Seit 05:50 Uhr Aus den Feuilletons

Mittwoch, 24.10.2018
 
Seit 05:50 Uhr Aus den Feuilletons

Kompressor | Beitrag vom 05.10.2018

Graphic Novel: "Woman World"Eine leichte Welt voller Frauen

Aminder Dhaliwal im Gespräch mit Timo Grampes

Beitrag hören Podcast abonnieren
Das Cover der Graphic Novel "Woman World" von Aminder Dhaliwal vor einem verschwommenen Hintergrund mit drei Frauen. (Drawn & Quarterly / Unsplash / Karl Magnuson / Montage: DLF Kultur)
Der Comic „Woman World“ spielt in der Zukunft: Männer sind durch einen Gendefekt ausgestorben. (Drawn & Quarterly / Unsplash / Karl Magnuson / Montage: DLF Kultur)

Die kanadische Zeichnerin Aminder Dhaliwal entwirft in ihrer Graphic Novel "Women World" eine utopische Welt, in der die Männer durch einen Gendefekt ausgestorben sind. Dort gebe es mehr Liebe und mehr Leichtigkeit, meint sie.

Die Künstlerin Aminder Dhaliwal wurde durch den Womens March in L.A. zu ihrer Geschichte "Women World" inspiriert:

"Da wurde gerufen: 'Die Zukunft ist weiblich!' Und das hat mich auf die Idee gebracht, einen Comic dazu zu zeichnen. Er wurde online zu einem großen Erfolg, was mich sehr überrascht hat."

Die Zeichnerin startete die Story zunächst als täglichen Web-Comic auf Instagram, bevor daraus ihr erstes Buch wurde. Die Männer werden darin durch einen Gendefekt dahingerafft:

"Ein Gendefekt hat das Y-Chromosom befallen, was dafür sorgt, dass die Männer aussterben. Es gibt tatsächlich wissenschaftliche Theorien, die besagen, dass das in vielleicht einer Million Generationen wirklich passieren könnte. Man sieht so etwas auch schon in der Tierwelt. Es gibt eine bestimmte Eidechsenart, die ausschließlich weiblich ist."

Fortpflanzung ohne Männer? Kein Problem!

Im Comic "Women World" gibt es Spermabanken und andere alternative Möglichkeiten der Fortpflanzung. Die Frauen vermissen die Männer so wie man heute Dinosaurier vermisst, erklärt Dhaliwal. Sie entwirft eine Welt, in der Frauen friedlich zusammenleben, lebensphilosophische Gespräche führen und sich gegenseitig unterstützen:

"Was besser ist, ist der Gemeinsinn, das Vertrauen, die gegenseitige Unterstützung, das Frauen einander helfen. Dass es mehr Liebe gibt und vielleicht auch mehr Leichtigkeit."

Ihr weibliches Utopia hat auch eine eigene Flagge mit den Schenkeln der US-amerikanischen Musikerin Beyoncé. Warum hat sie diese Wahl getroffen?

"Ja, das sind Beyoncés Schenkel. Ich sehe sie als ein Symbol für Stärke. Ich wollte etwas finden, was über die Sexualorgane hinausgeht. Und dann kamen mir Beyoncés Schenkel in den Sinn, weil ich sie wirklich für eine akkurate Illustration der Eigenschaften der Stärke der Frauen halte."

(cosa)

Aminder Dhaliwal: "Woman World", auf Englisch erschienen bei Drawn & Quarterly, 247 Seiten, 16,99 Euro

Mehr zum Thema

Emil Ferris: "Am liebsten mag ich Monster" - Künstlerische Hommage an Horror-Comics
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 20.08.2018)

Batman-Comic "Hochzeit" - Warum der Superheld nicht heiraten kann
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 06.07.2018)

Der "Fix und Foxi"-Schöpfer Rolf Kauka - Eine Schau über den deutschen Comic-Pionier
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 21.06.2018)

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur