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Alte Musik | Beitrag vom 10.06.2020

Händel, Keiser und andere NewcomerDie "jungen Wilden" an der Hamburger Oper

Von Bernhard Schrammek

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Idealisiertes Porträt des jungen Georg Friedrich Händel. (imago images / Leemage)
Junger, kreativer Kopf mit Durchsetzungsvermögen: Georg Friedrich Händel in Hamburg. (imago images / Leemage)

Als 18-Jähriger verließ Georg Friedrich Händel seine Heimatstadt Halle und wechselte nach Hamburg, wo er als Musiker am Opernhaus anheuerte. Zusammen mit Kollegen brachte er das Hamburger Opernhaus nach vorn - es wurde zum Gesangs-Hotspot seiner Zeit.

Sein Geburtsort Halle wurde Georg Friedrich Händel zu klein und zu eng - er zog nach Hamburg. Am dortigen Opernhaus fing er als Musiker an, als 2. Geiger im Orchester, und startete durch. Gemeinsam mit Johann Mattheson, Reinhard Keiser und Christoph Graupner bildete er hier eine Gruppe junger Wilder, die enorm kreativ tätig war - wenn auch nicht immer konfliktfrei. Man stritt zum Beispiel um Plätze am Cembalo und duellierte sich sogar. Der Streit wurde regelmäßig geschlichtet, um gemeinsam mit Feuereifer die nächste Premiere vorzubereiten.

Das Opern-Ideal

Johann Mattheson, Händels großer "Konkurrenten-Freind-und-Freund", schrieb 1744 in Hamburg: "Ein gutes Operntheater nichts anders, als eine hohe Schule vieler schönen Wissenschaften, worinn zusammen und auf einmal Architektur, Perspective, Mahlerey, Mechanik, Tanzkunst, Moral, Historie, Poesie und vornehmlich Musik zur Erbauung ... sich aufs angenehmste vereinigen." Dieses Idealbild wurde auch von Händel verfolgt.

Zwei Besucher des Komponisten-Quartiers in Hamburg.schauen sich das Holzmodell der Bühne an. (Komponisten-Quartier Hamburg e.V. / Ulrich Perrey)Die barocke Bühne war ein mechanisches Meisterwerk, so auch die des Opernhauses am Gänsemarkt. (Komponisten-Quartier Hamburg e.V. / Ulrich Perrey)

Das Haus am Gänsemarkt - so wurde die Oper nach seinem ehemaligen Standort genannt - entwickelte sich zu einem Kreativpool der besonderen Art. 

Aufstieg des Hauses

2000 Zuschauer fasste das Haus. Impresario und Musiker zeigten ein exzellentes Händchen auch bei der Sängerwahl, sodass die Bühne bald in aller Munde war. Sie wurde zu dieser Zeit die berühmteste ganz Deutschlands.

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