Dienstag, 18.06.2019
 

Kulturnachrichten

Montag, 3. August 2015

Grütters weist Plattner-Kritik an Kulturgutschutzgesetz zurück

Debatte über mögliche Kunst-Verluste zieht weiter Kreise

Die Behörde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters wies die Bedenken des Mäzens Hasso Plattner zurück, die Pläne gefährdeten den Wert seiner Sammlung. Plattner hatte angekündigt, seine Sammlung mit Werken des Impressionismus und der Klassischen Moderne möglicherweise nicht wie geplant ab 2017 in Potsdam auszustellen, falls das Gesetz kommt. Seine Bedenken seien "vollkommen unbegründet und haben sachlich nichts mit der aktuellen Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes zu tun", erklärte ein Sprecher von Grütters. Die bereits seit Jahrzehnten gängige Entscheidungspraxis, was für die deutsche Kulturgeschichte von einer Sachverständigenkommission als national wertvolles Kulturgut eingestuft wird, ändere sich mit der geplanten Neuregelung nicht. Auch die Einwände des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs in Bezug auf das Gesetz entbehrten "jeder sachlichen und inhaltlichen Grundlage".

Neues Mobiliar für Dessauer Meisterhäuser

Junge Designer entwerfen neue Inneneinrichtung

Junge internationale Designer erschaffen in den kommenden drei Monaten eine aktuelle Inneneinrichtung für die Meisterhäuser in Dessau. Als Stipendiaten arbeiten sie ab heute bis Ende Oktober in Teams zusammen, wie die Stiftung Bauhaus Dessau mitteilte. Ziel sei, die Meisterhäuser wieder zu Wohn- und Arbeitsorten für Kreative zu machen. Für das kommende Jahr ist ein Residenzprogramm geplant. In den 20er Jahren seien die Meisterhäuser Schaufenster einer modernen Wohnkultur gewesen und mit Möbeln aus den Bauhaus-Werkstätten ausgestattet. Die Dessauer Meisterhaussiedlung gehört wie das Bauhaus zum Unesco-Welterbe. Insgesamt vier Häuser zählen zu dem Ensemble, darunter drei Doppelhäuser. Sie wurden vom Architekten Walter Gropius (1883-1969) entworfen, der das Bauhaus gegründet hatte.

"Jim Knopf"-Jubiläumsausgabe: Wort "Neger" bleibt drin

Das Wort "Neger" in "Jim Knopf"-Erzählung wird nicht ersetzt

Das heute als rassistisch geltende Wort "Neger" bleibt in der Jubiläumsausgabe von Michael Endes "Jim Knopf und Lukas der Lokomotovführer" erhalten. Als Gründe gab der Stuttgarter Verlag Thienemann-Esslinger zum einen an, dass sich der Autor Michael Ende (1929-1995) nicht mehr äußern könne; zum anderen, dass das Wort "Neger" nur in einer Szene vorkomme, die vor allem dazu diene, den Fotografen Herrn Ärmel als Besserwisser darzustellen. Man habe sich deshalb entschieden, den Begriff in der colorierten Ausgabe von "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" zum 55. Geburtstag stehen zu lassen, teilte der Verlag mit. Das Wort wird verwendet, als die Bewohner von Lummerland das fehlgeleitete Postpaket mit dem schwarzen Baby Jim finden und Herr Ärmel sagt: "Das dürfte vermutlich ein kleiner Neger sein."

Theaternetzwerk Mecklenburgische Seenplatte gegen geplante Reform

Bürger fordern Erhalt von Vier-Sparten-Theater

Die geplante Theater- und Orchesterreform im Osten Mecklenburg-Vorpommerns stößt weiter auf Widerstand: In einem Bürgerbegehren in Neustrelitz fordert das Netzwerk den Erhalt der Theater- und Orchester GmbH (TOG) Neubrandenburg/Neustrelitz mit der Deutschen Tanzkompanie als produzierendes Vier-Sparten-Haus. Das Theaternetzwerk Mecklenburgische Seenplatte habe etwa doppelt so viele Unterschriften wie für das Bürgerbegehren nötig gesammelt, teilte heute ein Netzwerksprecher mit. Die Schweriner Landesregierung will aus Kostengründen die defizitären Theater und Orchester im Osten zu einem "Staatstheater Nordost" fusionieren. Neustrelitz drohen große Einschnitte, unter anderem würde die Tanzkompanie geschlossen. Die Neustrelitzer Stadtvertretung muss sich voraussichtlich im September mit der umstrittenen Theaterfusion befassen.

Run auf die Tickets für Wacken 2016

Mehr als 65 000 Karten verkauft

Die Karten fürs nächste Heavy-Metal-Festival 2016 in Wacken gehen weg wie warme Semmeln. Der Vorverkauf startete um Mitternacht für das kommende Jahr, heute Mittag waren bereits mehr als 65 000 der insgesamt 75 000 Karten weg, teilte eine Festivalsprecherin mit. Im vergangenen Jahr hatten die Veranstalter bereits nach zwölf Stunden "ausverkauft" gemeldet. Gestern ging das 26. Wacken Open Air zu Ende. Zum nächsten Wacken-Open-Air vom 4. bis 8. August 2016 werden wieder Metal-Fans aus aller Welt erwartet.

Muslimisches Studienwerk für mehr interreligiösen Dialog

Studienwerk Avicenna fordert verstärkten Austausch

Der Geschäftsführer des muslimischen Studienwerks Avicenna, Hakan Tosuner, hat zu mehr Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen aufgerufen. "Wir brauchen mehr Austausch, mehr Dialog und mehr Vertrauen", sagte er heute der "Süddeutschen Zeitung". Das Avicenna-Studienwerk besteht seit 2012 und ist das jüngste der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) anerkannten deutschen Begabtenförderungswerke. Gefördert wird neben überdurchschnittlichen Leistungen auch gesellschaftliches Engagement muslimischer Studierender. Das Studienwerk sei ein Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins und Selbstverständnisses unter Muslimen in Deutschland, sagte Tosuner. Dennoch seien Muslime nach wie vor häufig von Misstrauen und Ausgrenzung betroffen.

Inklusionsmusical tourt ab September durch Deutschland

"Grand Hotel Vegas" vereint Menschen mit und ohne Behinderung

"Grand Hotel Vegas", das größte Inklusionsmusical Deutschlands, geht ab September auf Deutschlandtournee. In dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projekt spielen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Initiatoren des Musicals sind das Geschwisterpaar Patsy Hull-Krogull und Michael Hull. Sie betreiben die Osnabrücker Tanzschule und haben 2003 die "Patsy & Michael-Hull-Foundation" gegründet, die sich für Inklusion durch Tanz und Bewegung stark macht. Das Musical helfe auch, Unsicherheiten abzubauen, sagt Hull-Krogull: "Die Grenzen liegen in unserem Kopf." Bei der Probe mache es keinen Unterschied, ob jemand im Rollstuhl sitze oder nicht. Stationen der Tour sind unter anderem Berlin, Magdeburg, Hamburg, Frankfurt, Essen und Stuttgart.

Junge Architekten haben in Deutschland keine Chance

Direktor des Deutschen Architekturmuseums übt scharfe Kritik

Eine gealterte Architektengeneration hält in Deutschland jüngere Kollegen systematisch von Wettbewerben fern und damit von der Chance an Aufträge zu kommen. Der Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, Peter Cachola Schmal, kritisiert Bewerbungsverfahren, bei denen bisweilen drei vergleichbare Projekte in den letzten fünf Jahren gefordert würden. Das könnten nur große, spezialisierte Büros erfüllen. So bekomme man zwar Architekten mit Erfahrung, "aber nicht die besten Ideen". Seine Forderung: Es müsse mehr offene Wettbewerbe geben, "damit auch der kreative Nachwuchs eine Chance hat". Architekten, die Bauherren bei Ausschreibungen beraten, hätten es in der Hand, das zu forcieren. "Unser Nachwuchs ist heute 50", sagt Cachola Schmal, der auch in der Jury sitzt für Nachwuchspreise wie "Max 40". Dafür darf man nicht älter sein als 40 Jahre und muss etwas unter dem eigenen Namen gebaut haben. "Was da eingereicht wird, ist beschämend", findet der Juror: Mehr als Anbauten und Cafeterias würden kaum geboten. "In China bauen Architekten mit 40 Siedlungen, Universitäten und Kliniken."

Björk begeistert in Berliner Zitadelle

Isländischer Vulkan vor Renaissance-Festung

Mit Feuerwerk, Video-Show und Geigen hat die isländische Musikerin Björk vor rund 12 000 begeisterten Zuschauern in Berlin ihr einziges Deutschland-Konzert des Jahres gegeben. Am sommerlich warmen Sonntagabend spielte die 49-Jährige anderthalb Stunden unter freiem Himmel in der ausverkauften Zitadelle Spandau. Vor der Kulisse der Renaissance-Festung am Havelufer lauschten Björks Fans ihrem Avant-Garde-Elektropop, während immer wieder Funken, Flammen und bunter Rauch in den Himmel aufstiegen. Die Skandinavierin stand mit einem 15-köpfigen Streichorchester sowie einem DJ und einem Schlagzeuger auf der Bühne.

Stadionverbot für Bollywood-Star Shah Rukh Khan aufgehoben

Shah Rukh Khan darf sein Kricket-Team wieder anfeuern

Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan darf nach einem dreijährigen Verbot wieder das Kricketstadion Wankhede in Mumbai betreten. Khan war nach einer Pöbelei im Jahr 2012 der Zutritt für fünf Jahre untersagt worden. Er soll nach einem Spiel im angetrunkenen Zustand Platzwächter und Sportfunktionäre angepöbelt haben. Später entschuldigte er sich für sein "Fehlverhalten". Nun habe der Kricketverband der indischen Metropole beschlossen, ihn vorzeitig wieder hereinzulassen, berichtete heute die Zeitung "Times of India". Die Entscheidung sei wegen Khans Popularität gut für die indische Kricket-Liga. Kricket ist mit Abstand Indiens beliebteste Sportart. Khan ist Mit-Besitzer des Kricket-Teams Kolkata Knight Riders (KKR).

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