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Mittwoch, 21.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 5. Januar 2021

Grammys werden erst im März vergeben

Das neue Jahr hat für Kalifornien nicht gut begonnen. Die Infektions- und Todeszahlen sind hoch. Deshalb ist die Grammy-Verleihung am 31. Januar abgesagt und auf einen nicht genannten Tag im März verschoben worden. Moderieren sollen aber weiterhin "Daily Show"-Moderator und Komiker Trevor Noah. Spitzenreiterin bei denen Nominierungen ist Beyonce in neun Kategorien.

Drogerie-Roßmann kauft sich bei Bastei Lübbe ein

Es ist nicht beim Bestsellerautor geblieben. Der Unternehmer Dirk Roßmann ist in den Verlag, in dem er mit viel Werbung in seinen Drogeriefilialen seinen ersten Krimi herausgebracht hat, auch als Gesellschafter eingestiegen. Die Rossmann Beteiligungs GmbH hält etwas mehr als drei Prozent des Verlags Bastei Lübbe. Das berichtet das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels.

Buchhändlerin Helga Weyhe mit 98 Jahren gestorben

Sie war die wohl älteste Buchhändlerin Deutschlands: Die am 11. Dezember 1922 geborene Helga Weyhe aus Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Auch in der Pandemie hatte sie in ihrem Geschäft gestanden und kurz vor Weihnachten ein Interview gegeben. Am 4. Januar ist sie in ihrer Geburtsstadt verstorben. Weyhe hatte Deutsch und Geschichte an den Universitäten Breslau, Wien und Königsberg studiert und nach dem Krieg gemeinsam mit ihrem Vater die Salzwedeler Buchhandlung geleitet. Zu ihrem 90. Geburtstag hatte die Stadt ihr die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Brexit macht Konzerte für Musiker teuer

Ein Parlamentsausschuss beschäftigt sich mit den Konsequenzen des vollzogenen Brexit. Britische Konzertveranstalter sehen höhere Kosten und mehr bürokratischen Aufwand auf sich zukommen. So sagte der Mitbegründer des Parklife-Festivals, Sacha Lord, dass nun allein die Visagebühren für eine sechsköpfige Band 1.800 Pfund kosteten. Das mache kleine Bands kaputt. Der Deal zwischen Großbritannien und der EU erlaubt EU-Bürgern nur dann einen visumsfreien Arbeitsaufenthalt, wenn sie nicht als Selbstständige arbeiten und nichts verkaufen.

Kunstsammlung Lauffs wird in Köln versteigert

Mit der Sammlung Lauffs wird eine weitere hochkarätige Kunstkollektion in Köln in diesem Jahr versteigert. Die Sammlung, darunter Werke aus europäischer und amerikanischer Kunst der 1960er und 70er Jahre, komme im Juni zum Aufruf, teilte das Auktionshaus Van Ham mit. Danach liegt die Gesamtsumme bei rund zwei Millionen Euro und verteilt sich auf etwa 200 Werke. Das Highlight sei eine komplette zehnteilige bunte Flowers-Serie von Andy Warhol aus dem Jahr 1970. Der größte und wesentliche Teil der Sammlung der Eheleute Helga und Walther Lauffs war bereits im Jahr 2008 aufgelöst und an Museen gegangen oder auf Auktionen verkauft worden. Nun werde der zweite Teil der Sammlung versteigert, hieß es weiter. Darunter seien auch Arbeiten von Gerhard Richter, Tony Cragg, Joseph Beuys und Stephan Balkenhol.

Verein will mit "Wetterberichtigung" Zeichen für Vielfalt setzen

In den ersten Wochen des Jahres 2021 werden verstärkt Namen mit Migrationshintergrund auf der Wetterkarte stehen, wie "Ahmet", "Goran" oder "Chana". Mit der Kampagne "Wetterberichtigung" will das Netzwerk "Neue deutsche Medienmacher*innen" Vielfalt in der Bevölkerung sichtbar machen. Dazu hat die Vereinigung 14 Patenschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete gekauft - was zur Vergabe der Namen berechtigt. "Wir kapern das Wetter 2021 und schleusen neue deutsche Namen in den Wetterbericht", heißt es in der Kampagne. Laut dem Verein "Berliner Wetterkarte" sind internationale Namen bisher keine Seltenheit gewesen und es müsse nichts eingeschleust werden. Etwa 30 Prozent der Namen kämen bereits aus dem außerdeutschen Raum.

Deutsches Fernsehkrimi-Festival verschoben

Das diesjährige Deutsche Fernsehkrimi-Festival in Wiesbaden ist wegen der Corona-Pandemie vom März in den Frühsommer verschoben worden. Die Veranstalter teilten als neuen Termin den 30. Mai bis 4. Juni mit. Festival-Leiterin Cathrin Ehrlich äußerte die Hoffnung, dass dann wieder eine Präsenzveranstaltung mit Vorführungen im Kino und persönlichen Begegnungen von Filmgästen und Publikum möglich sein werde. Trotz der wegen Corona erschwerten Drehumstände hätten zwölf Sender für das Festival 44 Fernsehkrimis eingereicht. Zehn davon werden den Angaben zufolge um den Deutschen Fernsehkrimi-Preis konkurrieren. Welche es sein werden, will die Jury im März bekanntgeben. Zudem soll auch zum fünften Mal der Titel "Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs" vergeben werden. Das Festival wird unter anderem von der Stadt Wiesbaden, der HessenFilm GmbH und dem Hessischen Rundfunk veranstaltet.

Flucht-Bibliothek jüdischer Kinder restauriert

Die Villa Emma bei Modena, Zufluchtsort jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Deutschland und Österreich während der NS-Verfolgung, hat 96 Bücher aus ihrer damaligen Bibliothek restauriert zurückerhalten. Das meldete die italienische Tageszeitung "Corriere di Bologna". Die Bücher waren 2002 in einem Nachlass in Modena aufgetaucht und wurden durch eine private Initiative wiederhergestellt. Unter den vorwiegend deutschsprachigen Bänden sind Werke von Heinrich Heine, Stefan Zweig und Thomas Mann, aber auch von Edgar Wallace. In der Villa waren ab dem Sommer 1942 insgesamt 73 jüdische Minderjährige und junge Erwachsene aus Deutschland und Österreich sowie Bosnien und Kroatien für ein Jahr während ihrer fünfjährigen Flucht nach Palästina einquartiert. Vor dem Einrücken deutscher Truppen versteckten der Arzt Giuseppe Moreali und der Priester Arrigo Beccari die Kinder und Jugendlichen in einem Priesterseminar und bei Familien.

Kurzkrimis von etablierten und Amateur-Autoren

Unter dem Titel "Identität 1142" ist im Droemer Verlag ein Buch erschienen, das von etablierten und Amateur-Autoren geschrieben wurde. Initiiert hat das Werk der Bestseller-Autor Sebastian Fitzek durch einen Wettbewerb für Geschichten, die in der Zeit des ersten Lockdowns im Frühjahr entstanden sind. Unter dem Hashtag #wirschreibenzuhause konnten alle, die wollten,Texte einreichen. Die Kurzkrimis sollten unter dem Thema "Identität" stehen. Die Hauptfigur sollte ein fremdes Handy finden, auf dem Fotos von ihr gespeichert sind, und sie sollte ein dunkles Geheimnis haben. Insgesamt 1142 Texte wurden eingereicht. Eine prominent besetzte Jury bestimmte die Gewinnerinnen und Gewinner. Wer das Buch mit den besten Geschichten, ergänzt durch Beiträge von u.a. Charlotte Link und Frank Schätzing, kauft, tut zudem Gutes. Autoren, Verlage und Produzenten haben auf Honorare und Einnahmen verzichtet, so dass der Droemer Verlag alle Gewinne an das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels geben kann.

Verwirrung um angeblichen Tod von "Bond-Girl"

Die Bond-Schauspielerin Tanya Roberts soll doch nicht verstorben sein. Ihr Sprecher Mike Pingel hat seine früheren Angaben über ihren Tod zurückgenommen und dies mit falschen Informationen von Roberts' Ehemann Lance O'Brien begründet. Mehrere große US-Medien und auch die Deutsche Presse-Agentur hatten am Montag unter Berufung auf Pingel berichtet, dass Roberts gestorben sei. Die Hintergründe des mutmaßlichen Missverständnisses blieben zunächst unklar. Pingel sagte, er sammele Informationen für eine weitere Klarstellung. Roberts, die 1955 im New Yorker Stadtteil Bronx geboren wurde, war im James-Bond-Klassiker "Im Angesicht des Todes" die Frau an der Seite von Roger Moore.

Lockdown-Verlängerung in Österreich verärgert Kultur

Burgtheaterdirektor Martin Kušej zeigt sich sehr verärgert über die heute in Wien verkündete Verlängerung des Lockdowns in Österreich. Er fühle sich verschaukelt, lässt Kušej in einem Pressestatement wissen. Nach Rücksprache mit dem Kulturstaatssekretariat habe man Vorstellungen ab dem 22. Januar 2021 in allen Spielstätten geplant und auf den notwendigen Vorlauf von vier bis sechs Wochen hingewiesen. „Und von heute auf morgen ist mal wieder alles Makulatur. Ein Theaterbetrieb dieser Größe kann diese Entscheidungen nicht kurzfristig umsetzen. Wir Kultureinrichtungen haben sehr gute, bereits bewährte Präventionskonzepte, mit denen wir bei zulässiger Infektionslage öffnen können; darüber spricht man nicht einmal mehr.“ Er werte dies als „ein erneutes Zeichen dafür, welchen ach so hohen Stellenwert der Kulturbereich für die österreichische Regierung in der so genannten Kulturnation Österreich hat!“nl

Neue Intendantin am Theater Oberhausen

Intendantin Kathrin Mädler wechselt vom Landestheater Schwaben an das Theater Oberhausen. Zur Spielzeit 2022/23 werde die promovierte Theaterwissenschaftlerin die Intendanz in Oberhausen als Nachfolgerin von Florian Fiedler übernehmen, teilte die Stadt Oberhausen mit. Der bis 2022 laufende Vertrag mit Fiedler war nicht verlängert worden. "Gerade in dramatischer Zeit glaube ich fest an die revolutionäre, verbindende und tröstliche Kraft des Theaters - das spielerisch und spielwütig ist, das wärmt, erstaunt und verstört", sagte Mädler. In ihrer Theaterkarriere wirkte die 44-Jährige unter anderem am Burgtheater Wien, am Badischen Staatstheater Karlsruhe und am Staatstheater Nürnberg.

Kulturrat will Verschlankung der Preußen-Stiftung

Der Deutsche Kulturrat hat sich zur Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz positioniert. Dem Stiftungsrat solle demnach künftig nur noch der Bund und Berlin angehören, nicht mehr alle übrigen Bundesländer. Durch einen Beirat, in dem sich die Diversität der Gesellschaft widerspiegelt, müsse die Stiftung in der Zivilgesellschaft verankert werden. Weiter sieht der Kulturrat die Stiftung in einer Vorreiterrolle bei der Aufarbeitung der Bestände und der Rückgabe von NS-Raubkunst und fordert ähnliche Aufarbeitung beim Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Ende Oktober hatte eine vom Stiftungsrat eingesetzte Reformkommission ihre Arbeit aufgenommen. Im Sommer soll eine Entscheidung zur künftigen Ausrichtung der Stiftung vorgelegt werden.

"Isoliertes Kino" beim Filmfestival Göteborg

In der Corona-Krise geht das Filmfestival im schwedischen Göteborg ungewöhnliche Wege: abgeschieden auf einer abgelegenen Schäreninsel kann ein einziger Kinofan im "isolierten Kino" eine Woche lang die Filme des Festivals gucken. Die Veranstalter teilten mit, Interessenten könnten sich im Internet um den Aufenthalt auf der abgeschiedenen Nordseeinsel bewerben. Das Göteburger Filmfestival ist das größte Skandinaviens, der gesamte Wettbewerb läuft vom 29. Januar bis zum 8. Februar in digitaler Form. Weitere isolierte Filmvorführungen für jeweils eine einzige Person soll es in der Scandinavium-Arena sowie in einem Festivalkino in Göteborg geben.

Renate Lasker-Harpprecht gestorben

Die Autorin und Journalistin Renate Lasker-Harpprecht ist tot. Wie ihre Schwester Anita Lasker-Wallfisch dem WDR gegenüber bestätigte, starb Renate Lasker-Harpprecht im Alter von 96 Jahren im französischen La Croix-Valmer. Sie wurde 1924 in Breslau in eine bildungsbürgerliche jüdische Familie hineingeboren. Ihre Eltern wurden 1942 deportiert und ermordet. Gemeinsam mit ihrer Schwester Anita wurde Renate Lasker-Harpprecht ins Konzentrationslager Auschwitz und später nach Bergen-Belsen deportiert. Beide wurden 1945 befreit. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin bei der BBC in London, für den WDR und für das ZDF in den USA. Ihre Erinnerungen an die Schoa sind in dem Sammelband "Mich hat Auschwitz nie verlassen" niedergelegt. Vor vier Jahren ehrte das Jüdische Museum Berlin sie und ihre Schwester mit dem Preis für Verständigung und Toleranz.

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