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Kulturnachrichten

Sonntag, 5. Juli 2015

90 000 Weltmusikfans in Rudolstadt

Klänge von 150 Bands und Solisten aus 33 Ländern

Bei tropischer Hitze haben rund 90 000 Weltmusikfans das 25. Tanz- und Folkfest (TFF) im thüringischen Rudolstadt gefeiert. Die Veranstalter zogen zum Abschluss der Jubiläumsausgabe des Festivals für Folk und Weltmusik eine positive Bilanz. Die Dauerkarten aus dem Vorverkauf und auch die Tagestickets seien ausverkauft gewesen. Die Musiker und Musikerinnen aus aller Welt spielten auf 20 Bühnen. Das Spektrum reichte von A-cappella-Gesängen über Fado-Klänge und Jazz bis hin zu traditionellen Tänzen der Skandinavier und Kirchengesang. Der Weltmusikpreis "Ruth" ging in diesem Jahr an Eurasians Unity, ein Musikprojekt, das Künstlerinnen aus sechs Ländern vereint. Der Liedermacher und Schriftsteller Funny van Dannen wurde mit dem Ruth-Sonderpreis für seine "liebevoll durchgeknallten und lakonisch vorgetragenen Songs" geehrt.

Hamburger Speicherstadt wird Weltkulturerbe

Das entschied das zuständige Komitee der Unesco auf seiner Tagung in Bonn.

Zur Begründung hieß es, die Speicherstadt und das angrenzende Kontorhausviertel symbolisierten auf einzigartige Weise die Folgen des rasanten internationalen Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Hamburger Speicherstadt mit ihren siebenstöckigen Ziegelbauten wurde zwischen 1885 und 1927 zur Lagerung hochwertiger Importgüter im Hafen errichtet. Sie besteht aus 15 Lagerhäusern und einer Reihe von Einzelbauten. Das vorwiegend in den 1920er und 1930er Jahren entstandene Kontorhausviertel mit dem berühmten Chile-Haus war das erste reine Büroviertel auf dem europäischen Kontinent. Hamburgs Erster Bürgermeister, Scholz (SPD), sagte, die Stadt sei sich der großen Ehre bewusst und nehme gern die Verantwortung für den Schutz dieses Erbes wahr. Deutschland hat damit 40 Welterbestätten. Dazu zählen unter anderem der Kölner Dom, der Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen und grenzübergreifend das Wattenmeer. Der Naumburger Dom wurde nicht in die Welterbeliste aufgenommen, erhält aber eine zweite Chance. Das Komitee rief dazu auf, den Antrag zu überarbeiten und neu einzureichen.

Nora Gomringer erhält Bachmann-Preis

Auszeichnung für den Text "Recherche"

Die Jury im österreichischen Klagenfurt zeichnete die in Neunkirchen an der Saar geborene Schriftstellerin für einen Text über ein tragischen Vorfall aus. Er handelt von einer Autorin, die in einem Hochhaus Bewohner zum Tod eines 13-Jährigen befragt, der von einem Balkon im fünften Stock gestürzt ist. Der Preis, um den sich 14 Autorinnen und Autoren bemüht hatten, ist mit 25.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr hatte der in Wien lebende Künstler Tex-Rubinowitz den Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten.

CSD-Parade für Akzeptanz sexueller Orientierungen

Conchita Wurst hat Kundgebung in Köln eröffnet

Am Mittag setzte sich die Parade zum Christopher-Street-Day in Bewegung. 137 Gruppen mit bunten und schrillen Kostümen zogen über den Rhein durch die Kölner Innenstadt - nach Angaben der Veranstalter so viele wie noch nie. Sie demonstrierten für die rechtliche Gleichstellung und die gesellschaftliche Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bi-, Inter- und Transsexuellen sowie Transgendern. In diesem Jahr stand die CSD-Demonstration unter dem Motto "Vielfalt: lehren, lernen, leben". Die Veranstalter wollten damit auf das Thema Homo- und Transphobie in Schule und Ausbildung aufmerksam machen.

Filmfest München ehrt portugiesischen Beitrag

"Pferdegeld" ist bester ausländischer Film

Die portugiesische Produktion "Pferdegeld" ist zum Abschluss des Filmfests München als bester ausländischer Film ausgezeichnet worden. Die Jury erklärte, Regisseur Pedro Costas Filmkunst sei "mutig, unbeirrbar und mitreißend". Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Den CineVision Award für den besten internationalen Nachwuchsfilm erhielt die kanadische Produktion "Sleeping Giant". Regisseur Andrew Cividino schildert darin die Freundschaft dreier Cousins, die eine Tragödie heraufbeschwört. Den Publikumspreis des Radiosenders Bayern 3 und der "Süddeutschen Zeitung" sicherten sich Moritz Springer und Marcel Seehuber für ihre Dokumentation "Projekt A" über anarchistische Projekte in Griechenland, Spanien oder Deutschland.

Dostojewski im All

Besatzung der Internationalen Raumstation wird mit Filmen versorgt.

Zwei Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS waren zuletzt gescheitert, der dritte Versuch war erfolgreich. Ein russischer Raumfrachter vom Typ "Progress" dockte an der ISS an und versorgte die Besatzung mit Nahrung und Ausrüstung. Mit an Bord sei auch ein USB-Stick mit Spielfilmen, teilte die russische Weltraumbehörde Roskosmos mit. Auf Wunsch der Kosmonauten seien darauf Verfilmungen der Dostojewski-Romane "Schuld und Sühne" und "Die Brüder Karamasow" gespeichert, sowie ein Entspannungsvideo mit Naturaufnahmen. Zur Besatzung der ISS zählen zur Zeit zwei russische Kosmonauten und ein US-Amerikaner.

Studie: Viele DDR-Bürger halfen Stasi beim Spitzeln

Betroffen waren so gut wie alle Lebensbereiche

Nicht nur die Stasi und ihre inoffiziellen Mitarbeiter, sondern auch zahlreiche weitere Bürger der DDR haben nach neuen Erkenntnissen dabei mitgeholfen, ihre Nachbarn oder Kollegen zu bespitzeln. Das berichtet das Magazin "Spiegel" unter Berufung auf die Auswertung von Tonbandmitschnitten der Volkspolizei und weiterer Quellen durch Historiker. Betroffen gewesen seien so gut wie alle Lebensbereiche. "Jeder, der einen halbwegs verantwortungsvollen Posten hatte, verfasste Berichte für übergeordnete Stellen", sagte die Greifswalder Historikerin Hedwig Richter dem "Spiegel". Viele dieser denunziatorischen Berichte seien in den Archiven erhalten geblieben. Richter sprach von einer "fulminanten Rapportmaschinerie", an der sich breite Teile der DDR-Bevölkerung beteiligt hätten, ohne direkt bei der Stasi mitzuarbeiten. Besonders häufig meldeten DDR-Bürger demnach geplante Republikfluchten. Themen waren laut "Spiegel" aber auch Devisenschmuggel, auffälliger Alkoholkonsum und außereheliche Liebesbeziehungen.

Team der "heute-show" ausgezeichnet

Sendung erhält Preis für Einsatz gegen Homophobie

Das Schwule Netzwerk NRW und die Aids Hilfe NRW haben in Köln die Satiresendung "heute-show" ausgezeichnet. "Die Kompassnadel" ehre den Einsatz des Leiters der ZDF-Kabarett- und Comedy-Redaktion, Stephan Denzer, und dessen Team für ihr konsequentes Eintreten für eine offene Gesellschaft, teilte die Aids Hilfe mit. Die "heute-show" entlarve mit ihrem Format homo- und transphobe Haltungen in Politik und Gesellschaft stets subversiv wie publikumswirksam. Die Auszeichnung fand im Rahmen des Christopher Street Day in Köln statt.

Kritik an Pressefeindlichkeit von Heckler & Koch

Negativpreis Verschlossene Auster verliehen

Die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche hat die Rüstungsfirma Heckler & Koch mit der Verschlossenen Auster 2015 ausgezeichnet und damit auf Versuche des Unternehmens zur Unterbindung kritischer Berichterstattung hingewiesen. Das Netzwerk prangerte in Hamburg den "wohl bislang einzigartigen Umgang eines Unternehmens mit negativer Berichterstattung" an.
Vertreter von Heckler & Koch seien beim Präsidenten des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) vorstellig geworden, nachdem Medien wochenlang auch auf Grundlage vertraulicher Unterlagen kritisch über das Unternehmen und die Schwächen des Sturmgewehrs G36 berichtet hatten. Das Unternehmen habe eine Einladung und die Möglichkeit zu einer Gegenrede bei der Netzwerk-Jahreskonferenz in Hamburg abgelehnt. Heckler & Koch habe sich gegen den Vorwurf, Journalisten durch den MAD ausspähen lassen zu wollen, stets gewehrt, den Kontakt zum Geheimdienst aber nicht bestritten. Der Negativpreis Verschlossene Auster wurde in diesem Jahr zum 14. Mal verliehen.

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