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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 21.01.2017

Grüne Woche in BerlinMelkroboter und Rückenkratzer für Kühe

Von Inga Höltmann

Bauern mit ihren Tieren zu Gast auf der Grünen Woche in Berlin. (Deutschlandradio Kultur)
Bauern mit ihren Tieren zu Gast auf der Grünen Woche in Berlin. (Deutschlandradio Kultur)

Erntemaschinen groß wie ein Haus und Kühe, die sich mithilfe von Robotern selbst melken - auf der Grünen Woche lässt sich der derzeitige Stand der Landwirtschaft bestaunen. Zudem geht es um Gartenbau, Ernährung und Güteklasse von Lebensmitteln.

Für die Grüne Woche werden alljährlich Ställe in die Messehallen verlegt, in der Schweine und Kühe unter den Augen der Besucher für anderthalb Wochen leben. Sie gilt als eine der wichtigsten Messen für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau. Ein Betrieb aus Niederbayern hat seine Kühe nach Berlin gebracht und demonstriert stolz, wie sich die Kühe mittlerweile selbst melken: Wenn das Euter drückt, treten sie in eine Schleuse, die in das Gehege integriert ist. Die Sensoren des Melkroboters erkennen, wo das Euter sitzt, etwa fünf Minuten dauert das Melken. Neben der Schleuse hängt eine runde Bürste, die elektrisch angetrieben den Rücken kratzt, wenn sich die Kuh drunterstellt.

Gegenüber steht eine Erntemaschine groß wie ein Haus. Besucher klettern darauf herum und machen Selfies im Cockpit.

An der Wand der Halle hängt ein riesiges Plakat, das einen modernen, offenen Kuhstall zeigt. Die Tiere können sich hier frei bewegen und fressen und dösen wie sie wollen. "Wenn sich die Tiere wohl fühlen, geben sie mehr Milch", erläutert die Landwirtin das Prinzip.

Rassekatzen werden übers Parkett geschleift

In einer anderen Halle stehen Pferde in engen Boxen und warten darauf, ein paar Mal kurz im Kreis herumlaufen zu dürfen. Daneben dämmern Bullen, Schafe und Ziegen in kleinen Verschlägen. Direkt nebenan ist die offene Schlachterei, in der ein Schlachter eine rosabraune wabblige Masse aus einem metallenen Industriebottich schabt.

An einem anderen Stand kann man ionisiertes Wasser probieren. 1200 Euro kostet der Filter für Zuhause, für den der Verkäufer bereitwillig Prospekte rausgibt. In derselben Halle erläutert ein großes Plakat die Güteklassen von Lebensmitteln: Schon kleine optische Makel lassen sie in der Klasse abstürzen. In einer anderen Halle werden zwischen Holzhäuschen für den Garten und rollbaren Garagentoren Rassekatzen über das Parkett geschleift. Ein mitgebrachter Hund schlägt kurz an, die Besitzerin lacht nur.

Macht Euch die Erde untertan, steht in der Bibel. Eine moderne Auslegung dessen kann man in diesen Tagen in Berlin begutachten.

Die Grüne Woche läuft noch bis zum 29. Januar 2017 in Berlin.


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