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Tonart | Beitrag vom 23.07.2019

Halblegaler TicketkaufGoogle macht gegen Viagogo mobil

Johannes Ulbricht im Gespräch mit Andreas Müller

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VIAGOGO STOCK, Viagogo s website is seen on a mobile phone in Sydney, Thursday, April 18, 2019. The Swiss-based ticket marketplace was found by a judge on Thursday to have broken several consumer laws when falsely claiming tickets were about to sell out and masquerading as an official ticket seller. ( !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG, KEINE ARCHIVIERUNG UND KEINE BUCHNUTZUNG! SYDNEY NSW AUSTRALIA PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xSTEVENxSAPHOREx 20190418001395694493 (www.imago-images.de)
Bestenfalls nur halblegal: die Website Viagogo. (www.imago-images.de)

Wer keine Karten mehr für ein Konzert bekommt, kann oft im Internet welche kaufen. Allerdings ist das Geschäft von Plattformen wie Viagogo oft illegal – die Käufer werden betrogen. Google reagiert nun darauf und löscht Suchergebnisse, die zu dem Anbieter führen.

Als im Juli 2018 Ed Sheeran in Berlin spielte, kamen viele Fans nicht ins Olympiastadion – obwohl sie Tickets gekauft hatten. Das Problem: Sie hatten die Tickets über Viagogo erworben, einer Plattform für den Wiederverkauf von Eintrittskarten. Weil diese personalisiert waren, konnten die neuen Besitzer nichts mit ihnen anfangen.

Das ist kein Einzelfall. Viagogo steht seit Jahren in der Kritik, nicht nur wegen Wucherpreisen, auch viele Betrugsfälle wurden bereits gemeldet. Jetzt hat Google die Initiative ergriffen und löscht Suchergebnisse, die auf die Website führen. Bringt das die Lösung des Problems?

"Nicht völlig", sagt Johannes Ulbricht, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht – aber er glaubt an eine gewisse Wirkung. Kartenkäufer seien gewohnt, dass Tickets überall gleich viel kosten und immer gültig seien, deshalb klickten sie auf den ersten Link, der im Netz auftauche. Wenn Viagogo in den Suchergebnissen von Google nicht mehr oben erscheine, werde die Gefahr geringer, überteuerte oder ungültige Tickets zu kaufen.

Vorsicht beim Ticketkauf

"Wir haben schon viele einstweilige Verfügungen gegen Viagogo erwirkt", sagt Ulbricht. "Ich kenne auch viele andere Gerichtsentscheidungen, die zum Beispiel die Verbraucherzentrale erwirkt hat." Allerdings sei es nicht ganz leicht gegen Viagogo, das seinen Sitz in der Schweiz hat, zu vollstrecken. Es sei sehr zeitaufwendig und wenn man den Verkauf von Karten für ein bestimmtes Konzert verbieten wolle, gebe es nur ein enges Zeitfenster – bis das gelungen sei, sei der Termin oft schon vorbei.

Eine Methode, das halblegale Geschäft zu unterbinden, ist, personalisierte Tickets zu verkaufen, wie etwa bei Festivaltickets üblich. Das funktioniere bereits sehr gut, aber die perfekte Lösung gebe es noch nicht, betont der Anwalt. Ulbricht rät Verbrauchern daher, vor dem Kauf Preise zu vergleichen und sich zu informieren, ob es sich um eine legale Quelle handelt.

Tonart

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