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Freitag, 07.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. Februar 2020

Hamburg hält an Plácido Domingo fest

Die Hamburger Staatsoper will trotz wachsender Kritik weiter mit Opernstar Plácido Domingo zusammenarbeiten und an seinen im März geplanten Auftritten festhalten. Am Dienstag hatte der Spanier sexuelles Fehlverhalten gegenüber Frauen eingeräumt – nachdem er die Vorwürfe monatelang geleugnet hatte. Man sei irritiert über diese neuen Entwicklungen und nehme die Thematik sehr ernst, sagte ein Sprecher der Staatsoper. Das Haus werde sich auch mit anderen Institutionen austauschen und danach an die Öffentlichkeit treten. Zuvor hatte eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler die Vorwürfe zahlreicher Sängerinnen bestätigt. Im Heimatland von Plácido Domingo wurden inzwischen erstmals Auftritte abgesagt.

Berliner Käthe-Kollwitz-Museum zieht um

Das Berliner Käthe-Kollwitz-Museum bekommt eine neue Bleibe. Das öffentlich geförderte Museum in privater Trägerschaft wird vom Jahr 2022 an im Theaterbau des Schlosses Charlottenburg zu finden sein. Museumsdirektorin Josephine Gabler kann dann mit rund 1000 Quadratmetern auf deutlich mehr Ausstellungsfläche als bisher zurückgreifen. Gleichzeitig sollen sich die laufenden Kosten kaum erhöhen. Nach Umbauarbeiten soll von 2024 an das gesamte Obergeschoss des frühklassizistischen Gebäudes zur Verfügung stehen. Die Bildhauerin und Grafikerin Kollwitz lebte und arbeitete mehr als 50 Jahre in Berlin. Das nach ihr benannte Museum geht zurück auf die Sammlung des Galeristen Hans Pels-Leusden. Seit 1986 sitzt das Museum in einer Stadtvilla in Charlottenburg.

"The Voice"-Zweiter Ben Dolic fährt zum ESC

Der 22 Jahre alte Ben Dolic wird beim Eurovision Song Contest in Rotterdam für Deutschland antreten. Dort wird er das Lied "Violent Thing" singen, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) in Hamburg bekanntgab. Der Wahl-Berliner hatte 2018 bei der ProSieben-Musikshow "The Voice of Germany" den zweiten Platz belegt. Zwei Jurys aus Musikexperten und ESC-Fans hatten ihn ausgewählt. Der federführende NDR hatte sich in diesem Jahr gegen einen öffentlichen Vorentscheid durch die Fernsehzuschauer entschieden. Der deutsche Beitrag für den ESC wird heute Abend von Barbara Schöneberger in der Sendung "Unser Lied für Rotterdam" auf dem Sender One vorgestellt werden.

Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik an Christian Metz

Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik geht 2020 an den Frankfurter Literaturwissenschaftler und -kritiker Christian Metz. "Metz liest und bewertet Texte mit dem Ernst des gelehrten Experten, zugleich schreibt er darüber mit der stilistischen Brillanz und dem intellektuellen Witz des Feuilletonisten", teilte die Jury vom Magazin "Börsenblatt" in Frankfurt am Main mit. Metz schreibt als Literaturkritiker für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und für den Deutschlandfunk. Derzeit vertritt er die Professur für Deutsche Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts an der Frankfurter Goethe-Universität. Der Alfred-Kerr-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 12. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen.

Covid-19: Bob Geldorf sagt Magdeburger Rockgala ab

Eine für Freitag mit Bob Geldof als Hauptact geplante Rockgala in Magdeburg findet wegen des Coronavirus nicht statt. Die Künstleragentur des irischen Sängers habe kurzfristig abgesagt, teilten die Veranstalter mit. "Telefonisch teilte man uns mit, dass der Künstler aufgrund der Corona-Epidemie im Moment nicht reisen wird." Von China aus hat sich das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 mittlerweile auch in Europa ausgebreitet. Am stärksten betroffen von der Lungenkrankheit Covid-19 ist bislang Italien. In Deutschland steigt jedoch auch die Zahl der Infizierten.

Autorin Röggla erhält Literaturpreis "Wortmeldungen"

Die österreichische Autorin Kathrin Röggla erhält den mit 35.000 Euro dotierten Literaturpreis "Wortmeldungen" für kritische Kurztexte. Die Auszeichnung würdige insbesondere den Essay "Bauernkriegspanorama", teilte die Jury in Frankfurt mit. Darin zeichne Röggla klug und leidenschaftlich ein Bild der deutschen Gegenwart und thematisiere Rechtspopulismus, soziale Spaltung und Stadt-Land-Gefälle. Der Preis soll am 16. Mai in Frankfurt übergeben werden. Die in Berlin lebende Autorin Röggla schreibt Hörspiele, Prosa und Theaterstücke.

Polanski kommt nicht zur César-Verleihung

Die Verleihung des höchsten französischen Filmpreises César findet am Freitag ohne den Favoriten statt: Der mit Vergewaltigungs-Vorwürfen konfrontierte Regisseur Roman Polanski teiltze mit, er wolle der Zeremonie fernbleiben. Er begründete dies mit der "Lynchjustiz" durch Frauenrechtlerinnen. Sie haben neue Proteste gegen den französisch-polnischen Filmemacher angekündigt, der mit seinem neuen Film "Intrige" in zwölf Kategorien nominiert ist. Vor der Verleihung waren neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Regisseur öffentlich geworden.Der Streit um Polanski hatte die Akademie für den Filmpreis in eine Krise gestürzt –die Führung kündigte Mitte des Monats ihren kollektiven Rücktritt an.

"Goldene Kamera" für Iris Berben

Iris Berben erhält die "Goldene Kamera" als "Beste Schauspielerin". Die 69-Jährige begeistere ihr Publikum seit 1968 in den verschiedensten Rollen im Fernsehen, im Kino und auf Bühnen, erklärte die Essener Funke Mediengruppe am Donnerstag. "Ihre Rollenauswahl besticht durch Neugier, Mut, Provokation", hieß es in der Preisbegründung. Sie sei "eine der Wegbereiterinnen für starke, weibliche Hauptrollen". Die Verleihung der "Goldenen Kamera" findet am 21. März in Berlin statt und wird ab 20.15 Uhr live im ZDF übertragen. Bei der Gala werden besondere Leistungen im Bereich Film, Serie, Dokumentation, Musik und Schauspiel ausgezeichnet.

Sambaschule Viradouro gewinnt beim Karneval von Rio

Mit ihrer Parade zur Erinnerung an die Sklaverei in Brasilien haben die Tänzer der Schule Unidos do Viradouro den Wettbewerb der besten Sambaschulen beim Karneval in Rio de Janeiro gewonnen. 1997 hatte die Schule den Wettstreit schon einmal gewonnen. Ihre Parade beim diesjährigen Karneval in Rio de Janeiro hatten die Viradouro-Tänzer den schwarzen Frauen im Widerstand gegen die Sklaverei in Brasilien gewidmet. Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte es in Brasilien Sklaverei gegeben. Viele Paraden der Sambaschulen enthielten kritische Botschaften gegen den seit mehr als einem Jahr regierenden rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro.

Plácido Domingo sagt Auftritte in Madrid ab

Der wegen sexueller Übergriffe unter Druck geratene spanische Opernstar Plácido Domingo hat seine fünf Auftritte im Mai im Madrider Teatro Real abgesagt. Das teilte das Opernhaus mit. Mit seiner Entscheidung wollte Domingo möglicherweise einer Absage zuvorkommen. Das Teatro Real ließ erklärte, man habe "Null Toleranz gegenüber jeder Art von Belästigung und Missbrauch". Nach der Entschuldigung von Domingo an Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten, hatte die spanische Regierung am Mittwoch zwei Auftritte des Opernstars am Teatro de la Zarzuela in Madrid abgesagt. Auftritte im spanischen Úbeda sowie in mehreren europäischen Städten sagte der Sänger vorerst nicht ab.

"Fack Ju Göhte": Markenamt muss erneut entscheiden

Die Macher der erfolgreichen Filmreihe "Fack Ju Göhte" können nach jahrelangem Rechtsstreit doch noch auf die Zulassung des Filmtitels als Marke in der EU hoffen. Das EU-Markenamt müsse sich erneut mit der Markenanmeldung befassen, urteilte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. In ihrer vorherigen Entscheidung habe die EU-Behörde nicht ausreichend berücksichtigt, dass "Fack Ju Göhte" von der deutschsprachigen breiten Öffentlichkeit offenbar nicht als moralisch verwerflich wahrgenommen worden sei. Die Constantin Film GmbH wollte sich den Titel schon 2015 als Marke schützen lassen. Das EU-Markenamt EUIPO lehnte dies jedoch ab. Es argumentierte, der englische Ausdruck "fuck you" und somit das gesamte angemeldete Zeichen sei vulgär und Verbraucher könnten daran Anstoß nehmen.

Trumps Wahlkampfteam verklagt "New York Times"

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump hat Klage gegen die "New York Times" eingereicht - wegen eines Meinungsbeitrags zur Russland-Affäre des Präsidenten. Die Zeitung habe durch die Veröffentlichung des Textes im März 2019 "wissentlich falsche und verleumderische Äußerungen" verbreitet, heißt es in der Klageschrift. Kritiker werfen Trump einen Angriff auf die Pressefreiheit vor. In dem vor knapp einem Jahr erschienenen Beitrag des früheren Chefredakteurs der "New York Times", Max Frankel, ging es um mutmaßliche russische Wahlkampfhilfen für Trump während es Präsidentschaftswahlkampfs 2016.

Audiostreaming: Musikbranche steigert Umsatz

Wegen der rasant zulegenden Erlöse beim Audiostreaming hat die deutsche Musikindustrie ihre jahrelange Krise hinter sich gelassen. Nach den letzten beiden noch leicht rückläufigen Jahren erzielte die Branche 2019 ein Umsatzplus von 8,2 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro. Nach den Jahreszahlen 2019 des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) kommt Audiostreaming mittlerweile auf einen Anteil von 55,1 Prozent am Gesamtumsatz. Die klassischen Tonträger fallen weiter zurück. Die CD hatte 2019 noch 29 Prozent Marktanteil; Vinyl erreichte 4,9 Prozent Anteil.

Verfassungsgericht bestätigt Kopftuchverbot

Das Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen in Hessen stimmt nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts mit dem Grundgesetz überein. Wegen der weltanschaulich-religiösen Neutralität des Staates kann der Gesetzgeber das Tragen von Kopftüchern untersagen, wie aus dem veröffentlichten Beschluss des Zweiten Senats hervorgeht. Konkret ging es um eine Deutsch-Marokkanerin, die sich auf den Justizdienst im Land Hessen vorbereitete. Nach den dort geltenden Regelungen können Frauen grundsätzlich während ihrer Ausbildung ein Kopftuch tragen, nicht aber dann, wenn sie öffentlich Justiz und Staat repräsentieren. Sie dürfen also weder Verhandlungen von der Richterbank aus verfolgen und dürfen auch keine Beweise aufnehmen.

Spielberg gibt Regie von Indiana Jones 5 ab

Nach vier "Indiana Jones"-Filmen will Star-Regisseur Steven Spielberg den geplanten fünften Teil der Abenteuersaga offenbar einem Nachfolger überlassen. Das berichten die US-Branchenblätter "Hollywood Reporter" und "Variety". Spielberg werde aber weiter als Produzent von "Indiana Jones 5" mitwirken. Als möglicher neuer Regisseur sei James Mangold im Gespräch, hieß es. Der noch titellose fünfte Teil ist seit längerem geplant. 2018 hatten das Disney Studio und Lucasfilm einen Aufschub verkündet. Der Termin wurde vom Sommer in diesem Jahr auf Juli 2021 verschoben.

Entsetzen über "Holocaust-Karnevalsumzug" in Spanien

Die spanische Regierung hat empört auf einen den Holocaust verharmlosenden Karnevalsumzug in der Kleinstadt Campo de Criptana reagiert. Sie sei "entsetzt" über den Umzug, erklärte Außenministerin Arancha González Laya auf Twitter. "Ich lehne jede Banalisierung des Holocaust entschieden ab." Auf dem Karnevalsumzug in der Kleinstadt nahe Madrid waren Dutzende Menschen in voller Nazi-Montur aufgetreten. Andere trugen gestreifte KZ-Häftlingsanzüge und schwenkten die Israel-Flagge, wie auf Fotos bei Twitter zu sehen war. Ein Wagen war zudem wie eine Gaskammer gestaltet. Auch Kinder mit gelbem Davidstern nahmen an dem Umzug teil.

US-Bestsellerautor Clive Cussler gestorben

Der US-amerikanische Schriftsteller Clive Cussler ("Hebt die Titanic") ist tot. Er sei bereits am Montag in seinem Haus in Arizona gestorben, teilte sein Verlag Penguin Random House mit. Cussler wurde 88 Jahre alt. Seine Romane über den Unterwasserforscher Dirk Pitt verkauften sich millionenfach. 2005 wurde sein Roman "Sahara" mit Matthew McConaughey und Penelope Cruz in den Hauptrollen verfilmt. In den vergangenen Jahren arbeitete er mit anderen Autoren zusammen. Unter anderem brachte er mehrere Bücher mit seinem Sohn Dirk heraus.

Louvre sagt bulgarische Ausstellung ab

Der Pariser Louvre hat nach Protesten von bulgarischen Nationalisten und Kirchenvertretern eine Ausstellung über bulgarische Kunst abgesagt. Die ursprünglich für Juni geplante Werkschau in der Abteilung für islamische Kunst sollte Arbeiten zeigen, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert entstanden sind - einer Zeit, in der Bulgarien unter osmanischer Herrschaft stand. In Bulgarien wird der Islam oft mit dieser Periode verbunden, die als "osmanisches Joch" empfunden wurde. Bereits vor zwei Wochen hatte das bulgarische Kulturministerium den Louvre augefordert, die Ausstellung wegen der Reaktionen der Öffentlichkeit und der orthodoxen Kirche abzusagen.

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Fazit

Spanischer BürgerkriegDie Transformation einer Gedenkstätte
Blick auf das Tal der Gefallenen (Valle de los Caidos) nahe Madrid, der Gedenkstätte zu Ehren der Gefallenen der faschistischen Truppen Francos im Spanischen Bürgerkrieg (undatiertes Archivfoto). Diktator Franco hatte die Anlage als Monument seines Sieges über die spanische Republik von politischen Gefangenen in Zwangsarbeit errichten lassen. Er selbst wurde nach seinem Tod am 20.11.1975 in den größtenteils unterirdisch in den Fels gehauenen Räumlichkeiten beigesetzt.  (picture alliance / epa / efe)

Das Valle de los Caidos ist als Gedenkstätte für die Gefallenen des Spanischen Bürgerkriegs umstritten: Lange Zeit diente es vor allem dem Selbstbild des Diktators Franco. Das Projekt "Deep Space" will Besuchern des Ortes auch die dunkle Seite vor Augen führen.Mehr

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