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Kulturnachrichten

Sonntag, 24. Februar 2019

Große Sempé-Illustration auf Pariser Häuserwand

Die Metropole will so ihr Stadtbild verschönern

Eine Illustration des berühmten französischen Zeichners Jean-Jacques Sempé ist mitten in Paris auf einer Hausfassade im 3. Arrondissement zu sehen. Die sieben Meter hohe und fünf Meter breite Reproduktion des Sempés-Werkes wurde von dem Pariser Künstler Jean-Marie Havan gemalt - in rund 200 Stunden. Die Radfahrer sind klein, die Landschaft ist riesig: der Zeichner hat seine Helden oft auf Zweirädern dargestellt. Die Initiative geht unter anderem auf die Stadt Paris zurück, mit der die Metropole verschönert werden soll. Sempé gehört zu den bedeutendsten Zeichnern und Karikaturisten Frankreichs. Der 86-Jährige ist mit der Kinderbuchserie "Der kleine Nick" berühmt geworden, die er illustriert und der 1977 verstorbene René Goscinny geschrieben hat. Die Anekdoten über einen Schuljungen und seine Freunde im Frankreich der 50er- und 60er-Jahre haben sich millionenfach verkauft. Seine Geschichten haben oft einen philosophischen Hintergrund. Die beiden Fahrradfahrer, die sich nun auf der Pariser Häuserwand kreuzen, ohne dass sich ihre Wege schneiden, versinnbildlichen die Kommunikation unserer heutigen vernetzten Gesellschaft.

Pippi Langstrumpfs Papagei und ältester Elefant Deutschlands sind tot

Karlsruher Zoo meldet zwei Trauerfälle

Der Pippi Langstrumpfs Papagei Rosalinda ist tot. Mit 51 Jahren habe der hellrote Ara ein "fast biblisches" Alter erreicht, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Karlsruhe. Das Tier starb demnach am Samstag im Karlsruher Zoo auf dem Arm von Zoodirektor Matthias Reinschmidt an Altersschwäche. Rosalinda ist der Filmname des Vogels, der durch den Film "Pippi in Taka-Tuka-Land" bekannt wurde. Der Ara - eigentlich ein Männchen mit Namen Douglas - drohte 2016 eingeschläfert zu werden. Schwedische Behörden hatten seinen Käfig im schwedischen Malmö für zu klein befunden. Nach einem medialen Aufschrei bot sich der Karlsruher Zoo an, dem berühmten Vogel Unterschlupf zu bieten. Der Karlsruher Zoo meldet noch einen weiteren Trauerfall: Ebenfalls am Samstag ist die 63 Jahre alte Elefantenkuh Rani gestorben. Rani galt als der älteste Elefant Deutschlands. Er konnte sich bereits nicht mehr auf den Beinen halten und starb an Kreislaufversagen, kurz bevor eine Tierärztin das dreieinhalb Tonnen schwere Tier erlösen konnte. Rani war im Oktober 1957 als zweijähriges Jungtier als Wildfang aus Indien nach Karlsruhe gekommen. "Rani stand wie kein anderes Tier über Jahrzehnte als ein Symbol unseres Zoos. Wir alle trauern um sie", sagte Zoodirektor Reinschmidt.

Bela B: "Schrei nach Liebe" wäre heute schwerer zu schreiben

Ärzte-Musiker: Politisches Umfeld ist deutlich komplexer als früher

Ein Lied wie "Schrei nach Liebe", das zur Hymne gegen Rechtsradikalismus avancierte, wäre nach Einschätzung von Bela B im heutigen politischen Umfeld kaum zu schreiben: "Heute kannst du nicht so einfach mit Faust hoch und 'Ihr seid alle Nazis' kommen", sagte der Ärzte-Musiker der "Welt am Sonntag". Zur Begründung sagte er, "es gibt eine Partei im Bundestag, die mit der extremen Rechten schmust, es gibt die vermeintlich rebellischen Identitären als Angebot an die Jugend, es gibt Bestrebungen, das Holocaustleugnen in den politischen Diskurs zu bringen - das in einen Drei-Minuten-Song zu packen ist schwierig." Die Ärzte hatten "Schrei nach Liebe" 1993 erstmals veröffentlicht. 2015 kehrte das Lied in Reaktion auf fremdenfeindiche Ausschreitungen gegen Flüchtlinge nach einer Kampagne in sozialen Netzwerken in die Charts zurück und schaffte es dort sogar auf Platz eins.

Zehntausende kommen zu Manga-Ausstellung in Tokyo

Japanische Regierung will gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen

In Japan hat eine Manga-Messe von Fans für Fans Zehntausende Besucher angelockt. Bei der "Haru Comic City" auf dem Messegelände Tokyo Big Sight boten Manga-Fans ihre selbst gezeichneten Werke zum Kauf an. In Japan entwerfen viele Leser ihre eigenen Comics. Manche sind eine Art Parodie oder auch eine Hommage an die Werke professioneller Comic-Zeichner. Solche Mangas werden von Fans "zweite Kreation" genannt. Während sich hierbei Urheberrechtsverletzungen in Grenzen halten, sind sie bei digitalen Mangas ein großes Problem. Dagegen will die japanische Regierung nun mit verschärften Gesetzen vorgehen. Künftig soll das unerlaubte Herunterladen von digitalen Comic-Darstellungen und anderen literarischen Werken unter Strafe stehen. Bislang gilt dies nur für illegale Downloads von Musik und Videos.

Zentralrat der Juden beunruhigt über Vorfälle in Frankreich

Antisemitismusbeauftragter fordert entschlossenere Bekämpfung des Judenhasses

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zeigt sich besorgt über einen zunehmenden Antisemitismus in Frankreich. "Die antisemitischen Vorfälle in Frankreich beunruhigen und erschrecken auch die jüdische Gemeinschaft in Deutschland", sagte er der "Welt am Sonntag". In Deutschland sehe er derzeit im Bereich der Bildung und bei den Statistiken Handlungsbedarf. "Die Erfassung antisemitischer Vorfälle muss ausgeweitet und verbessert werden, damit wir ein realistisches Bild der Lage erhalten", so Schuster. "Daneben müssen wir ganz stark im Bildungsbereich vorankommen. (...) Lehrkräfte müssen selbst einen klaren Kompass haben und in der Lage sein, alle Formen von Antisemitismus zu erkennen." Ebenso müssten sie mit Methoden vertraut sein, um gegen Antisemitismus unter Schülern vorzugehen, forderte der Zentralrats-Präsident. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sprach sich zur Bekämpfung des Judenhasses für eine entschlossenere Anwendung der vorhandenen Gesetze aus. "Polizei und Justiz sollten die bestehenden Instrumente häufiger anwenden", sagte er der Zeitung. Wenn etwa Gewaltdelikte aus antisemitischer, rassistischer oder anderer "Hassmotivation" begangen würden, sollten die Täter besonders hart bestraft werden, so Klein weiter.

Franziskus: "Kirche braucht einen Mentalitätswechsel"

Papst ruft Kirche zum konsequenten Kampf gegen Missbrauch auf

Papst Franziskus hat die Kirche zum kompromisslosen Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen aufgerufen. Zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels sagte der Papst im Vatikan: "Kein Missbrauch darf jemals mehr vertuscht werden, wie dies in der Vergangenheit üblich war." Das Vertuschen fördere die Ausbreitung dieses Übels und schaffe eine neue Skandalebene, betonte der Papst. Er forderte die Bischöfe, Ordensoberen und vatikanischen Behördenchefs auf, neue Ansätze zur Vorbeugung gegen Missbrauch auf allen Ebenen der Kirche zu entwickeln. Die Kirche brauche einen "Mentalitätswechsel", sagte der Papst weiter. An die Stelle einer Haltung, der es um die Verteidigung der Institution gehe, müsse den Opfern Vorrang gegeben werden. In der Priesterausbildung müsse darauf geachtet werden, dass Menschen mit ungeeigneter Persönlichkeitsstruktur vom Priesteramt ausgeschlossen werden.

Schilling hat in Hollywood keine langfristigen Pläne

Schauspieler tippt auf "Bohemian Rhapsody" als Oscar-Gewinner

Tom Schilling habe zu enge familiäre Bindungen in Deutschland, um in Hollywood "nachhaltig" zu arbeiten, sagte der Schauspieler wenige Stunden vor der Oscar-Verleihung auf dem traditionellen Empfang der deutschen Oscar-Anwärter in der historischen Villa Aurora. In dem für den Auslands-Oscar nominierten Künstlerporträt "Werk ohne Autor" spielt er die Hauptfigur des Kurt Barnert, angelehnt an das Leben der Künstlers Gerhard Richter. Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck hält große Stücke auf seinen Star und glaubt, dass er in Hollywood Chancen hätte. Doch Schilling will abwarten: "Ich werde hier keine Klinken putzen, dafür bin ich zu schüchtern", sagte er. Ob er einen Oscar-Favoriten hätte? Schilling habe zu wenige Filme gesehen, bedauert er. Doch "Bohemian Rhapsody" über den Queen-Sänger Freddie Mercury habe ihn im Flugzeug auf dem Weg nach Los Angeles zu Tränen gerührt. Als Junge sei die Band seine erste große musikalische Liebe gewesen.

"Roma" und Glenn Close bekommen Indie-Preise

Spirit Awards wurden verliehen

Kurz vor der Oscar-Gala ist "Roma" in der Sparte "Bester Internationaler Film" bei den Spirit Awards für Independent-Filme ausgezeichnet worden. Der Film von Regisseur Alfonso Cuarón ist neben dem deutschen Beitrag "Werk ohne Autor" und "Cold War" aus Polen auch im Rennen um den Auslands-Oscar. Glenn Close ("Die Frau des Nobelpreisträgers") holte den Spirit Award als beste Hauptdarstellerin. Für dieselbe Kategorie gilt sie auch als Oscar-Favoritin. Als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde Ethan Hawke für seine Rolle als zweifelnden Pfarrer in dem Thriller "First Reformed". Die Independent Spirit Awards zeichnen Produktionen aus, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. Sie werden traditionell am Vortag der Oscars in einem Festzelt am Strand von Santa Monica verliehen.

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