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Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. November 2015

Große Nachfrage nach Helmut Schmidts letztem Buch

"Was ich noch sagen wollte" war gestern das meist verkaufte Sachbuch

Nach dem Tod von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt stößt sein letztes Buch "Was ich noch sagen wollte" auf großes Interesse. Es sei am Mittwoch das meistverkaufte Sachbuch in Deutschland gewesen, teilte GfK Entertainment am Donnerstag mit. Schmidt erzählt darin nach Verlagsangaben von Menschen, die ihn prägten und an deren Beispiel er sich orientierte. Der SPD-Politiker war am Dienstag im Alter von 96 Jahren in Hamburg gestorben.

EuGH kippt Kopiervergütung an Verlage

Urteil betrifft auch deutsche Verwertungsgesllschaften

Vergütungen für das private Kopieren, die etwa in Copyshops oder beim Kauf eines Druckers anfallen, stehen grundsätzlich den Autoren zu. Werden Verlage auf Kosten der Autoren vergütet, ist das europarechtswidrig. Das entschied der Europäische Gerichtshof mit einem heute veröffentlichten Urteil. Es könnte auch Auswirkungen auf die deutsche Verwertungsgesellschaft VG Wort haben, die „Kopierpefennige" einsammelt und einen pauschalen Verlegeranteil vorsieht. Gegen eine Regelung im deutschen Urheberrecht, dass Autoren erlaubt, Vergütungsansprüche vertraglich an Verwertungsgesellschaften abtreten dürfen, läuft bereits eine Klage.

Erneute Kritik an Remarque-Friedenspreis für Adonis

Spiegel berichtet über Nähe des Schriftstellers zum politischen Extremismus

Nachdem die Stadt Osnabrück die Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises an den syrischen Dichter Adonis verschoben hat, hat sich ein weiterer Kritiker zu Wort gemeldet. Der irakische Schriftsteller Najem Wali hat die Jury aufgefordert, über die Entscheidung noch einmal "grundsätzlich nachzudenken". In einem Beitrag für das am Samstag erscheinende Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" beschreibt der in Berlin lebende Autor die Nähe von Adonis zum politischen Extremismus und religiösen Fundamentalismus. Wali kritisiert die einstige Begeisterung von Ali Ahmad Said alias Adonis für die iranische Revolution des Ajatollah Khomeini. Dem habe der Lyriker ein Lobgedicht gewidmet. Zudem habe Adonis früher den Wahhabismus verharmlost, der terroristische Gruppen wie Al-Kaida und den "Islamischen Staat" ideologisch präge. Adonis sollte die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung eigentlich am 20. November entgegennehmen.

15 Millionen mehr für kulturelle Filmförderung

Etat wird unerwartet von 4,5 auf 20 Millionen aufgestockt

Für die kulturelle Filmförderung in Deutschland gibt es einen unerwarteten Nachschlag von 15 Millionen Euro. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitteilte, beschloss dies der Haushaltsausschuss des Bundestags in seiner sogenannten Bereinigungssitzung. "Das Filmpaket ist sehr, sehr gut. Es stärkt nochmals unsere Bemühungen um das Kulturgut Film", so Grütters. Speziell für die Förderung kultureller Filmprojekte hatte es bisher nur etwa 4,5 Millionen Euro gegeben. Mit dem Nachschlag sind es nun fast 20 Millionen. Zudem bewilligten die Haushälter nochmals eine Million Euro für die Digitalisierung des Filmerbes sowie 400 000 Euro für die Deutsche Kinemathek.

Neuer Chef beim Deutschen Symphonie-Orchester

Der Brite Robin Ticciati wird ab 2016/17 künstlerischer Leiter in Berlin

Der erst 32-jährige Dirigent Robin Ticciati hat seinen Vertrag als neuer künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) Berlin unterzeichnet. Der Brite tritt sein zunächst auf fünf Jahre festgelegtes Engagement zur Saison 2017/18 an. An der Vertragsunterzeichnung nahmen auch der verantwortliche Geschäftsführer Thomas Kipp, der Orchestervorstand sowie Orchesterdirektor Alexander Steinbeis teil. In der aktuellen Spielzeit wird Ticciati das DSO am 28. Februar 2016 in der Berliner Philharmonie dirigieren. Er ist seit 2009 Chefdirigent beim Scottish Chamber Orchestra und seit Sommer 2014 Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera. Regelmäßig gastiert er bei international führenden Orchestern.

Dieter Wieland erhält Lessing-Preis für Kritik 2016

Der Dokumentarfilmer dreht seit 1964 unter anderem Dorfzerstörungen und Bausünden

Der Dokumentarfilmer und Autor Dieter Wieland erhält den mit 15 000 Euro dotierten Lessing-Preis für Kritik 2016. Seit den frühen 1970er Jahren habe Wieland auf einzigartige Weise Kritik an Landschaftszersiedlung, Dorfzerstörung und architektonischen Bausünden geübt, erklärte die Jury zur Begründung. Wieland wurde in Berlin geboren und lebt heute im bayerischen Uffing am Staffelsee. Seit 1964 dreht er Filme für den Bayerischen Rundfunk. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Lessing-Akademie Wolfenbüttel und der Braunschweigischen Stiftung vergeben. Frühere Preisträger waren unter anderem Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und Philosoph Peter Sloterdijk. Der Lessing-Preisträger darf traditionell einen Förderpreisträger bestimmen. Diesmal erhält der bayerische Publizist und Journalist Thies Marsen den Förderpreis. Er hat sich intensiv mit der NS-Vergangenheit und dem Neofaschismus in Deutschland beschäftigt.

Fernando del Paso erhält Cervantes-Literaturpreis

Mexikaner erhält den wichtigsten spanischsprachigen Literaturpreis

Der mexikanische Schriftsteller Fernando del Paso hat den diesjährigen Cervantes-Preis gewonnen. Dies gab der spanische Kulturminister Íñigo Méndez de Vigo am Donnerstag in Madrid bekannt. Der Cervantes-Preis ist mit 125 000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt. Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung an die ungeschriebene Regel, wonach die Auszeichnung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zugesprochen wird. Im Vorjahr hatte der Spanier Juan Goytisolo den Cervantes-Preis erhalten.

Käthe-Kollwitz-Preis für Edmund Kuppel

Das Werk habe laut Jororen bislang zu wenig Beachtung gefunden

Edmund Kuppel erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2016. Von der Akademie der Künste wird damit ein außerordentlich vielschichtiges und umfangreiches Werk der analytischen Fotografie ausgezeichnet, das um die Entstehungsprozesse, die technischen Bedingungen sowie die Wahrnehmung des Fotografierens kreist. Neben den skulpturalen Fotoarbeiten stehen Filme und Videos, für die Edmund Kuppel individuelle Vorführgeräte und Installationen für Projektionen entwickelt hat. Die Juroren heben hervor, dass es sich um ein herausragendes, unterschiedlichste Medien reflektierendes Werk handelt, das für alle Generationen relevant sei und bislang zu wenig Beachtung gefunden habe. Der Käthe-Kollwitz-Preis wird jährlich an einen bildenden Künstler vergeben.

Staatsgalerie Stuttgart: Audioguide zur Nazi-Vergangenheit

Provenienzforschung soll auch Besuchern zugänglich gemacht werden

Die Staatsgalerie Stuttgart hat einen Audioguide zur Nazi-Vergangenheit ihrer Bilder in Betrieb genommen. Den Besuchern wird in kompakten Beiträgen und teils mit historischen Fotos die meist recht wechselvolle Geschichte hinter elf Kunstwerken aus der Sammlung erzählt. "Die Heiligen Drei Könige mit Gefolge" aus dem 15. Jahrhundert etwa hatte sich NS-Politiker Hermann Göring in der Staatsgalerie für seinen Jagdsitz ausgesucht. Oder ein Selbstbildnis von Max Beckmann, das von den Nazis als "entartet" beschlagnahmt und dann nach dem Krieg aber ein zweites Mal erworben wurde. "Wir wollen die Provenienzforschung, die sonst hinter den Kulissen stattfindet, allen zugänglich machen", sagte Direktorin Christiane Lange. Die Forscher befassen sich vor allem mit Werken, die nach 1933 erworben oder die vor 1945 entstanden sind. In der Staatsgalerie sind 1500 Gemälde und 4500 Grafiken betroffen.

Internationale Kritik an Kulturgutschutzgesetz

Durch das deutsche Gesetz drohe dem Land eine '"Verarmung seiner Kulturlandschaft"

Das geplante Gesetz zum Schutz von Kulturgütern in Deutschland stößt auch international bei Kunsthändlern auf scharfe Kritik. Der Bundesrepublik drohe "eine Verarmung ihrer Kunstlandschaft", sagte der Präsident des Internationalen Verbandes der Antikenhändler (IADAA), Vincent Geerling. Der IADAA veröffentlichte heute in Basel einen Aufruf an den deutschen Bundesrat, den von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorgelegten Gesetzentwurf nicht ohne erhebliche Änderungen zu akzeptieren. Andernfalls drohe eine Abwanderung internationaler Kunsthändler aus der Bundesrepublik. Nach den Plänen Grütters soll künftig für den Export von wertvolleren Kunstwerken auch im Bereich des EU-Binnenmarktes eine staatliche Genehmigung notwendig sein. "Ich weiß, dass sich bereits viele Unternehmen darauf einstellen, nun Zweigstellen nach Belgien, in die Niederlande oder nach London zu verlegen", sagte Geerling.

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