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Kulturnachrichten

Freitag, 10. November 2017

Hamburg bekommt Ralph Giordano-Platz

Platz soll am Dienstag in Hamburg-Barmbek eingeweiht werden

Zu Ehren von Ralph Giordano (1923-2014) wird die Stadt Hamburg einen Platz nach dem Journalisten, Publizisten und Schriftsteller benennen. Die "Piazzetta-Ralph-Giordano" soll in unmittelbarer Nähe zum Barmbeker Bahnhof liegen, teilte die Kulturbehörde mit. In dem Hamburger Stadtteil Barmbek hatte Giordano seine Kindheit und Jugend verbracht. Da die Familie italienische und jüdische Wurzeln hatte, wurde sie während des Nationalsozialismus gedemütigt und verfolgt. Giordano selbst, seine beiden Brüder und seine Eltern überlebten in einem Keller, in dem sie sich über mehrere Monate verstecken mussten, als die Deportation der Mutter drohte. Giordano setzte sich in seinen publizistischen Werken vor allem mit dem Holocaust und dessen Folgen auseinander.

Könches wird Geschäftsführerin der ZERO-Stiftung

Die Kunsthistorikerin Barbara Könches übernimmt das Amt Anfang 2018

Die Kunsthistorikerin Barbara Könches wird neue Geschäftsführerin der Düsseldorfer ZERO foundation zur Erforschung der international bedeutenden Künstlergruppe. Könches werde das Amt Anfang 2018 übernehmen, teilte die Stiftung mit. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher. Könches leitet derzeit den Fachbereich "Visuelle Kunst" bei der Kunststiftung NRW. Zuvor verantwortete sie als Kuratorin im Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe verschiedene Projekte. Die ZERO foundation hatte sich im Mai von ihrem langjährigen Geschäftsführer Mattijs Visser getrennt. Er leitete die Stiftung seit der Gründung im Jahr 2008. Die von der Stadt Düsseldorf getragene ZERO foundation wurde von den ZERO-Künstlern Günther Uecker, Otto Piene und Heinz Mack sowie der Stiftung Museum Kunstpalast gegründet.

Künstlerinnen kritisieren Preis der Nationalgalerie

Geschlecht und Nationalität der Nominierten hätten im Vordergrund gestanden

In einem offenen Brief kritisieren Sol Calero, Iman Issa, Jumana Manna und Agnieszka Polska die mediale Reaktion auf die Auszeichnung des renommierten Kunstpreises und das Verhalten der Veranstalter. Die vier nominierten Frauen seien "davon irritiert, dass in Pressemitteilungen und öffentlichen Reden statt der Inhalt unserer Arbeiten permanent unser Geschlecht und unsere Nationalitäten im Fokus waren. Es liegt auf der Hand, dass in einer wirklich gleichberechtigten Welt unser Geschlecht und unsere nationale Herkunft kaum eine Rolle spielen würden." Den Veranstaltern unterstellen sie deshalb eine "selbstgefällige Verwendung von Vielfalt als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit". Die Künstlerinnen wollen mit ihrem Statement eine Diskussion anregen, weil sie die angesprochenen Probleme bezeichnend finden "für weitreichendere und wachsende Tendenzen in der Kunstwelt". Am 20. Oktober wurde der Preis der Nationalgalerie in Berlin an Agnieszka Polska vergeben.

Anti-Kriegs-Skulptur vor dem Brandenburger Tor

Bus-Installation hatte zuvor in Dresden zu massiven Protesten geführt

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin ist seit heute die Anti-Kriegs-Skulptur "Monument" des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni zu sehen. Die zwölf Meter hohe Installation aus drei hochkant stehenden, ausrangierten Bussen symbolisiert Barrikaden, die Zivilisten im syrischen Aleppo 2015 mit Bussen während der Kampfhandlungen in der Stadt aufgerichtet hatten, um sich vor Scharfschützen zu schützen. Die Skulptur wird bis zum 26. November in Berlin zu sehen sein. Die Installation hatte von Februar bis April vor der Dresdner Frauenkirche gestanden und dort massive Proteste bis hin zu Morddrohungen gegen den Künstler hervorgerufen. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) erklärte als Schirmherr der Aktion, er wünsche sich eine lebendige Debatte über das Kunstwerk.

Audrey Azoulay neue Unesco-Generaldirektorin

Azoulay war Beraterin von Francois Hollande und französische Kulturministerin

Bereits im Oktober hatte der Exekutivrat der Unesco Audrey Azoulay für das Amt als Generaldirektorin vorgeschlagen, formell musste die Wahl heute von der Generalkonferenz bestätigt werden. Am kommenden Mittwoch soll die neue Generaldirektorin ihr Amt antreten. Azoulay folgt auf die Bulgarin Irina Bokova, die die Organisation seit 2009 führte, und ist damit die zweite Frau an der Spitze der Organisation. Azoulay war von Februar 2016 bis Mai 2017 Ministerin für Kultur und Kommunikation in Frankreich. Zuvor beriet sie den damaligen Staatspräsidenten Francois Hollande in Kulturfragen. Auf die neue Unesco-Generaldirektorin warten gewaltige Aufgaben: sie muss die tiefe Spaltung der UN-Organisation kitten und sie neu ausrichten. Vor einem Monat hatten die USA und Israel ihren Austritt aus der Unesco erklärt.

Ernst-Lubitsch-Preis für Charly Hübner

Der Schauspieler wird für sein komödiantisches Talent geehrt

Der Schauspieler Charly Hübner wird mit dem Ernst-Lubitsch-Preis des Clubs der Filmjournalisten Berlin ausgezeichnet. In "Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt" liefere der 44-Jährige die beste komödiantische Leistung im laufenden deutschen Kinojahr ab, teilte die Kritikervereinigung mit. Als lethargischer Loser Karl Schmidt stelle Hübner in dem Film von "Stromberg"-Erfinder Arne Feldhusen sein höchst feinfühliges, komödiantisches Talent unter Beweis. Der nach dem deutschen Hollywood-Regisseur Ernst Lubitsch (1892-1947) benannte Preis wird seit 60 Jahren verliehen.

Historiker Martin Sabrow erhält Golo-Mann-Preis

Potsdamer Historiker wird für Erich Honecker-Biografie geehrt

Der Historiker Martin Sabrow erhält den mit 15 000 Euro dotierten Golo-Mann-Preis für Geschichtsschreibung. Der Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam werde für seine Biografie "Erich Honecker. Das Leben davor 1912-1945" über die Jugend des späteren DDR-Staatsratsvorsitzenden geehrt, teilte die Golo-Mann-Gesellschaft mit. "Sabrow gelingt nicht nur ein grandios geschriebenes Lebensbild des Saarländischen Nachwuchskommunisten, sondern auch eine faszinierende Fallstudie über einen deutschen Jugendlichen im Bannkreis von Faschismus und Stalinismus", heißt es in der Jury-Begründung. Der Golo-Mann-Preis wird seit 2013 alle zwei Jahre verliehen. Bisherige Preisträger sind Volker Reinhardt (2013) und Werner Dalheim (2015).

Disney kündigt neue "Star Wars"-Trilogie an

Neuer Sternenkrieg-Blockbuster soll enttäuschende Börsenergebnisse aufpolieren

Disney will seine Geldmaschine "Star Wars" mit einer komplett neuen Trilogie weiter am Laufen halten. Die Filme sollen unabhängig von der Skywalker-Saga sein und komplett neue Charaktere vorstellen. Zum Erscheinungsdatum gab es noch keine Angaben. Für die neue Trilogie wurde Rian Johnson verpflichtet, der bereits Regie beim jüngsten Teil "Die letzten Jedi" führte, der Mitte Dezember in die Kinos kommt. "Star Wars" ist seit dem Debüt der Reihe in den 70er Jahren ein verlässlicher Zuschauermagnet und bringt viel Geld mit Spielzeug und Fanartikeln ein. An der Börde hatten die Quartalszahlen zunächst für schlechte Stimmung gesorgt, die Aktie büßte nachbörslich zunächst 3,4 Prozent ein. Die Ankündigung der neuen "Star-Wars"-Trilogie ließ den Kurs wieder ins Plus drehen.

Hollywood-Sondereinheit für Missbrauchsermittlungen

Erfahrene Ermittler sollen Vorwürfe in der Filmindustrie untersuchen

Angesichts der Vielzahl an Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen in der US-Filmindustrie hat die Staatsanwaltschaft von Los Angeles eine Sonder-Ermittlungseinheit eingesetzt. Die Lawine wurde ausgelöst durch den Fall des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, der über drei Jahrzehnte hinweg dutzende Frauen sexuell belästigt haben soll. Danach wurden Missbrauchsvorwürfe gegen weitere Mitarbeiter der US-Filmindustrie bekannt, darunter Oscar-Preisträger Kevin Spacey, Produzent Brett Ratner, Regisseur James Toback, Schauspieler Steven Seagal und Komiker Louis C.K..

"Magnum"-Schauspieler John Hillerman ist tot

Der US-Schauspieler ist im Alter von 84 Jahren gestorben, das teilte sein Neffe mit.

Bekannt war er vor allem für seine Rolle als snobistischer Verwalter Jonathan Higgins in der TV-Serie "Magnum" in den 1980er Jahren, für die er eine Emmy-Trophäe und einen Golden Globe gewann. "Er hatte einen außergewöhnlichen Sinn für Humor und war einer der belesensten Menschen, die ich je getroffen habe", sagte sein Neffe Chris Tritico. Auch wenn er viele andere Rollen gehabt habe, sei Hillerman 'Higgins' am liebsten gewesen. "Der Grund, warum er keine weitere große Rolle angenommen hat, ist, dass er eine Sitcom nach "Magnum" abgelehnt hat." In den 1970er Jahren war Hillerman durch die Darstellung des arroganten Detektivs namens Simon Brimmer in der TV-Serie "Ellery Queen" bekannt geworden. Der Schauspieler wirkte auch in einigen Spielfilmen mit, etwa für Roman Polanski in "Chinatown", in der Westernkomödie "Der wilde wilde Westen" von Mel Brooks und unter der Regie von Peter Bogdanovich in Filmen wie "Die letzte Vorstellung" und "Paper Moon". Vor 17 Jahren beendete er seine Schauspielkarriere und kehrte von Hollywood in seine Heimat Texas zurück.

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