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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.12.2016

Hacker-KongressKeine Hoffnung auf Schutz der Privatsphäre

Peter Welchering im Gespräch mit Anke Schaefer

Kongressbesucher stehen am 27.12.2016 in Hamburg beim Chaos Communication Congress (CCC) vor einem 3D-Tunnel. Das weltweit größte nicht-kommerzielle Hackertreffen findet zwischen dem 27. und 30. Dezember 2016 in der Hansestadt statt. (dpa / picture alliance / Axel Heimken)
Besucher des 33. Chaos Computer Congress. (dpa / picture alliance / Axel Heimken)

Der Chaos Communication Congress in Hamburg bringt derzeit wieder Hacker und Nerds zusammen. Entwarnung in Sachen Anonymität beim Surfen ist von den Experten in den Zeiten von Big Data nicht zu erwarten: Die Überwachungssoftware wird immer raffinierter.

Wer regelmäßig im Netz unterwegs ist, gibt sich und seine Vorlieben und Abneigungen preis. Der gläserne Surfer ist "dank" immer raffinierterer Überwachungs-Software Realität – und diese Entwicklung lässt sich kaum rückgängig machen.

Autor Peter Welchering hat sich beim diesjährigen Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs in Hamburg, der wieder Hacker und Computer-Nerds aus aller Welt zusammenbringt,  umgehört – und kann keine Entwarnung geben.

Tägliche Sisyphos-Arbeit beim Löschen der Cookies

Zwar kann der private User ein virtuelles Netzwerk nutzen, stets im Privatmodus surfen und immer alle Cookies löschen. Doch um den Preis, nicht alle Internet-Seiten ansteuern zu können  und mitunter viel Zeit mit dem Löschen aller Cookies zu verbringen. Das könne und wolle sich nicht jeder antun: "Eine Sisyphos-Arbeit!".

Denn: "Alles in allem hat man immer sehr viel damit zu tun, diese Überwachungssoftware immer wieder von seinem Rechner herunterzukriegen. (…) Und auch dann ist nicht ausgeschlossen, dass immer noch einige Dinge überwacht werden, die wir gar nicht bemerken."

Deshalb nehmen die meisten User personalisierte Werbung in Kauf, die quasi schon vorwegnimmt, was man vielleicht demnächst kaufen möchte. Um solche Werbun gzu bekommen, genügt es schon, einer bestimmten Website einen kurzen Besuch abzustatten.

Wahlaufforderung per Mail

Als ein besonders krasses Beispiel nennt Welchering, dass die Überwachungsmechanismen im US-Wahlkampf zu personalisierten E-Mails an Wähler führten. Darin wurden sie aufgefordert wurden, eine bestimmt Wahlentscheidung zu treffen:

"Also, jemand, der beispielsweise bei Trump darauf setzt, und das konnte man aus seinen Profil dann erheben,'Ich will nicht mehr, dass Muslime in den USA leben', der hat dann eben von der Wahlkampfleitung von Herrn Trump eine Mail bekommen: 'Trump will auch nicht, dass Muslime da leben. Du musst ihn wählen, wenn du das durchsetzen willst.'"

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