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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 11.07.2016

Großbritannien und die EUCameron will am Mittwoch zurücktreten

Großbritanniens Premierminister David Cameron und Innenministerin Theresa May laufen auf die Kamera zu. (AFP/ Toby Melville)
Großbritanniens Premierminister David Cameron mit Innenministerin Theresa May bei einem Empfang in London. (AFP/ Toby Melville)

Der britische Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt für Mittwoch angekündigt. Nachfolgerin wird die bisherige Innenministerin Theresa May. Sie solle noch in dieser Woche das Amt als Regierungschefin antreten, sagte Cameron. May war nach dem Rückzug von Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom die einzige verbliebene Kandidatin.

"Wir werden bis Mittwochabend in diesem Gebäude einen neuen Premierminister haben", sagte der scheidende britische Regierungschef David Cameron am Montag vor seinem Amtssitz in der Downing Street in London. Seine Nachfolge tritt die bisherige Innenministerin Theresa May an. Sie habe seine volle Unterstützung, betonte Cameron. 

Am Dienstag wolle er seine letzte Kabinettssitzung leiten, so Cameron weiter. Am Mittwoch werde er dann Königin Elizabeth II. seinen Rücktritt anbieten. 

May nach Rückzug von Angela Leadsom einzige Kandidatin

Der rasche Wechsel wurde möglich, nachdem Mays Konkurrentin, Energie-Staatssekretärin Angela Leadsom, ihren Verzicht angekündigt hatte. Eigentlich war geplant, dass May und Leadsom bei einer Urabstimmung der Parteibasis antreten.

Zur Begründung für ihren Rückzug sagte Leadsom, sie habe keine ausreichende Unterstützung in den Reihen der konservativen Abgeordneten gefunden. May habe mehr als 60 Prozent Zustimmung auf sich vereinen können, sie selbst sei von weniger als einem Viertel der Parlamentarier unterstützt worden. Die Partei brauche aber eine starke Führung, um den Austritt aus der EU erfolgreich zu vollziehen. Darum ziehe sie sich nun aus dem Rennen um die Spitzenkandidatur der Tories zurück, sagte Leadsom. Sie wünsche Theresa May "allergrößten Erfolg".

Leadsom stand seit dem Wochenende wegen eines Interviews massiv in der Kritik. Im Gespräch mit der "Times" suggerierte sie, als Mutter sei sie für das Land eine bessere Regierungschefin als ihre kinderlose Konkurrentin. Wenig später erklärte sie, ihre Äußerungen seien von der Zeitung falsch dargestellt worden. Die Zeitung veröffentlichte den Audiomitschnitt des Gesprächs, der zeigte, dass Leadsom korrekt zitiert worden war.

Keine neue Abstimmung über "Brexit"

May hat wiederholt betont, dass sie ein zweites Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union ablehnt. Auch dem Versuch eines Wiedereintritts durch die Hintertür erteilte sie eine Absage.

(kis/bor)

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