Zeugnis ablegen

"Beobachten, notieren, studieren" – diese ständige Forderung an sich selbst löste Victor Klemperer mit seinen Notizen über den Alltag der Judenverfolgung ein. Seine Aufzeichnungen aus der Zeit des NS-Terrors sind ein unverzichtbares und unvergleichliches Zeitdokument. In der Hörspielfassung gestaltet Udo Samel den Text mit unbestechlicher Genauigkeit. Zeitgenössische Radiodokumente verleihen den Tagebüchern eine zusätzliche Dimension.

Das Foto zeigt den deutschen Romanisten und Politiker Victor Klemperer. (Slub/ Deutsche Fotothek, Ursula Richter) Das Foto zeigt den deutschen Romanisten und Politiker Victor Klemperer. (Slub/ Deutsche Fotothek, Ursula Richter)

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„Es herrscht das Gefühl vor, dass diese Schreckensherrschaft kaum lange dauern, uns aber im Sturz begraben werde“, notiert Klemperer kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

Durchführung des angeordneten Boykotts gegen jüdische Einrichtungen.  SA mit Plakaten vor einem jüdischen Geschäft. (picture alliance / akg-images) Durchführung des angeordneten Boykotts gegen jüdische Einrichtungen.  SA mit Plakaten vor einem jüdischen Geschäft. (picture alliance / akg-images)

„Es herrscht das Gefühl vor, dass diese Schreckensherrschaft kaum lange dauern, uns aber im Sturz begraben werde“, notiert Klemperer kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

 

„Ich habe den Eindruck, dass eine Explosion bevorsteht. Ich rechne mit Pogromen, Ghetto, Geld und Hausentziehung. Mit allem. Vielmehr: Ich rechne mit nichts.“ Klemperer wird zwangspensioniert, seine Buchverträge annulliert.

Aufmarsch des Arbeitsdienstes auf dem Reichsparteitag in Nürnberg 1935  (picture alliance / IMAGNO/Austrian Archives) Aufmarsch des Arbeitsdienstes auf dem Reichsparteitag in Nürnberg 1935  (picture alliance / IMAGNO/Austrian Archives)

„Ich habe den Eindruck, dass eine Explosion bevorsteht. Ich rechne mit Pogromen, Ghetto, Geld und Hausentziehung. Mit allem. Vielmehr: Ich rechne mit nichts.“ Klemperer wird zwangspensioniert, seine Buchverträge annulliert.

 

„Und immer mehr glaube ich, dass Hitler die deutsche Volksseele verkörpert. Dass er wirklich Deutschland bedeutet. Womit ich denn nicht nur äußerlich vaterlandslos geworden bin.“

Hitler auf Sängerbundesfest im Juli 1937 (picture alliance / akg-images) Hitler auf Sängerbundesfest im Juli 1937 (picture alliance / akg-images)

„Und immer mehr glaube ich, dass Hitler die deutsche Volksseele verkörpert. Dass er wirklich Deutschland bedeutet. Womit ich denn nicht nur äußerlich vaterlandslos geworden bin.“

 

„Nerven behalten, Nerven behalten“, beschwört sich Klemperer. Die Ehe mit Eva schützt ihn vor der Deportation nach Polen. Ihr Alltag ist geprägt von massiven Einschränkungen und Demütigungen. Die Jahre 1941 und 1942.

Ein abgenähter Judenstern in der Ausstellung "Nationalsozialismus in Freiburg".  (imago / Winfried Rothermel) Ein abgenähter Judenstern in der Ausstellung "Nationalsozialismus in Freiburg".  (imago / Winfried Rothermel)

„Nerven behalten, Nerven behalten“, beschwört sich Klemperer. Die Ehe mit Eva schützt ihn vor der Deportation nach Polen. Ihr Alltag ist geprägt von massiven Einschränkungen und Demütigungen. Die Jahre 1941 und 1942.

 

„Ich habe kein Veronal. Ich habe keinen Mut“. Im Chaos der Zerstörung Dresdens entfernt Klemperer den gelben Stern. Das Kriegsende erlebt das Ehepaar Klemperer in Bayern. Die Jahre 1943 bis 1945.

Nach den Bomenangriffen amerikanischer und britischer Flugzeuge auf Dresden am 13. und 14.02.1945 werden die zahlreichen Leichen, die auf der Straße liegen geborgen. Bei dem Angriff wurde die historische Innenstadt von Dresden nahezu völlig zerstört, bis zu 35.000 Menschen wurden getötet. (picture alliance / dpa) Nach den Bomenangriffen amerikanischer und britischer Flugzeuge auf Dresden am 13. und 14.02.1945 werden die zahlreichen Leichen, die auf der Straße liegen geborgen. Bei dem Angriff wurde die historische Innenstadt von Dresden nahezu völlig zerstört, bis zu 35.000 Menschen wurden getötet. (picture alliance / dpa)

„Ich habe kein Veronal. Ich habe keinen Mut“. Im Chaos der Zerstörung Dresdens entfernt Klemperer den gelben Stern. Das Kriegsende erlebt das Ehepaar Klemperer in Bayern. Die Jahre 1943 bis 1945.