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Wortwechsel | Beitrag vom 13.12.2019

Großbritannien nach der WahlDas Ende des Vereinigten Königreichs?

Moderation: Monika van Bebber

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Der britische Premierminister Boris Johnson trifft Schottlands First Minister Nicola Sturgeon in Edinburgh. (picture alliance / Cover Images / Euan Cherry)
Der britische Premierminister Boris Johnson trifft Schottlands First Minister Nicola Sturgeon im Juli in Edinburgh. In Zukunft werden vermutlich ihre Meinungen oft aufeinander treffen. (picture alliance / Cover Images / Euan Cherry)

Wahlsieger Boris Johnson hat versprochen, Großbritannien nun schnell aus der EU zu führen. Schottlands Nationalisten fordern ein Unabhängigkeitsreferendum, auch in Nordirland und Wales rumort es. Das Vereinigte Königreich ist tief gespalten.

So fordern Schottlands Nationalisten ein Unabhängigkeitsreferendum, um ohne England wieder der Europäischen Union beitreten zu können. Auch in Nordirland und Wales rumort es. Eine Landgrenze auf der irischen Insel scheint selbst den England loyalen Unionisten unvorstellbar. Und die Waliser, die ursprünglich mit den Engländern für den Brexit gestimmt haben, gehen auf Distanz zum kompromisslosen Kurs des Premiers.

Premier ohne Respekt

Boris Johnson hat Beobachtern zufolge kaum eine Gelegenheit ausgelassen, seinen mangelnden Respekt für demokratische Institutionen unter Beweis zu stellen. Er bringt Kritiker zum Schweigen und beharrt auf offenkundig falschen Tatsachenbehauptungen, selbst die Königin soll er belogen haben.

Dass die Briten ihn dennoch gewählt haben, erklären Analysten mit seiner Ankündigung, die EU nun wirklich umgehend zu verlassen. Denn die Mehrheit ist der quälenden Diskussion um den Brexit überdrüssig.

Soziale Frage ungelöst

Dabei hat das Land größere Probleme, die seit Jahren nicht gelöst werden. Es gibt ein immenses soziales Gefälle, die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Finanzsektor ist groß, die öffentliche Daseinsfürsorge liegt darnieder, Schulen verkommen, das Gesundheitssystem ist marode, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit nehmen zu. Experten sagen unruhige Zeiten voraus.

Bricht das Vereinigte Königreich auseinander? Verkaufen sich die Briten unter Wert an die US-Amerikaner? Was muss geschehen, um die Wunden, die die Brexit-Jahre geschlagen haben, zu heilen? Was brauchen die Briten am meisten und wie sollte Europa reagieren?

Diese und andere Fragen besprechen im "Wortwechsel":

  • Christine Heuer, DLF-Redakteurin und Großbritannienexpertin  
  • Axel Thiel, bis vor kurzem Kandidat der Brexit-Partei, Brite mit deutschen Wurzeln
  • Andreas Wolff, Wahlschotte und Journalist des gälischen Programms der BBC
  • Jon Worth, britischer Politologe und Blogger mit Lebensmittelpunkt in Deutschland

Moderation: Monika van Bebber

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