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Interview | Beitrag vom 14.09.2019

Günter Netzer wird 75 Jahre altEin Glückskind der 70er-Jahre

Stefan Osterhaus im Gespräch mit Ute Welty

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Günter Netzer, ehemaliger Fußballspieler und  Unternehmer.  ( Sebastian Gollnow/dpa/picture-alliance)
Der frühere Fußballer Günter Netzer ( Sebastian Gollnow/dpa/picture-alliance)

Günter Netzer war Deutschlands erster Fußball-Popstar, sagt Sportjournalist Stefan Osterhaus. Heute wird er 75 Jahre alt und ist schon lange vom Rebell zum Manager geworden.

Günter Netzer sei das "Glückskind der 70er-Jahre" gewesen, würdigt  Sportjournalist Stefan Osterhaus der früheren Spitzenfußballer zu dessen 75. Geburtstag. Netzer war einer der besten Mittelfeldspieler, der mit langen Pässen viele Spiele seiner Mannschaften prägte.

Damals sei vieles zusammen gekommen, was man zu der Zeit noch nicht mit einem Fußballer assoziiert hätte, sagt Osterhaus: "Er war der einzige Popstar, den die Bundesliga zu der Zeit wirklich hatte." Dagegen sei Franz Beckenbauer geradezu bieder gewesen.

Günter Netzer, der frühere deutsche Fußballnationalspieler von Borussia Mönchengladbach. (dpa)Der frühere Fußballspieler Günter Netzer war zu seiner Zeit eine Kultfigur mit einer Kultfrisur. (dpa)

Dabei komme Netzer nur auf 37 Länderspiele, was eigentlich sehr wenig sei. Hubert Vogts komme im Vergleich auf 96 Länderspiele und Beckenbauer auf 103. Netzer habe auch nur zwei Turniere gespielt, was auch wenig sei. "Aber es war die Erscheinung, die Aura, die ihn so herausgehoben hat", sagt der Sportjournalist.

Rebell und dann Manager

Netzer sei fußballerisch einer der ganz Großen gewesen. "Er hat einen ganz eigenartigen Stil gehabt. Er hat sehr viel Dynamik gehabt." Das traue man ihm heute gar nicht mehr zu. "Er war ein Hedonist auf dem Platz, das hat seinen Stil auch ausgezeichnet", sagt Osterhaus.

Früher sei das rebellische Element bei Netzer sehr ausgeprägt gewesen. Seine Biographie heiße deshalb "Manager und Rebell". In den vergangenen Jahren sei der frühere Fußballer vor allem Manager gewesen. Netzer lebe heute in Zürich, sei längst Schweizer geworden und habe die vergangenen Jahre mit Sportrechten gehandelt.

(gem)   

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