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Kulturnachrichten

Montag, 9. November 2020

Goslarer Kaiserring wird 2021 zweifach übergeben

Der Goslarer Kaiserring wird im kommenden Jahr gleich für zwei Jahrgänge verliehen. Neben dem bereits im Januar benannten Preisträger für 2020, dem Konzeptkünstler Hans Haacke, werde am 9. Oktober 2021 auch der Preisträger für das kommende Jahr gekürt, teilte die Stadt Goslar mit. Die Übergabe des Kaiserrings an Haacke war wegen der Corona-Pandemie auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben worden. Der seit 1975 jährlich von der Stadt vergebene Preis gilt deutschlandweit als eine der renommiertesten Auszeichnungen für moderne Kunst. Der Preisträger für 2021 wird im Januar benannt. Ebenfalls am 9. Oktober 2021, also parallel zur Verleihung, soll eine Doppelausstellung der Preisträger im Goslarer Mönchehaus Museum eröffnet werden.

Verlegerin Anneliese Friedmann ist gestorben

Die Fernsehserie "Kir Royal" setzte ihr ein satirisches Denkmal: Mit Friederike von Unruh als Grand Dame der Münchner Zeitungslandschaft. Nun ist Anneliese Friedmann, ehemalige Gesellschafterin des "Süddeutschen Verlags" und Herausgeberin der "Abendzeitung" im Alter von 93 Jahren gestorben. Sie war nicht nur journalistisch, sondern auch sozial und kulturell engagiert und hatte nach dem Tod ihres Mannes Werner Friedmann eine Stiftung für notleidende Kulturschaffende gegründet. Gegen Ruth-Maria Kubitscheks Figur an der Seite von Baby Schimmerlos hat sie nie etwas gesagt.

Duisburger Filmwoche vergibt fünf Auszeichnungen

Die Jurys der 44. Duisburger Filmwoche haben sich entschieden: Fünf Dokumentarfilme sind mit Preisgeldern in einer Gesamthöhe von 23.000 Euro ausgezeichnet worden. Der ARTE-Dokumentarfilmpreis geht an"If it were love" von Patric Chiha. Den 3sat-Dokumentarfilmpreis erhält Sabind Herpich für "Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist". Den Preis der Stadt Duisburg erhält "Wohnhaft Erdgeschoss" von Jan Soldat und der Nachwuchspreis des Landes Nordrhein-Westfalen an "Jetzt oder morgen" von Lisa Weber. Der Publikumspreis geht an Aysun Bademsoy für "Spuren - Die Opfer des NSU". Insgesamt standen 16 Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Online-Wettbewerb.

Monika Rinck hält Frankfurter Poetikvorlesungen

Die Lyrikerin Monika Rinck wird in diesem Wintersemester die Frankfurter Poetikvorlesungen halten. Die in Zweibrücken geborene und in Berlin lebende Autorin werde unter dem Titel "Vorhersagen. Poesie und Prognose" über die Möglichkeiten des Poetischen sprechen und einen Einblick in ihr Werk geben, teilte die Goethe-Universität mit. Neben Gedichten habe Rinck auch Essays, Hörspiele, Liedtexte, Prosawerke, Zeichnungen sowie einen Theorie-Comic veröffentlicht. Wegen Corona werden die Vorlesungen in Videos bereitgestellt, die Abschlussvorlesung ist im Literaturhaus Frankfurt geplant.

Grütters: Rückgabe von Kriegsverlusten weiter offen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat zur Eröffnung einer Ausstellung über die europäische Eisenzeit in Sankt Petersburg an die ungeklärte Frage der Rückgabe sogenannter Beutekunst erinnert. Die Rückführung kriegsbedingt nach Russland verbrachter Kulturgüter aus deutschen Einrichtungen sei auch heute noch weitgehend offen, erklärte sie in einem Grußwort im Katalog für die Ausstellung in der Staatlichen Eremitage. Bei knapp der Hälfte der rund 1.600 Exponate handele es sich um "kriegsbedingt verlagertes Kulturgut" aus dem Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte. Grütters betonte, die in den 1990er Jahren begonnenen Verhandlungen über eine Rückführung würden durch ein russisches Gesetz von 1998 erschwert.

Netflix testet linearen Kanal in Frankreich

Nicht mehr selbst entscheiden müssen, was läuft: Der Streaming-Dienst Netflix testet in Frankreich einen linearen Kanal. Das neue TV-ähnliche Angebot solle bis Anfang Dezember für alle Nutzer in Frankreich verfügbar sein, teilte das US-Unternehmen mit. Das neue Feature heiße "Direct". Netflix hatte zuletzt Berichten zufolge auch eine Art Zufallswiedergabe getestet, die sich an den Vorlieben der Nutzer orientiert. Einer Studie aus dem Oktober zufolge ist das Fernsehgerät in deutschen Haushalten in Corona-Zeiten wieder etwas wichtiger geworden. Im Zusammenhang damit hatte auch die tägliche Nutzung von klassischem TV-Programm - damit ist das fortlaufende Programm der Sender gemeint - nach Jahren wieder zugenommen.

Regierungskritische Journalistin in Türkei entlassen

Ein Gericht in der türkischen Hauptstadt Ankara hat die Freilassung der regierungskritischen Journalistin Müyesser Yildiz nach fünf Monaten Untersuchungshaft angeordnet. Sie müsse sich regelmäßig bei der Polizei melden, schrieb die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die den Prozessauftakt in Ankara beobachtete, auf Twitter. Yildiz und zwei weiteren Mitangeklagten wird nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu "Enthüllen von Informationen über die Staatssicherheit und die politischen Interessen des Staates" vorgeworfen. Ihnen drohen Haftstarfen von sechs bis 17 Jahren. Nach Angaben von Oda TV war Yildiz unter anderem wegen Berichten über angebliche Treffen türkischer Militärangehöriger mit dem libyschen General Chalifa Haftar verhaftet worden.

Restitution von Tapisserien aus der Sammlung Görings

Das Bayerische Nationalmuseum hat drei französische Tapisserien des 18. Jahrhunderts an die Erben von Albert von Goldschmidt-Rothschild restituiert. Das teilte das Haus in München mit. Die drei großformatigen Bildteppiche zeigten Küstenlandschaften mit Städten, Leuchttürmen, Schiffen und Seevögeln. Sie waren 1935 nach zunehmenden Repressalien durch das NS-Regime versteigert worden und gingen in den Besitz von Reichsmarschall Hermann Göring über. Erst eine Provenienzspezialistin konnte die Herkunft der Teppiche klären, die in den 30er Jahren verändert worden waren. Aus der Sammlung, die Göring durch Kauf, Raub und Nötigung anhäufte, werden rund 400 Objekte seit den 1960er Jahren im Bayerischen Nationalmuseum verwahrt.

Steinmeier weiht Robert-Blum-Saal ein

Im Schloss Bellevue hat Bundespräsident Steinmeier den neuen Robert-Blum-Saal eingeweiht. Er ist dem Kölner Freiheitskämpfer Robert Blum gewidmet, der am 9. November 1848 wegen seiner Teilnahme am Oktoberaufstand gegen die kaiserlich-österreichischen Truppen in Wien hingerichtet wurde. Eine Ausstellung in dem Saal zeigt Kunst zur deutschen Demokratiegeschichte. Frank-Walter Steinmeier hat sich mit Blick auf demokratische Traditionen gegen einen Missbrauch der Deutschlandfarben gewandt. Die Deutschland-Fahne ist immer wieder auch bei Demonstrationen von Rechtsextremen, Anhängern der ausländerfeindlichen Pegida oder Gegnern der Corona-Maßnahmen zu sehen.

EKD sieht Aufarbeitung von Missbrauch auf gutem Weg

Die Evangelische Kirche in Deutschland sieht sich bei der Aufarbeitung von Missbrauch in den Reihen der Landeskirchen auf einem guten Weg. In einem heute auf der EKD-Synode veröffentlichten Bericht des Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt heißt es, es seien grundlegende Strukturen und Instrumente geschaffen worden. Demnach sei eine Missbrauchsstudie gestartet worden. Sie soll 3,6 Millionen Euro kosten. Außerdem wurde ein weiterer Betroffenenbeirat berufen. Dieser soll künftig eigene Positionen und Vorschläge hinsichtlich geplanter Maßnahmen erarbeiten. Betroffene kritisierten die bislang geleistete Aufarbeitung. Es sei kaum etwas geschehen und Betroffene seien bislang zu wenig einbezogen würden.

Monika Maron wechselt zu Hoffmann und Campe

Nach der Trennung vom S. Fischer Verlag wechselt die Schriftstellerin Monika Maron zum Hoffmann und Campe Verlag in Hamburg. Dort soll im Dezember eine neue Erzählung mit dem Titel "Bonnie Propeller" erscheinen, gefolgt von dem Essayband "Was ist eigentlich los?", der für April 2021 geplant ist. Zugleich arbeite die Autorin an einem neuen Roman, der ebenfalls bei Hoffmann und Campe erscheinen wird, teilte der Verlag mit. Maron hatte über Jahrzehnte beim S. Fischer Verlag veröffentlicht, darunter viele Bestseller. Im Oktober hatte sich der Verlag von der Autorin getrent. Begründet hatte er dies mit Marons Essayband in der "Exil"-Reihe der Edition Buchhaus Loschwitz und dem Vertrieb durch den Antaios-Verlag von Götz Kubitschek. Der Verfassungsschutz zählt das "Institut für Staatspolitik" des Verlegers Kubitschek zum Netzwerk der "Neuen Rechte".

Devid Striesow unterstützt Aufruf von Till Brönner

Die Kritik aus der Kulturbranche zu den Anti-Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern hält an. Der Schauspieler Devid Striesow schloss sich dem Aufruf des Jazz-Trompeters Till Brönner an die Politik an, die Kulturbranche nachhaltig zu unterstützen. Die Schließung der Theater sei unverabtwortlich, sagte er im Deutschlandfunkkultur. Es könne nicht sein, dass ausgerechnet die Kultureinrichtung schließen müssten, da dort die Hygieneregeln eingehalten würden. Im Alltag dagegen, so Striesow weiter, würde er immer wieder Verstöße beobachten, ohne dass jemand einschreiten würde.

Boygroup BTS räumt bei den MTV-Awards ab

Die südkoreanische Boygroup BTS hat bei den MTV Europe Music Awards die meisten Preise gewonnen. Die K-Pop-Band erhielt vier Trophäen - darunter auch in der Kategorie "Bester Song" für ihr englischsprachiges Discopop-Stück "Dynamite", mit dem sie im September als erste südkoreanische Musikgruppe Platz 1 der US-Single-Charts erreicht hatte. In der Sparte "Bester Künstler" wurde die Pop-Sängerin Lady Gaga geehrt, als "Bestes Video" wurde "Popstar" von DJ Khaled ausgezeichnet. Wegen der Coronavirus-Pandemie fand die Verleihung dieses Jahr virtuell statt, Auftritte von Künstlern wurden an verschiedenen Orten weltweit aufgenommen und live übertragen.

US-Quizmoderator Alex Trebek ist tot

Alex Trebek ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Er moderierte dreieinhalb Jahrzehnte lang die Quiz-Sendung "Jeopardy". Der TV-Star hatte fast zwei Jahre lang gegen eine Krebserkrankung gekämpft. Dennoch zeichnete er seine Quiz-Show bis vor Kurzem weiter auf. Trebek hatte "Jeopardy!" seit 1984 moderiert. Durch sein souveränes Auftreten, seine intelligenten Anmerkungen und seinen pfiffigen Humor wurde er zu einer Kultfigur. Er gewann fünf Mal den US-Fernsehpreis Emmy. Trebek stammte aus Kanada und erlangte 1998 die US-Staatsbürgerschaft. "Wir haben eine Ikone verloren", schrieb der kanadische Regierungschef Justin Trudeau auf Twitter.

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Fazit

Pressefoto des JahresEine Umarmung mit Symbolcharakter
Das Foto des Jahres 2021 "The First Embrace" (Die erste Umarmung) zeigt zwei Frauen, die sich - getrennt von einer Plastikfolie - umarmen. (imago images / Politiken / Mads Nissen)

Das Pressefoto des Jahres ist oft mit den prägenden Themen der Gegenwart verbunden: Mit dem Siegerfoto 2021 beschreibe der Däne Mads Nissen die Pandemie und die damit verbundenen Erfahrungen in einem Bild, sagt die Kunsthistorikerin Karen Fromm.Mehr

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