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Studio 9 | Beitrag vom 11.02.2019

Grammy-Verleihung in Los AngelesEin Abend der starken Frauen

Von Marcus Schuler

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Lady Gaga, Jada Pinkett Smith, Alicia Keys, Michelle Obama und Jennifer Lopez bei der 61. Grammy Verleihung In Los Angeles (Getty Images / Emma McIntyre)
Lady Gaga, Jada Pinkett Smith, Alicia Keys, Michelle Obama und Jennifer Lopez bei der 61. Grammy Verleihung In Los Angeles: Erfrischend, unaufgeregt, cool. (Getty Images / Emma McIntyre)

Frauen-Power bei den Grammys: Den Preis für das beste Album gewann die Country-Musikerin Kacey Musgraves. Dolly Parton, Lady Gaga und Alicia Keys standen im Rampenlicht − und auch Michelle Obama, die überraschend auf der Bühne erschien und bejubelt wurde.

Die Grammy-Verleihung begann mit einer dicken Überraschung. Moderatorin und 15-fache Grammy-Preisträgerin Alicia Keys holte die ehemalige First Lady Michelle Obama auf die Bühne. Die Frau des Ex-Präsidenten erhielt tosenden Applaus und laute Jubelschreie:

"Musik hat mir immer geholfen, meine Geschichte zu erzählen. Egal ob Country, Rap oder Rock. Musik hilft uns, uns mitzuteilen. Unsere Würde, unsere Sorgen, unsere Freude und Hoffnung. Wir hören einander zu."

Bestes Album: "Golden Hour" von Kacey Musgraves

84 Grammys wurden an diesem Abend vergeben, die meisten Preisträger standen aber schon vor der mehr als dreieinhalb-stündigen TV-Show fest. Nur die neun wichtigsten Kategorien fanden in der Fernseh-Sendung statt. Die wichtigste und begehrteste Auszeichnung ist dabei der Preis für das beste Album des Jahres.

"The Grammy goes to 'Golden Hour' - Kacey Musgraves."

Die 30-jährige Country-Musikerin Kacey Musgraves aus Texas bekam an diesem Abend gleich vier Grammys.

Der beste Song des Jahres kommt von Donald Glover - bekannt auch als Childish Gambino - mit "This is America" - einem sehr politischen Song, in dem es um Rassismus und Schusswaffengewalt in den USA geht.

Den besten Rap-Song des Jahres hat der kanadische Künstler Drake mit "God’s Love" gemacht. Er ist dafür bekannt, selten bei Preisgalas aufzutauchen. Umso erstaunlicher seine Dankesrede:

"Es ist nicht wichtig, Preise zu bekommen. Wichtig sind echte Fans, die Konzerte besuchen und die Songs mitsingen."

Drei Preise für Lady Gaga

Der Preis für das beste Rap-Album ging an Cardi B. für "Invasion of Privacy", die sichtlich nervös ihren Grammy entgegen nahm.

Lady Gaga erhielt drei Grammys. Unter anderem als bestes Pop-Duett zusammen mit dem Schauspieler Bradley Cooper, mit dem sie für den achtfach Oscar-nominierten Musik-Film "A Star is Born" vor der Kamera stand. Sie sei stolz darauf, so die 32-Jährige, in einem Film mitgewirkt zu haben, in dem es um psychische Probleme von Künstlern gehe.

"Viele Künstler haben psychische Probleme. Wir müssen füreinander da sein. Schaut nicht weg, sondern helft. Wenn ihr leidet, versucht den Mut aufzubringen, tief einzutauchen und öffnet euch einer anderen Person."

Eine besondere Auszeichnung hat die Country-Sängerin Dolly Parton bekommen. Sie wurde mit einem Tribut geehrt. Die 73-Jährige trat dabei selbst an der Seite von Kate Perry, Miley Cyrus und Kacey Musgraves auf.

Im Gegensatz zum Vorjahr dominierten vor allem starke Frauen diese 61. Grammy-Verleihung. Von Dolly Parton über Diana Ross, Lady Gaga oder Jenifer Lopez. Besonders erfrischend war dabei die unaufgeregte und coole Moderation von Alicia Keys. Sie sorgte dafür, dass wirklich die Musik im Mittelpunkt stand.

Über die Gewinner in den insgesamt 84 Kategorien haben rund 13.000 Experten aus der Musikbranche entschieden. Eine Auswahl der Preisträger:

- Album des Jahres: Kacey Musgraves - "Golden Hour"
- Aufnahme des Jahres: Childish Gambino - "This Is America"
- Song des Jahres: Childish Gambino - "This Is America"
- Bester Newcomer: Dua Lipa
- Beste Pop-Solo-Performance: Lady Gaga - "Joanne"
- Beste Pop-Duo-Performance: Lady Gaga und Bradley Cooper - "Shallow"
- Bestes Popgesangs-Album: Ariana Grande - "Sweetener"
- Bestes traditionelles Popgesangs-Album: Willie Nelson - "My Way"
- Bestes Dance-/Electronic-Album: Justice - "Woman Worldwide"
- Bestes Rock-Album: Greta Van Fleet - "From the Fires"
- Bestes Rap-Album: Cardi B - "Invasion of Privacy"
- Bester R&B-Song: Ella Mai - "Boo'd Up"
- Bestes zeitgenössisches Album: The Carters - "Everything is Love"

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