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Fazit / Archiv | Beitrag vom 15.06.2019

"Hamlet" am Schauspiel BochumEin einsamer Mensch auf Sinnsuche

Christoph Ohrem im Gespräch mit Marietta Schwarz

Eine junge Frau steht traurig vor einem abstrakten Hintergrund auf einer Theaterbühne. Vor ihr liegt eine metallisch schimmernde Kugel. (JU Bochum)
Sandra Hüller als Hamlet in der Regie von Johan Simons am Schauspielhaus Bochum. (JU Bochum)

Sandra Hüller in der Titelrolle von Shakespeares "Hamlet" in Bochum versprach schon allein durch die Besetzung eine ungewöhnliche Inszenierung. Unser Theaterkritiker Christoph Ohrem hat einen sehr starken Abend mit Standing Ovations erlebt.

Der Regisseur Johan Simons habe in der Inszenierung des "Hamlet" am Schauspielhaus Bochum einen ungewöhnlichen Zugriff gewählt, sagt unser Kritiker Christoph Ohrem. "Er beschränkt sich in einer strengen, kurzen Textfassung darauf, die Isolation Hamlets zu zeigen. Er ist durch den Auftrag, seinen Vater zu rächen, ein einsamer Mensch geworden, der sich auf die Sinnsuche begibt." 

Ein älterer und ein junger Mann stehen am Rande einer Theaterbühne und schauen auf Abbilder ihrer selbst, die sich verzerrt von einer in der Mitte des Raumes hängenden Metallplatte widerspiegeln. (JU Bochum)Bernd Rademacher (li.) als Polonius und Dominik Dos-Reis als Laertes in "Hamlet" in der Regie von Johan Simons am Schauspielhaus Bochum. (JU Bochum)

Der Abend sei dadurch gekennzeichnet, dass er eine Befragung des Theaters als solches darstelle. Das betreffe sowohl die verschiedenen Ebenen der Inszenierung, als auch die Schauspielsituation, sagt Ohrem. Die Hauptdarstellerin Sandra Hüller gebe ihrem Hamlet etwas sehr Zurückgenommenes. "Sie spielt die Wechsel zwischen dem Lauten und Wahnsinnigen und dem Ruhigen sehr präzise und berührend. Das ist ein Fest, sich das anzuschauen. Ein sehr starker Abend, der auch berechtigt mit Standing Ovations gefeiert wurde." 

(rja)

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