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Mittwoch, 20.02.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 20. Januar 2019

"Green Book" gewinnt Producers Guild Award

Beste Chancen auf einen Oscar

Das Drama "Green Book" über die Trennung von Schwarzen und Weißen in den USA hat den Produzenten-Preis als bester Film gewonnen und damit beste Chancen auf einen Oscar. Die Tragikomödie hatte vor zwei Wochen schon drei Golden Globes in den Kategorien: beste Komödie, bestes Drehbuch und bester Nebendarsteller gewonnen. Zusammen mit den Golden Globes gelten die am Samstag verliehenen Producers Guild Awards, über die mehrere tausend Filmproduzenten abstimmen, als wichtigster Gradmesser für die Oscars.

US-Soziologe Nathan Glazer gestorben

Bekannt wurde er mit Arbeiten zum Kollektiven Verhalten und zur Stadtsoziologie

Der prominente US-amerikanische Soziologe Nathan Glazer ist gestern im Alter von 95 Jahren gestorben, wie heute mitgeteilt wurde. Bekannt wurde er mit seinen Arbeiten zum Kollektiven Verhalten und zur Stadtsoziologie. Glazer war Professor in Berkeley und Harvard sowie Mitherausgeber verschiedener politischer Zeitschriften und Bücher. Er stammt aus einem jüdisch-orthodoxen, sozialistischen Milieu und näherte sich im Laufe seines Lebens immer mehr neokonservativen Ideen an. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das stadtsoziologische Standardwerk "Beyond the Melting Pot". Darin griff er die Verschmelzung von unterschiedlichen Kulturen im urbanen Raum auf.

Intendant der Bundeskunsthalle: Kultur braucht Vielfalt

Rein Wolfs hält "Kanzelrede" in Bonn über "ästhetische Vielfalt"

Der Intendant der Bundeskunsthalle Rein Wolfs hat für die ästhetische Vielfalt von Kunst und Kultur in Bonn geworben. Vielfalt sei das "Alleinstellungsmerkmal schlechthin" der Kultur, sagte Wolfs in einer "Kanzelrede" in der evangelischen Kreuzkirche Bonn. Die von ihm geleitete Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland sei "gelebte programmatische Vielfalt" für Menschen unterschiedlicher Ideologie, Herkunft, Farbe und Religion. Die Bundeskunsthalle wünsche sich unterschiedlichste Besucher, "weil wir damit eine gesellschaftliche Relevanz darstellen können". Neben Bildungsbürgern, Schülern und Studenten gehörten dazu auch Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund, einer Behinderung oder aus sozial benachteiligten Verhältnissen.

Dunja Hayali plädiert für offene Gesellschaft

"Von Tradition allein ist noch kein Volk satt geworden", sagt die ZDF-Moderatorin

Mit einem "Plädoyer für eine offene Gesellschaft" hat die Journalistin Dunja Hayali die zehnten Lessingtage im Hamburger Thalia Theater eröffnet. Eine offene Gesellschaft sei eine Gesellschaft, die sich nicht abschotte, neugierig bleibe und sich an neue Bedingungen anpasse, sagte die ZDF-Moderatorin: "Fortschritt ist unabdingbar, der Mensch kann nicht ohne. Von Tradition allein ist noch kein Volk satt geworden." Das Gewohnte und das Neue müssten sich finden, so Hayali. Bis Anfang Februar finden bei den Hamburger Lessingtagen zahlreiche Veranstaltungen statt, darunter Gastspiele aus Russland, Nigeria, der Elfenbeinküste und aus dem Libanon. Einen Schwerpunkt legt das internationale Festival auf die antikoloniale Emanzipation in Afrika.

Facebook und TU München gründen Ethik-Institut

Facebook unterstützt Erforschung künstlicher Intelligenz in München

Facebook wird die Erforschung ethischer Fragen rund um künstliche Intelligenz in München mit 7,5 Millionen Dollar unterstützen. Das Geld soll an das neue unabhängige Institut für Ethik in künstlicher Intelligenz in einer Partnerschaft mit der Technischen Universität München über einen Zeitraum von fünf Jahren fließen, wie Facebook am Sonntag ankündigte. Das Institut wolle diverse Aspekte künstlicher Intelligenz wie Fairness, Transparenz und Sicherheit untersuchen, hieß es am Rande der Innovationskonferenz DLD in München. Die Ergebnisse sollen Gesellschaft, Wirtschaft sowie Gesetzgebern zur Verfügung gestellt werden. Von Facebook kommt die Anschubfinanzierung, das Institut will sich aber auch um Geld von weiteren Partnern bemühen. Das Institut wird von Professor Christoph Lütge von der TU München geleitet.

Joyce Carol Oates erhält Jerusalem-Preis 2019

Der Jerusalem-Preis ist Israels höchste literarische Auszeichnung

Die US-amerikanische Autorin Joyce Carol Oates wird mit dem diesjährigen Jerusalem-Preis ausgezeichnet. Er soll am 12. Mai bei der Eröffnung der Internationalen Buchmesse in Jerusalem übergeben werden, wie Israels Regierungspressestelle am Sonntag mitteilte. Der mit 10.000 Dollar dotierte Jerusalem-Preis ist Israels höchste literarische Auszeichnung. Über mehr als fünf Jahrzehnte habe Joyce Carol Oates "ein breites Spektrum an Literatur geschaffen", hieß es in der Begründung der Jury. Mit ihrer Arbeit erschließe Oates "neue kreative Horizonte" und überwinde immer wieder Grenzen. Die Jury attestierte der Autorin "unerschöpflichen Einfallsreichtum". In jedem neuen Buch untersuche sie "ein weiteres unbekanntes Gebiet". Oates erhelle "die Spannung zwischen den versteckten Ängsten und Sehnsüchten der menschlichen Psyche".

"Rambo"-Filmproduzent Andrew Vajna gestorben

Ungarisch-amerikanischer Filmproduzent wurde 74 Jahre alt

Andrew Vajna produzierte viele kommerziell erfolgreiche Hollywood-Filme, unter anderem mehrere "Rambo"-Filme, die Actionfilme "Stirb langsam: Jetzt erst recht" und "Terminator 3" sowie Madonnas "Evita". Vajna gründete mehrere Filmstudios und eine eigene Produktionsfirma. Geboren wurde Andy Vajna 1944 in Budapest. Seine Familie emigrierte 1956 in die USA. Später kehrte er nach Ungarn zurück. Seit 2011 war Vajna unter der Regierung von Viktor Orban zuständig für die Förderung der ungarische Filmindustrie. Andrew Vajna starb im Alter von 74 Jahren in Budapest.

Papst Franziskus betet online

Neue App soll Austausch von Gebeten ermöglichen

Papst Franziskus hat jetzt eine eigene App und eine Online-Plattform zum Beten. "Click To Pray" (Klick zum Beten) soll ein Netzwerk sein, in dem Gläubige aus aller Welt ihre Gebete austauschen. Die App für Smartphones gibt es in sechs Sprachen, wie der Vatikan mitteilte. Das Ziel sei, "den Papst auf seiner Mission für Mitgefühl für die Welt" zu begleiten. Neben dem Bet-Profil hat der Papst auch ein eigenes Twitter- und Instagramkonto. Allerdings warnt der 82 Jahre alte Pontifex auch immer wieder vor den Sozialen Medien, da die Gefahr bestehe, den Kontakt zu wahren Menschen zu verlieren.

Susanne Heinrich gewinnt Max-Ophüls-Filmpreis

Ihr Film stelle in seiner Übersetzung feministische Theorien treffend dar

"Das melancholische Mädchen" von Regisseurin Susanne Heinrich hat in Saarbrücken den Hautpreis des 40. Filmfestivals Max Ophüls Preis in Höhe von 36.000 Euro gewonnen. "Mit ironischer Genauigkeit und humoriger Schlagfertigkeit trifft der Film in seiner Übersetzung feministischer Theorien pausenlos den Nagel auf den Kopf", erklärte die Jury. Neben dem Hauptpreis gewann Heinrich mit ihrem Film auch den Preis der ökumenischen Jury in Höhe von 2.500 Euro. "Eine junge Frau wird zur Symptomträgerin einer Gesellschaft, die ihre Glücksversprechen nicht einlöst", hieß es. Als bester Schauspielnachwuchs wurden mit jeweils 3.000 Euro Simon Frühwirth für seine Rolle in "Nevrland" und Joy Alphonsus für ihre Schauspielkunst in "Joy" geehrt. Außerdem erhielt der Film "Joy" den Preis für den gesellschaftlich relevanten Preis von Deutschlandfunk Kultur und der Zentrale für Politische Bildung. Der Max Ophüls Preis gilt als eines der bedeutendsten Filmfestivals für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - benannt nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls (1920-1957).

Autor Marcel Beyer mit Lessing-Preis ausgezeichnet

Der Wahl-Dresdner sei ein Mann wie Lessing, erklärte die Jury

Der Schriftsteller Marcel Beyer ist mit dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2019 geehrt worden. Die mit 13.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten Persönlichkeiten, deren Werk in der von Lessing geprägten geistigen Tradition steht und die für die deutschsprachige Literatur oder das deutschsprachige Theater Herausragendes geleistet haben. "Wenn Goethe in seinen letzten Lebensjahren forderte: 'Ein Mann wie Lessing täte uns not', so vermag kaum ein Schriftsteller unserer Zeit dieser Mahnung so zu entsprechen wie Marcel Beyer", heißt es in der Begründung der Jury. Marcel Beyer stammt aus Baden-Württemberg und lebt seit 1996 in Dresden. Der 53-Jährige ist Lyriker, Erzähler und Romancier, Hörspiel-Autor und Opern-Librettist, Essayist und Herausgeber. 2016 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen, der als höchste literarische Auszeichnung im deutschen Sprachraum gilt. Zu seinen bekanntesten Werken zählt der in Dresden spielende Roman "Kaltenburg".

Elvis' Gitarrist Reggie Young ist tot

Spielte auch für Dusty Springfield und ging mit Johnny Cash auf Tournee

Der amerikanische Gitarrist Reggie Young ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Sessionmusiker war an Schallplatten von Elvis Presley, Neil Diamond und anderen Stars beteiligt. Als Auftragsmusiker arbeitete er in Memphis mit dem Produzenten Chips Moman zusammen und spielte Gitarre für Elvis' Hit "Suspicious Minds" und "In the Ghetto" sowie "Son of a Preacher Man" von Dusty Springfield. Young spielte auch für Plattenaufnahmen von Johnny Cashs Highwaymen und ging mit ihnen auf Tournee. Youngs Freund David Briggs gab dessen Tod am Samstag bekannt. Young war bereits am Donnerstag in seinem Zuhause in Nashville, Tennessee gestorben. Young und Briggs waren Mitglieder der Sessionmusiker-Gruppe Nashville Cats, die an der Aufnahme Hunderter Songs von Country-Stars beteiligt war. 2008 wurde er in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Peter-Huchel-Preis für Lyriker Thilo Krause

Lyrikband "Was wir reden, wenn es gewittert" ausgezeichnet

Der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht in diesem Jahr an den Autor Thilo Krause. Er erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Lyrikband "Was wir reden, wenn es gewittert". Der Preis wird am 3. April, dem Geburtstag des Lyrikers Peter Huchel (1903-1981), in Staufen im Breisgau verliehen. Thilo Krause wurde 1977 in Dresden geboren und lebt in Zürich. Seit 2005 veröffentlicht er literarische Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien. "Bei Thilo Krause stehen die Dinge im Licht: Transparenz, Klarheit, karge Fülle sind die Kennzeichen seiner Lyrik", hieß es von der Jury. Der vom Südwestrundfunk und dem Land Baden-Württemberg gestiftete Preis wird seit 1984 verliehen. Bisher erhielten ihn unter anderen Ernst Jandl, Durs Grünbein, Friederike Mayröcker und Nora Bossong.

Vor 100 Jahren: Frauen dürfen erstmals wählen

Frauenanteil im Bundestag liegt heute bei 30,9 Prozent

Am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland sich erstmals an der Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung beteiligen. Über 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Es kandidierten 300 Frauen. Von den insgesamt 423 Abgeordneten zogen 37 Frauen in die Nationalversammlung ein; das waren 8 Prozent. Derzeit gehören 219 Frauen dem Bundestag an: Der Frauenanteil beträgt somit 30,9 Prozent, für viele Kritiker immer noch zu wenig. Im internationalen Vergleich war Deutschland eines der ersten Länder, das Frauen das Wahlrecht einräumte. "Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten", hieß es in der Reichsverfassung von 1919. Noch 1850 wurde Frauen in den meisten deutschen Staaten die Mitgliedschaft in politischen Vereinen verboten. Doch Frauen schlossen sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gruppen und Vereinen zusammen, um sich für Frauenbelange wie das Recht auf Bildung und Erwerbsarbeit, die Teilnahme am politischen Leben sowie ökonomische und soziale Selbstständigkeit einzusetzen.

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