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Fazit / Archiv | Beitrag vom 24.03.2017

Halbzeit auf der Leipziger Buchmesse "Bohrer war einfach sehr, sehr beeindruckend"

Von Svenja Flaßpöhler

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Karl Heinz Bohrer (Stefan Fischer )
Publizist Karl Heinz Bohrer zu Gast am 24.03.2017 auf der Leipziger Buchmesse. (Stefan Fischer )

Am zweiten Tag der Leipziger Buchmesse überzeugte vor allem Publizist Karl Heinz Bohrer mit seinen Ausführungen über persönliche Erwartungshaltungen. Zudem gab es technische Neuheiten und Enttäuschungen.

Zweiter Tag auf der Leipziger Buchmesse und ein Highlight: Im Gespräch auf dem Blauen Sofa überzeugte Karl Heinz Bohrer, der sein Buch " Jetzt: Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie" vorstellte.

Literaturkritikerin Svenja Flaßpöhler im Deutschlandradio Kultur: "Bohrer war einfach sehr, sehr beeindruckend. Aber vor allem beeindruckend ist auch wirklich das, was er gesagt hat. Nämlich worum es ihm ja geht, ist einfach die genuine Erfahrung des neuen, des fremden, eines radikal nichtvorentschiedenen Denkens, eines offenen Denkens. Was sich wirklich einlässt auf das, was kommt. Es geht ihm nicht um die Erwartung auf etwas ganz Bestimmtes, sondern um die Erwartung, dass überhaupt etwas passiert. Und das hat etwas sehr, sehr Anregendes gehabt, dieses Gespräch."

So gehe es Karl Heinz Bohrer darum, dass wir in unserem Alltag, in unserem ganz normalen Leben, immer wieder die Erfahrung machen 'Da passiert hier jetzt etwas, da erfahre ich etwas, was ich so vorher so noch nie gesehen und gedacht habe", so Svenja Flaßpöhler.

Messe präsentiert technische Innovationen

Und auch die Leipziger Buchmesse selbst präsentiere sich dieses Jahr wieder zukunfts- und erwartungsorientiert:

"Unter dem Motto ´Neuland 2.0` wurden zum Beispiel neue technische Erfindungen auf dem Buchmarkt vorgestellt, etwa die Talentplattform MyPoolitzer. Das ist im Grunde genommen eine digitale Plattform, die herkömmliche, analoge Literaturagenturen ersetzt. Das heißt, diese Plattform bringt Autoren und Verlage zusammen. Man kann da im Grunde sein Manuskript einschicken und dann wird man – wenn dieses Manuskript für gut befunden wird – an einen Verlage vermittelt."

Auch Enttäuschungen in Leipzig

Auf der Buchmesse gab es am Freitag neben einer wahnsinnigen Reizüberflutung aber auch Enttäuschendes, meint Flaßpöhler.

So habe Andre Wilkens sein Buch "Der diskrete Charme der Bürokratie - Gute Nachrichten aus Europa" mit den Worten vorgestellt: "Europa ist wunderbar, Europa ist eine super Sache."

Dazu Flaßpöhler: "Und da muss ich sagen, das ist mir dann doch zu unterkomplex."

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