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Kulturnachrichten

Sonntag, 11. Juni 2017

Händel-Festspiele locken 50.000 Besucher an

Mix aus Klassik, Kirchenmusik und Jazz

Etwa 50.000 Musikliebhaber haben in diesem Jahr die Händel-Festspiele in Halle besucht. Insgesamt standen seit dem 26. Mai rund hundert Veranstaltungen auf dem Programm. Sowohl Klassiker wie das Oratorium "Messiah" mit dem Chorwerk "Halleluja" als auch kleinere Konzerte zogen Besucher an. Knapp 85 Prozent der Events waren ausverkauft. In diesem Jahr stand das Musikfest unter dem Motto "Original oder Fälschung" - in Anspielung auf Variationen von Händels Musik. Um die Barockmusik einem breiten Publikum nahe zu bringen, gab es einen Mix aus Klassik, Kirchenmusik und Jazz.

Griechischer Widerstandskämpfer verteidigt deutschen Botschafter bei Gedenkfeier

Diplomat zunächst an Niederlegung von Kranz für NS-Opfer gehindert

Bei einer Gedenkzeremonie für die Opfer eines NS-Massakers an griechischen Zivilisten ist der deutsche Botschafter Peter Schoof in eine hitzige Auseinandersetzung über Nazi-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg verwickelt worden. Die Linkspolitikerin Zoe Konstantopoulou versuchte bei der Veranstaltung, den deutschen Diplomaten daran zu hindern, einen Kranz für die NS-Opfer von Distomo niederzulegen, wie ein in griechischen Medien veröffentlichtes Video zeigt. Die frühere Parlamentspräsidentin rief unter anderem: "Sie müssen den Opfern Reparationen zahlen!" und "Sie haben nicht das Recht!". Aus der Menge der Anwesenden waren sowohl "Bravo"- als auch "Schande"-Rufe zu hören. Dann half der 94-jährige Widerstandskämpfer Manolis Glezos dem Botschafter: Er erhob sich von seinem Platz in der ersten Reihe und führte Schoof an der Hand nach vorne, damit er den Kranz ablegen konnte. Die Geste wurde aus dem Publikum mit "Bravo"-Rufen quittiert. "Das Kind eines Verbrechers, was auch immer die Verbrechen seines Vaters oder seiner Mutter waren, ist dafür nicht verantwortlich", sagte der in Griechenland weithin bekannte Held des Widerstands gegen die Nazi-Besatzer.

Bundespräsident startet eigenen Auftritt bei Facebook

Steinmeier will besonders die jungen Menschen über soziale Medien erreichen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will nun auch direkt über die sozialen Medien kommunizieren. Wie das Präsidialamt mitteilte, soll sein Facebook-Auftritt (https://www.facebook.com/Bundespraesident.Steinmeier/) an diesem Montag freigeschaltet werden. Bereits nach seiner Wahl im Februar hatte der SPD-Politiker angekündigt, auch soziale Medien zu nutzen, um vor allem mit jungen Menschen zu diskutieren. Der Präsident wirbt zugleich generell für eine "Kultur des demokratischen Streits". Eine tägliche Selbstbestätigung unter Gleichgesinnten bringe niemanden weiter, hatte Steinmeier in seiner Antrittsrede nach seiner Vereidigung im März gesagt.

Südkoreanischer Pianist gewinnt Van-Cliburn-Wettbewerb

Zweiwöchiges Vorspiel in Fort Worth / Texas

Der südkoreanische Pianist Yekwon Sunwoo hat den renommierten Van-Cliburn-Wettbewerb gewonnen. Nachdem rund 30 Teilnehmer mehr als zwei Wochen lang immer wieder vorgespielt hatten, entschied sich die Jury in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas schließlich für den 28-Jährigen. Der Südkoreaner bekommt ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Dollar. Der alle vier Jahre stattfindende Wettbewerb ist nach dem US-Pianisten Van Cliburn (1934-2013) benannt, der 1958 als erster Amerikaner den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewann und damit in den USA zum Volkshelden wurde. Unter den Teilnehmern war in diesem Jahr auch die in Hamburg aufgewachsene Caterina Grewe, die allerdings früh ausschied. 2013 hatte der ukrainische Pianist Vadym Kholodenko den Wettbewerb für sich entschieden.

Kinderfilmfestival "Goldener Spatz" eröffnet

36 Film- und Fernsehproduktionen konkurrieren um Preise

Mit dem 3D-Animationsfilm "Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper" ist in Gera das 25. Kinder-Medien-Festival "Goldener Spatz" eröffnet worden. Im Wettbewerb des größten deutschen Kinderfilmfestivals konkurrieren in diesem Jahr 36 Film- und Fernsehproduktionen um die begehrten Trophäen, über die eine Kinderjury aus 26 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 13 Jahren entscheidet. Die Preise werden am 16. Juni in Erfurt verliehen. Insgesamt stehen nach Angaben der Deutschen Kindermedienstiftung 84 Veranstaltungen in Gera und Erfurt auf dem Festivalprogramm. Erwartet werden mehr als 17.000 Besucher und rund 500 Branchenvertreter. Die "Goldenen Spatzen" werden für die besten deutschsprachigen Angebote in den Sparten Kino, TV und Online vergeben.

Trauer um "Batman"-Schauspieler Adam West

Superhelden-Darsteller litt an Leukämie

Seit bekannt wurde, dass "Batman"-Schauspieler Adam West tot ist, wird auf Twitter und anderen sozialen Medien ausführlich getrauert. West war im Alter von 88 Jahren in Los Angeles gestorben. Seine Familie teilte mit, er habe an Leukämie gelitten. Der Schauspieler hatte vor allem in den 60er Jahren als Superheld im Fernsehen Erfolge gefeiert. Die "New York Times" schrieb von einem "traurigen Tag für Gotham". Gotham City ist der fiktive Handlungsort der Batman-Geschichten, es ist aber auch ein Spitzname für New York. "Das ist ein schrecklicher und unerwarteter Verlust", sagte Burt Ward, der in der legendären TV-Serie Batmans Freund und Helfer Robin spielt. Der Schauspieler Elijah Wood schrieb bei Twitter, West sei eine Legende gewesen. Die Serie feierte weltweit Erfolge und gilt bis heute als Kult. Danach fand West nur noch schwer Rollen und arbeitete viel als Synchronsprecher. Zudem hatte er kleinere Auftritte, beispielsweise in der Serie "The Big Bang Theory". West war dreimal verheiratet und hat sechs Kinder.

Barock-Orgel in Hamburger Kirche nach Sanierung eingeweiht

Arp Schnitger-Orgel mit 1.700 Pfeifen wieder im Dienst

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs hat ein aufwendig saniertes Instrument des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger aus der Barockzeit eingeweiht. Die 1688 fertiggestellte Orgel in der St. Pankratius-Kirche in Hamburg-Neuenfelde war zwei Jahre lang mit einem Kostenaufwand von einer Million Euro renoviert worden. Etwa die Hälfte der 1.700 Pfeifen stammt noch aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurden überarbeitet, konserviert und wieder eingebaut. Die anderen Orgelpfeifen wurden nach historischem Vorbild neu gefertigt. Ziel der Sanierung war, dass die Orgel so klingen soll wie zu Zeiten ihres Erbauers. Das Land Niedersachsen hatte erst kürzlich angekündigt, die Instrumente des Orgelbauers für die Aufnahme ins Unesco-Weltkulturerbe vorzuschlagen. Der 1648 in Niedersachsen geborene Schnitger war einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit. Von seinen insgesamt 170 Instrumenten sind heute weltweit noch rund 30 erhalten, vor allem im Alten Land bei Hamburg. Arp-Schnitger-Orgeln stehen in Stade, Hollern und Steinkirchen, aber auch in Norden und Weener in Ostfriesland sowie in Ganderkesee im Kreis Oldenburg. Auch in den Niederlanden gibt es noch einige Schnitger-Instrumente, weitere stehen in Portugal und Brasilien.

Bühnenverein will mehr gegen Rechtspopulismus tun

Jahrestagung unterstützt Initiative kulturelle Integration

Die deutschen Theater und Orchester wollen verstärkt gegen Rechtspopulismus und rechtsnationale Parteien aktiv werden. Sie fassten diesen Beschluss am Samstag auf der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins in Dresden, wie Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon mitteilte. Die Theater und Orchester wollen die Gesellschaft nach Khuons Worten ermutigen, sich für Demokratie und eine offene Gesellschaft einzusetzen. Sie leisteten dies durch ihre künstlerischen Projekte, aber auch Podiumsdiskussionen. Der Bühnenverein mit Sitz in Köln wolle sich zudem mit anderen kulturpolitischen Institutionen vernetzen, um Begriffe wie Volk, Identität oder Nation in der öffentlichen Diskussion wieder positiv zu besetzen. "Wir müssen diese Worte wieder neu erobern, sie mit Hoffnung und kultureller Vielfalt besetzen statt mit Aggression und Ausgrenzung", forderte Bühnenvereinsdirektor Marc Grandmontagne. Der Bühnenverein, Interessen- und Arbeitgeberverband der Theater und Orchester, unterstützt nach eigenen Angaben die "Initiative kulturelle Integration", die kürzlich 15 Thesen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt vorgelegt hatte. Die rund 250 Intendanten, Verwaltungsdirektoren sowie Kulturpolitiker der Theater und Orchester riefen Institutionen und Privatpersonen auf, die Thesen auf der Internetseite http://kulturelle-integration.de/thesen zu unterzeichnen.

Internationale Schau "Skulptur Projekte" eröffnet

41 Künstler aus 19 Ländern beteiligen sich an der Ausstellung moderner Kunst im öffentlichen Raum

Mit einem Festakt im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster ist die fünfte internationale Schau "Skulptur Projekte" eröffnet worden. An der Ausstellung für moderne Kunst im öffentlichen Raum beteiligen sich 41 Künstler aus 19 Ländern. Besucher können bis zum 1. Oktober 35 neu entstandene Werke am Hafen, öffentlichen Plätzen oder im Historischen Rathaus neben dem Dom entdecken. Unter den in Münster ausstellenden Künstlern sind der Bildhauer Thomas Schütte sowie Cosima von Bonin, Ayse Erkmen aus der Türkei oder der Franzose Pierre Huyghe. Neben Skulpturen und Installationen tritt bei der "Skulptur Projekte 2017" erstmals die Performancekunst stärker in den Vordergrund. In einer Installation hat Ayse Erkmen etwa im Hafen Münsters einen Unterwasser-Steg gelegt. Besucher können dort gleichsam über das Wasser gehen.

Klatschblätter bekommen "Verschlossene Auster"

Journalistenvereinigung verleiht Negativpreise an Verlage der Regenbogenpresse

Drei Verlage der Regenbogenpresse haben in Hamburg den Preis "Verschlossene Auster" der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche erhalten. Ausgezeichnet mit dem Negativpreis wurden stellvertretend für die übrigen Verlage der Branche die Funke Mediengruppe (für: "Die Aktuelle", "Das Goldene Blatt", "Frau aktuell"), die Hubert Burda Media Holding (für: "Freizeit Revue") und die Bauer Media Group (für: "Das Neue Blatt", "Freizeitwoche", "Neue Post", "Das Neue"), wie die Journalistenvereinigung mitteilte. Nach Ansicht von Netzwerk Recherche untergraben die Preisträger das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Medien. Sie täten dies "mit irreführenden Schlagzeilen, falschen oder erfundenen Texten, fehlender Nachfrage bei den Betroffenen, Manipulationen von Fotos und nicht selten der Verletzung von Persönlichkeitsrechten."

documenta benennt Straße in Kassel nach NSU-Opfer

In einem "Map booklet" heißt es "Halitstraße, ehemalige Holländische Straße"

Die am Samstag eröffnete documenta bezeichnet die Holländische Straße in Kassel in einem "Map booklet" als "Halitstraße, ehemalige Holländische Straße". Dort war 2006 Halit Yozgat in seinem Internetcafe bei einem Anschlag, der dem rechtsextremistischen Nationalsozialistischen Untergrund zugeschrieben wird, getötet worden. Der Vater des Ermordeten, Ismail Yozgat, fordert seit Jahren eine Umbenennung der Straße in "Halitstraße". Die Stadt war dem Wunsch Yozgats insoweit entgegengekommen, als sie Ende 2012 einen nahe dem Tatort gelegenen Platz, an dem auch eine Straßenbahn-Haltestelle liegt, in Halitplatz umbenannte. Außerdem wurden eine Stele und eine Gedenktafel errichtet. Ismail Yozgat hat sich damit aber nicht zufrieden gegeben und fordert bis heute die Umbenennung der gesamten Straße, einer der längsten in Kassel. In einem der Ausstellungsorte der documenta, der Neuen Neuen Galerie (Neue Hauptpost), präsentiert die "Gesellschaft der Freunde von Halit" eine Dokumentation ihrer Untersuchungen, Recherchen und Aktionen zu dem Mord.

Federdieb verursacht Millionenschaden in Museen

Dieb stahl um eigene Sammlung mit Greifvogel-Präparaten aufzubauen

Ein Dieb hat in naturhistorischen Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Federn gestohlen und damit nach Medien-Informationen einen Millionenschaden angerichtet. Die Basler Staatsanwaltschaft klage den verdächtigen 45-jährigen Schweizer wegen gewerbsmäßigen Diebstahls an, berichtete die Zeitung "Schweiz am Wochenende". Der Mann soll in Museen in Basel, Bern, Neuenburg, Stuttgart, Frankfurt, Wien, München und Berlin Federn von Präparaten von 167 Greifvogel-Arten gestohlen haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Sachschaden von sechs Millionen Franken aus. Der wissenschaftliche Verlust sei "unermesslich", da von einigen Präparaten nun keine unbeschädigten Exemplare mehr existierten. Das Ziel des 45-Jährigen sei der Aufbau einer eigenen Sammlung mit Präparaten von fast allen Greifvogel-Arten der Welt gewesen, wie es in dem Bericht weiter hieß.

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