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Samstag, 15.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. Januar 2018

H&M entschuldigt sich nach Rassismusvorwürfen

Kanadischer Sänger The Weeknd beendet Zusammenarbeit mit Modefirma

Das Bekleidungsunternehmen H&M hat sich nach Rassismusvorwürfen für ein Werbefoto mit einem schwarzen Model in einem Pullover entschuldigt. Das Kleidungsstück hatte die Aufschrift "coolest monkey in the jungle" (coolster Affe im Dschungel). Die Firma teilte mit, dass das Bild "jetzt aus allen H&M-Kanälen entfernt worden" sei und sie sich "aufrichtig bei jedem" entschuldige, "den dies beleidigt haben könnte". Eine Abgeordnete der britischen Labour Party, Kate Osamor, twitterte, sie sei über das Foto "gelinde gesagt, total schockiert, entsetzt". Der kanadische Sänger The Weeknd, der eine Kollektion bei dem schwedischen Modehaus hat, beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit H&M. "Ich bin tief verletzt und werde nicht mehr mit @hm arbeiten", schrieb The Weeknd. Sprecher des Sängers bestätigten, dieser würde seine Geschäftsbeziehungen mit dem Unternehmen beenden. H&M erklärte, die Reaktion sei nachvollziehbar.

Steve Bannon verlässt Breitbart News

Man sei dankbar für das gemeinsam Erreichte, so ein Bericht der Website

Steve Bannon, Donald Trumps ehemaliger Chefstratege und Wahlkampfleiter, verlässt die Nachrichten-Website Breitbart News. Er war dort zuletzt Herausgeber. "Bannon und Breitbart arbeiten an einer glatten und ordnungsgemäßen Übergabe", heißt es in einem Bericht der Website. Man sei dankbar für das gemeinsam Erreichte. Bannon war seit vergangener Woche unter schweren Druck geraten, weil er in dem Buch "Fire and Fury" des Journalisten Michael Wolff ausführlich mit sehr kritischen Äußerungen über Trumps Familie zu Wort kommt. Am Wochenende hatte Bannon ausführlich sein Bedauern geäußert, die Äußerungen inhaltlich aber nicht bestritten.

Musical über Milosevic geplant

Musiktheater soll im Februar uraufgeführt werden

Ein neues Musical widmet sich dem Leben des früheren serbischen Machthabers Slobodan Milosevic. Die Proben für die "Slobodan Show" würden Mitte Januar beginnen, die Uraufführung sei dann für Februar geplant, sagte der Komponist Marko Grubic. Uraufgeführt werden soll das Musiktheater in der serbischen Enklave Gracanica im Kosovo. Das Musical widmet sich Milosevic und seiner Frau Mira Markovic. "Slobodan und Mira sind ein unzertrennliches Paar an der Spitze des Staates zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt, der Auflösung von Jugoslawien und der Neubestimmung der Welt", sagte die Autorin des Musicals, Jelena Bogavac, örtlichen Medien.

Gleichstellungsbehörde will BBC befragen

Rundfunkanstalt soll zu Gehaltsrichtlinien Auskunft geben

Nach dem Vorwurf von ungleicher Bezahlung von Männern und Frauen will Großbritanniens Gleichstellungsbehörde die BBC befragen. Die bisherige BBC-Bürochefin in China, Carrie Gracie, hatte mit Verweis auf die "verschwiegene und illegale Bezahlungskultur" in der Sendeanstalt ihren Posten niedergelegt. Die britische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt soll nun zu ihren Gehaltsrichtlinien und zum konkreten Fall Auskunft geben, teilte die zuständige Kommission der Regierung am späten Montagabend mit. "Wir werden auf Basis dieser Informationen prüfen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht." Gracie hatte in einem offenen Brief kritisiert, dass Männer in gleichen Positionen mindestens 50 Prozent mehr Lohn bekämen. Sie forderte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt auf, "das Problem einzugestehen, sich dafür zu entschuldigen und eine gleichwertige, faire und transparente Vergütungsstruktur zu schaffen." Der Kommission seien "die Äußerungen von Carrie Gracie über unrechtmäßige Lohndiskriminierung bei der BBC bekannt", erklärte die Behörde.

Deneuve und andere werben für "Freiheit zu belästigen"

Französinnen verurteilen "Denunziations-Kampagne" gegen Männer

In der Diskussion um sexuelle Übergriffe haben die französische Schauspielerin Catherine Deneuve und andere Prominente eine "Freiheit zu belästigen" eingefordert. Die aktuelle "Denunziations-Kampagne" gegen Männer spiele nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände, heißt es in einem von rund 100 Frauen unterschriebenen offenen Brief, der in der Zeitung "Le Monde" erscheint. "Vergewaltigung ist ein Verbrechen", heißt es in dem Text. "Aber eine beharrliche oder ungeschickte Anmache ist nicht strafbar." Heute würden Männer "zur Kündigung gezwungen, deren einziges Vergehen es ist, ein Knie berührt oder einen Kuss erhascht zu haben". Die "Freiheit zu belästigen" sei "unerlässlich für die sexuelle Freiheit". Den Brief hat neben Filmstar Deneuve auch die Schriftstellerin Catherine Millet unterschrieben, die mit dem freizügigen Buch "Das sexuelle Leben der Catherine M." bekannt wurde, sowie die Pornodarstellerin Brigitte Lahaie.

Sprache des NS-Widerstands wird untersucht

Ziel sei eine umfassende Sammlung verbaler Widerstandsformen

Ein neues Forschungsvorhaben der Universität Paderborn untersucht die Sprache des Widerstands gegen das Hitler-Regime. Das Projekt "Heterogene Widerstandskulturen: Sprachliche Praktiken des Sich-Widersetzens zwischen 1933 und 1945" werde für drei Jahre mit rund 600.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, teilte die Universität in Paderborn mit. Ziel ist demnach eine umfassende Sammlung verbaler Widerstandsformen, die Einblicke in die Funktionsmechanismen von Herrschaft und Macht liefern soll. Analysen von Flugblättern, Predigten und zentralen Denkschriften sollen aufzeigen, wie Sprache strategisch eingesetzt wurde, um Widerstand zu bekunden, so die Professorin. Außerdem würden private Korrespondenzen sowie Haft- und Tagebuchaufzeichnungen von Widerstandskämpfern untersucht.

Peter Steudtner in Berlinale-Jury für Friedensfilmpreis

Der Friedensfilmpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 25. Februar verliehen

Der monatelang in der Türkei inhaftierte Berliner Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner sitzt bei der 68. Berlinale in der Jury zur Vergabe des Friedensfilmpreises. Die siebenköpfige Jury wählt aus allen Berlinale-Beiträgen genreübergreifend den Preisträger. Dazu würden bis zu 50 Filme aller Kategorien gesichtet. Träger sind die Heinrich Böll Stiftung, der Weltfriedensdienst und die Friedensinitiative Zehlendorf. Steudtner arbeitet neben seiner Tätigkeit als Berater für gewaltfreie Konflikttransformation auch als Dokumentarfilmer und -fotograf im Bereich Menschenrechte. Er hatte im Sommer in der Türkei als Referent an einem Workshop für Menschenrechtsorganisationen teilgenommen. In Istanbul wurde er verhaftet und saß bis zum 25. Oktober wegen des Verdachts der Terrorunterstützung in türkischer Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn wird in seiner Abwesenheit fortgesetzt.

12 BAFTA-Nominierungen für "Das Flüstern des Wassers"

Guillermo del Toros Fantasy-Thriller erhält die meisten Nominierungen

Wenn am 18. Februar die British Academy Film Awards (BAFTA) verliehen werden, könnte der Film "Das Flüstern des Wassers" gleich zwölfmal ausgezeichnet werden: unter anderem in der Kategorie bester Film und bester Regisseur. Die BAFTAs sind die wichtigste Filmauszeichnung in Großbritannien. Wer diesen Award gewinnt, hat meist zwei Wochen später bei der Verleihung der Oscars in den USA gute Erfolgschancen. Neben dem zwölffach nominierten Film von del Toro erhielten die Tragikomödie "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" und der Film "Die dunkelste Stunde" über Winston Churchill jeweils neun BAFTA-Nominierungen.

Neues Konzept für Literaturhaus Berlin

"Literaturhaus 3.0" soll Analoges und Digitales verbinden

Die neuen Leiterinnen des Literaturhauses Berlin, Janika Gelinek und Sonia Longolius, haben ihr Konzept vorgestellt. Unter dem Motto "Literaturhaus 3.0" wollen sie einen Ort schaffen, an dem sich viele Bevölkerungsgruppen wohl fühlen. Schwerpunkt  ist ein Programm für junge Leser. Außerdem werde es Raum geben für digitale Projekte, erklärte Janika Gelinek im Deutschlandfunk Kultur :"Wir sind gerade in Gesprächen mit Medien- und Video-Künstlerinnen in Berlin und versuchen da auch neue Formen zu entwickeln, die eben genau das schaffen: Das Alte und Neue zusammenzubringen. Analog und Digital, das kann durchaus in einem Haus stattfinden."

Denkmalschutz für Berliner Nikolaiviertel?

Kulturverwaltung: Eintragung in die Liste sei in Bearbeitung

Das historische Nikolaiviertel in Berlin, im 13. Jahrhundert erbaut, soll unter Denkmalschutz gestellt werden. In einer Antwort an den CDU-Abgeordneten Frank Henkel teilte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher mit: "Das Landesdenkmalamt hat den Denkmalwert des Nikolaiviertels überprüft. Eine Eintragung des Denkmalbereichs in die Denkmalliste Berlin wird nach Vorliegen der dafür notwendigen Voraussetzungen in absehbarer Zeit erfolgen." Eine Sprecherin der Kulturverwaltung bestätigte auf Anfrage, die Eintragung in die Liste sei in Bearbeitung. Allerdings müsse der Denkmalwert begründet werden, zudem sei ein amtsinternes Mitzeichnungsverfahren notwendig. Das Nikolaiviertel in der Nähe des Roten Rathauses ist zusammen mit Cölln das älteste Siedlungsgebiet der Stadt. Es entstand am östlichen Ufer der Spree rund um die Nikolaikirche im heutigen Ortsteil Mitte.

Erfolgreiches Eröffnungsjahr für die Elbphilharmonie

850.000 Konzertbesucher im ersten Jahr

Seit der Eröffnung am 11. Januar 2017 fanden mehr als 600 Konzerte statt. Mit der Elbphilharmonie habe die Kultur "ein neues Zuhause im Herzen der Stadt" bekommen, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und zieht ein Jahr nach der Eröffnung eine positive Bilanz. Im Schnitt besuchten täglich 2.300 Menschen die Konzerte der Elphilharmonie, insgesamt waren es 850.000 Konzertbesucher. Nach wie vor ist es schwierig, Tickets für die Konzerte in der Elbphilharmonie zu bekommen. Die Nachfrage übertrifft das Platzangebot mitunter um mehr als das 20-fache. Bei besonders gefragten Konzerten würden die Tickets daher im Vorverkauf nach dem Zufallsprinzip vergeben.

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