renommierten Moskauer Gogol-Theaters war bei Dreharbeiten im vergangenen Sommer festgenommen worden. Ihm werden Unterschlagung von Fördergeldern in der Höhe von 133 Millionen Rubel (rund 2 Millionen Euro) vorgeworfen. Der 48-Jährige bestreitet dies. Unterstützer sprechen vom Versuch, die russische Kunstszene durch den Prozess einschüchtern zu wollen.

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