Seit 17:05 Uhr Studio 9

Montag, 18.02.2019
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.06.2011

"Hangover 2"

Die Hollywoodkomödie geht in die zweite Runde

Von Jörg Taszman

Podcast abonnieren
Gruppenbild mit Dame: Die Crew von "Hangover 2" (picture alliance / dpa (Jörg Carstensen))
Gruppenbild mit Dame: Die Crew von "Hangover 2" (picture alliance / dpa (Jörg Carstensen))

Im vorletzten Sommer strömte das Kinopublikum in die Männerkomödie "Hangover". Wie üblich für große und erfolgreiche Hollywoodproduktionen gibt es einen zweiten Teil, der nach gleichem Muster produziert wird. Nur dieses Mal schlagen sich die vier Freunde durch Bangkok.

Als vor zwei Jahren mitten im Sommerloch die schräge, wunderbar derbe und leicht obszöne Männerkomödie "Hangover" zum Überraschungshit wurde, sah man endlich einmal wieder eine brüllend komische Hollywoodproduktion. Die Story um einen Bräutigam in spe, dessen Junggesellenabschied völlig ausartet, klang zunächst banal.

Der Reiz und dramaturgische Kick bestand darin, dass die vier Freunde unter einem völligen Filmriss litten, sich in einer misslichen Lange befanden und nicht mehr wussten, wie sie da hineingeschlittert waren. Drogen, Sex und Kindesentführung schufen eine enthemmte anarchische Klamotte.

Alles was bei "Hangover" so angenehm überraschte und so erfrischend unterhielt, wird im 2.Teil hollywoodüblich am Reißbrett reproduziert. Nur diesmal sind unsere vier Freunde in Bangkok, entführen einen schweigsamen Mönch und statt einem Tiger, spielt diesmal ein Affe als Drogenkurier eine wichtige Rolle.

Und wie immer wenn ein Sequel nur als Gelddruckmaschine fungiert, leiden der Film und der Zuschauer. Lieblos, öde und langweilig wird "Hangover 2" so zum überflüssigsten Film des Jahres. In den USA rennt das Publikum trotzdem in Scharen in diese uninspirierte Fortsetzung. Allein in den ersten vier Tagen spielte Hangover 2 über 100 Millionen Dollar ein. Fazit:Hollywood hat gewonnen und ein Kultfilm verloren.

USA 2011, Regie: Todd Philips, Hauptdarsteller: Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis, Liam Neeson, Justin Bartha, Ken Jeong, Juliette Lewis, Todd Phillips, Mike Tyson, ab 12 Jahre


Website zur Filmpremiere von "Hangover 2"

Mehr bei deutschlandradio.de

Externe Links:


Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsEin Trauerfall, ein Land, ein Ruck
Bruno Ganz  (picture alliance / dpa / Foto: Ettore Ferrari)

Der Schauspieler Bruno Ganz war einer der Großen seiner Zunft. Kein Feuilleton, das ihn heute nicht würdigt. Ganz sei kein Verführungs-, sondern ein Vorführkünstler gewesen, schreibt die "FAZ". Und die "SZ" sieht ihn ihm einen Halbgott.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 11Von Vielfalt und Verstärkung
Ein Darsteller des Musicals "Miss Saigon" mit einem angeklebten kleinen Stirnmikrofon steht am 25.01.2019 in Köln bei einem Fototermin auf der Bühne. (imago / Horst Galuschka)

Wer spricht wie auf deutschen Bühnen? Es gibt zwar immer mehr Schauspieler*innen mit angeklebten Mikrofonen, aber noch zu wenige aus benachteiligten Gruppen. Um Diversity und Mikroports geht es in Folge #11 des Theaterpodcasts.Mehr

Folge 10Wachgerüttelt, durchgeschüttelt
Eine Frau hat sich einen #MeToo-Schriftzug auf den Unterarm geschrieben. (imago stock&people)

Was bleibt im Rückblick auf die Debatten dieses Theaterjahres? #MeToo, ganz klar. Über Gleichstellung sprechen Susanne Burkhardt und Elena Philipp mit France-Elena Damian vom Verein Pro Quote Bühne und diskutieren darüber, ob Theatermacher mit rechten Ideologen reden sollten.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur