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Kulturnachrichten

Montag, 3. September 2018

Handyverbot an französischen Schulen

Maßnahme soll Konzentration verbessern und zu mehr realen Kontakten führen

In Frankreichs Schulen sind ab Montag Mobiltelefone für Schüler nicht mehr erlaubt. Ein neues Gesetz verbietet Handys während des gesamten Schultages in Grund- und Mittelschulen. Kinder, die Geräte mitbringen, müssen diese ausschalten und einschließen. Andernfalls dürfen die Telefone von Lehrern eingezogen werden. Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer sagte, das Gesetz solle den Schülern helfen, sich auf den Unterricht zu konzentrieren und außerdem weniger in Sozialen Medien zu agieren und dafür mehr reale Kontakte zu knüpfen. Auch wolle man damit damit Online-Mobbing bekämpfen, Diebstählen vorbeugen und Gewalt an Schulen verhindern. Höhere Schulen können sich diesen Regeln freiwillig anschließen. Ein Handyverbot für Schüler in Deutschland gibt es bisher nur in Bayern.

Rockkonzert in Chemnitz gegen rechte Gewalt

Circa 65.000 Menschen kamen, um ein Zeichen gegen Hass zu setzen

Mit einem Konzerts in Chemnitz gegen Rechts haben mehrere Musiker Flagge gegen Hass, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit gezeigt. Unter dem Motto "#wir sind mehr" traten Bands wie die Toten Hosen, Kraftklub, Feine Sahne Fischfilet, Marteria & Casper und K.I.Z auf. Sie reagierten damit auf die Ausschreitungen und Demonstrationen in der sächsischen Stadt von Rechten und Neonazis, die sich gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gerichtet hatten. Der Eintritt zum Konzert war frei. Mehr Zivilcourage gegen Rechte Gewalt hatte Außenminister Heiko Maas am Wochenende gefordert. Die Bürger sollten sich mehr für Demokratie und gegen Rassismus einsetzen: "Es hat sich in unserer Gesellschaft leider eine Bequemlichkeit breit gemacht, die wir überwinden müssen. Da müssen wir dann auch mal vom Sofa hochkommen und den Mund aufmachen." Das Konzert in Chemnitz fand auf einem großen Parkplatz zwischen Hauptbahnhof, Marx-Denkmal und Rathaus statt. Die Stadt schätzt die Zahl der Teilnehmenden auf 65.000.

Unesco bietet Hilfe nach Museums-Brand in Rio an

UN-Kulturorganisation beklagt den Verlust eines "unschätzbaren Kulturerbes"

Nach dem verheerenden Brand im Nationalmuseum von Brasilien hat die Unesco Hilfe angeboten. Die UN-Kulturorganisation könne den Behörden ihre Expertise anbieten, insbesondere beim Schutz und bei der Bewahrung des kulturellen Erbes. Das teilte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay in Paris mit. Sie beklagte den Verlust eines "unschätzbaren Kulturerbes für die gesamte Menschheit". Ein Großbrand hatte weite Teile des Nationalmuseums in Rio zerstört, 200 Jahre Geschichte wurden ein Raub der Flammen. Das Museum galt mit seiner geologischen, botanischen, paläontologischen und archäologischen Sammlung als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas.

"Stolpersteine" künftig auch in München geplant

Projekt erinnert an Opfer des NS Regimes

Der Verein "Bürgerbegehren für Stolpersteine" will mit einer Unterschriftensammlung erreichen, dass auch in München mit sogenannten "Stolpersteinen" an Opfer des NS-Regimes erinnert wird. Stolpersteine seien eine glänzende Idee, um der massenhaften Ermordung von Menschen im NS-Regime auch eine massenhafte Erinnerung entgegen zu setzen, sagte Hildebrecht Braun, früherer FDP-Bundestagsabgeordneter und Vereinsmitglied. Die Stadt München hatte die Teilnahme an der Aktion des Künstlers Günter Demnig 2005 und 2015 abgelehnt. Anfang des Jahres wurde ein eigenes Konzept für sogenannte "Erinnerungszeichen" vorgestellt. "Stolpersteine" sind im Boden verlegte kleine Gedenktafeln mit eingravierten Namen von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Rund 53000 dieser Erinnerungssymbole gibt es in Deutschland in mehr als 1000 Städten und Gemeinden.

Großbrand in Brasiliens Nationalmuseum unter Kontrolle

Rios Bürgermeister ruft zu Wiederaufbau auf

Der Brand im brasilianischen Nationalmuseum Museu Nacional do Brasil in Rio de Janeiro ist unter Kontrolle. Das Feuer griff auf fast alle Teile des historischen Gebäudes über, wie das brasilianische Portal "O Globo" berichtete. Die Sammlung des Museums umfasste rund 20 Millionen Exponate mit Artefakten aus Ägypten, griechisch-römische Kunst und einige der ersten in Brasilien entdeckten Fossilien. Das Museum galt als eines der wichtigsten Südamerikas. Brasiliens Präsident Michel Temer betrauerte, dass zweihundert Jahre Arbeit und Wissen verloren seien. Museums-Vizedirektor Luiz Fernando Dias Duarte sagte, dass das Museum allerdings nie angemessen unterstützt worden und chronisch unterfinanziert gewesen sei. Jetzt wolle jeder seine Unterstützung bekunden. Rios Bürgermeister rief das gesamte Land zum Wiederaufbau des Museums auf. "Es ist eine nationale Verpflichtung, es aus der Asche wiederaufzubauen, jedes unsterbliche Detail in Bildern und Fotografien wiederherzustellen. Auch wenn es sich nicht um Originale handelt, sie erinnern uns an die Unabhängigkeit und die erste Verfassung und die nationale Einheit."

Kulturrat fordert dauerhafte Finanzierung von Kultur

Dauerhafte Unterstützung für Kultureinrichtungen sichere gesellschaftliche Teilnahme

Für eine langfristige Finanzierung für die Kultur auf dem Land im Osten Deutschlands setzt sich der Geschäftsführers des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, ein. "Kultur ist eine dauerhafte Daseinsfürsorge wie Wasser- und Stromversorgung oder der Straßenverkehr", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade vor dem Hintergrund rechter Tendenzen gelte es, kulturelle Infrastruktur und Bildung in den Regionen zu erhalten. Kulturhaus, Bücherei oder Gesangsverein hätten eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und seien oft auch Ausdruck, wie Bürger Verantwortung für ihr Umfeld übernähmen. Es gebe aktuell eine positive politische Grundstimmung für diese Kulturförderung, nur das entsprechende Handeln fehle, stellte er mit Verweis auf das neue Heimatministerium fest. Es gehe nicht um neue Theater oder Museen in Ostdeutschland, sondern um die Förderung der Infrastruktur statt einer zeitlich begrenzten Projektförderung. Dazu gehöre auch die Mobilität, um die Menschen zur Kultur zu bringen. Zudem müsse bürgerschaftliche Engagement besser honoriert werden, denn sonst seien Land und die Kultur in Gefahr.

Journalisten in Myanmar zu Haftstrafen verurteilt

Reuters-Mitarbeiter hatten zu Massaker an Rohingya recherchiert

In Myanmar sind zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Reuters-Chefredakteur Stephen J. Adler sprach von einem "traurigen Tag für die Pressefreiheit in Myanmar, für seine Kollegen Wa Lone und Kyaw Soe Oo und für die Presse überall". Zugleich forderte er die Regierung auf, den Richterspruch zu korrigieren. Die beiden 32 und 28 Jahre alten Reporter stammen selbst aus Myanmar und hatten zu einem Massaker an Angehörigen der muslimischen Rohingya-Minderheit recherchiert. Nach Auffassung des Gerichts hatten sie sich dazu geheime staatliche Dokumente beschafft. Die Journalisten bestritten dies. Kritiker werfen der Regierung in Myanmar vor, die Pressefreiheit zu missachten. Die Vereinten Nationen und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderten die sofortige Freilassung der beiden Männer. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini fordert die Freilassung der zwei Journalisten. Die Gerichtsentscheidung schwäche die Freiheit der Medien und das Recht der Öffentlichkeit auf Informationen.

Hans Beimer stirbt Serientod in der "Lindenstraße"

Nach mehr als 30 Jahren gibt Joachim H. Luger seine Rolle auf

Hans Beimer, eine der Hauptfiguren der ARD-"Lindenstraße", ist am Sonntagabend in der 1.685. Folge den Serientod gestorben. In einer Schutzhütte im Wald sackte Hans zusammen - neben sich in friedlicher Eintracht die beiden Frauen, die ihn sein Serienleben lang begleitet hatten und stets Rivalinnen blieben: Ex-Gattin Helga (gespielt von Marie-Luise Marjan) und seine zweite Ehefrau Anna (Irene Fischer). Für zusätzliche dramatische Untermalung sorgte das WDR-Funkhausorchester, das die Filmmusik live einspielte. Das Ereignis war bereits vor einigen Wochen angekündigt worden, weil Darsteller Joachim H. Luger die "Lindenstraße" verlassen wollte. Der 74-Jährige will mehr Zeit für das Theaterspielen und seine Familie haben. Er war seit der ersten Folge dabei und gehörte zu den prägenden Gesichtern der seit 1985 produzierten ARD-Serie. "Als ich erfuhr, dass er aussteigen will, war das ein Schock für mich, es kam so plötzlich", sagte Marie-Luise Marjan der Nachrichtenagentur dpa.

Elbphilharmonie: Saisoneröffnung mit Joyce DiDonato

Zu hören waren ausschließlich Werke des französischen Komponisten Hector Berlioz

Mit einem umjubelten Konzert des Orchestre Révolutionnaire et Romantique unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner ist die Hamburger Elbphilharmonie am Sonntagabend in die neue Saison gestartet. Auf dem Programm standen ausschließlich Werke des französischen Komponisten Hector Berlioz (1803-1869), darunter seine bahnbrechende "Symphonie fantastique". Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Auftritt der US-amerikanischen Mezzosopranistin Joyce DiDonato, die in die Rollen der Kleopatra und der Dido schlüpfte. Im Rahmen des kostenlosen Konzertkinos wurde das Konzert live auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie übertragen.

Israelisches Radio spielt Wagners "Götterdämmerung"

Und entschuldigt sich daraufhin in aller Form

Ein Klassiksender hat Ausschnitte aus Richard Wagners Oper "Götterdämmerung" gespielt und sich daraufhin in aller Form bei seinen Hörern entschuldigt. Eine Sprecherin des Medienunternehmens Kan verwies am Sonntag auf den "Schmerz, den eine solche Ausstrahlung bei den Holocaust-Überlebenden unter unseren Hörern auslösen könnte". Der zuständige Musikredakteur habe eine falsche künstlerische Entscheidung getroffen", für die sich der Sender entschuldige. Die Musik des deutschen Komponisten ist in der israelischen Öffentlichkeit weitgehend tabu, weil seine Werke durch antisemitische Rhetorik geprägt sind. Kritiker sehen Wagner, der als Adolfs Hitlers Lieblingskomponist galt, als einen der Wegbereiter des Nationalsozialismus. In Israel ist die Aufführung seiner Musik zwar nicht verboten, Musiker und Sender verzichten aber in der Regel darauf. Die Sendersprecherin sagte, die Ausstrahlung der "Götterdämmerung" habe gegen interne Richtlinien verstoßen, denen zufolge Wagner nicht öffentlich gespielt werden solle.

Poschmann wird mit Klopstock-Preis geehrt

Ihr Roman "Die Kieferninseln" wird ausgezeichnet

Die Autorin Marion Poschmann wird am Montag mit dem Klopstock-Preis für neue Literatur ausgezeichnet. Sie erhält die höchste Literaturauszeichnung des Landes Sachsen-Anhalt für ihren Roman "Die Kieferninseln". Überreicht wird der mit 12.000 Euro dotierte Preis von Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra. Die 1969 in Essen geborene und bereits mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin lebt heute in Berlin. Sachsen-Anhalt verleiht seit 1996 jährlich einen Literaturpreis.

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