Montag, 20.09.2021
 

Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 05.01.2011

Goldgräberstimmung im wilden Süden

Die sudanesische Stadt Juba

Von Thomas Kruchem

Soldat in Juba. (AP Archiv)
Soldat in Juba. (AP Archiv)

Jahrzehntelangen Bürgerkrieg haben die Südsudanesen hinter sich. Es sind mehrheitlich christliche Schwarzafrikaner, die erst von den britischen Kolonialherren wie Insassen eines Reservats behandelt wurden, dann von den nordsudanesischen Arabern wie Untermenschen im eigenen Land. Heute gehört der Südsudan zu den am wenigsten entwickelten Regionen der Welt mit einer rekordverdächtigen Analphabetenquote. Dabei bietet das Land Öl, Gold, Uran und beste Ackerböden. Das weckt Begehrlichkeiten, nicht nur im Ausland oder Nordsudan. Auch im Südsudan selbst hat sich eine Kaste aus Politikern und Militärs gebildet, die von der Unsicherheit und Dynamik des Übergangs profitiert und die Bevölkerung zu drangsalieren beginnt.

"Während des Kriegs hatten wir, auf langen Märschen durch den Busch, oft gar nichts zu essen. Hattest du vier oder fünf Erdnüsse, nahmst du zwei davon für dich und gabst zwei deinem Kameraden. Am nächsten Tag gab es dann wieder nichts; aber du musstest trotzdem weitermarschieren."

Der Blick des vielleicht 40-jährigen Mannes flackert; um die blaurot schimmernde Narbe quer über seine tiefschwarze Stirn sammeln sich Schweißperlen. Verlegen auf seinem Plastikstuhl herumrutschend, zuckt der Mann mit den Schultern, beginnt zu lächeln, als jemand am Nebentisch das Radio einschaltet.

Von Tod und Krieg, von panischer Flucht und endlosem Warten auf Freiheit handelt der Song, den das katholische "Radio Bakhita" ausstrahlt, der bei Weitem beliebteste Sender hier. "Radio Bakhita", sagt Simon Naria, spiegle seine Sehnsucht und die aller hier; die Sehnsucht, beim Referendum am 9. Januar 2011 über die eigene Zukunft zu entscheiden:

"Mit dem Referendum entscheiden wir nun selbst darüber, wer uns regiert. Wir werden endlich unabhängige, selbstständige Menschen. Wir wollen nicht länger in Unterdrückung leben; wir wollen frei sein. Dafür habe ich gekämpft und mir von den Arabern drei Schusswunden zufügen lassen."

Juba, Hauptstadt des Südsudan, das Gelände einer Schule, wo sich in blau-weiß getünchten Pavillons ehemalige Kämpfer der "Volksbefreiungsarmee" SPLA auf das Zivilleben vorbereiten. Einige hundert von mindestens hunderttausend. Unterstützt von der deutschen Regierung und ihrer "Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit", GIZ, lernen sie in Schnellkursen Schlossern, Schreinern und Schneidern - oder auch, gezwängt in viel zu kleine Schulbänke, Schreiben und Rechnen – Fertigkeiten, die man halt braucht im zivilen Berufsleben.

Draußen, vor den stacheldrahtbewehrten Mauern, ruft neben einer Kirche der Muezzin zum Mittagsgebet. Neben der buckligen Sandpiste rosten Wracks von Armeelastwagen vor sich hin; auf dem Boden sitzende Händler bieten Bananen, Eier und Erdnüsse feil; Säcke voller Zwiebeln oder Holzkohle. Hinter den Verkaufsständen schäbige Beton-, Ziegel- und Bambushütten, gedeckt mit Gras und Wellblech. Müllhaufen verbreiten modrigen Geruch.

Auf der Fahrt ins Stadtinnere dann tauchen riesige Baustellen auf: Bürotürme, Villen Apartmentanlagen. Goldkettchenbehängte Geländewagen-Chauffeure bahnen sich, lichthupend, ihren Weg durchs Durcheinander von Eselskarren, Mopeds und wassergefüllten Tankwagen. Aggressionsschwangere Goldgräberatmosphäre ist zu spüren – vor der traditionell gewandete Passanten in den Schatten der Hauswände zu flüchten scheinen.

Der Südsudan ist eine der am wenigsten entwickelten Regionen der Welt, das aus allen Nähten platzende Juba eine der am wenigsten entwickelten Großstädte. Strom gibt es nur aus Dieselgeneratoren; und auch der Aufbau einer städtischen Wasserversorgung steht noch ganz am Anfang.

Am Weißen Nil, der durch Juba fließt, steht die einzige Wasseraufbereitungsanlage der Stadt: neu gebaut mit Hilfe der GIZ; eine Anlage, auf die Wassermeister Efatr Rehan sichtlich stolz ist:

"Wir haben hier drei Pumpen, von denen immer zwei in Betrieb sind und eine abkühlt. In modernen Filteranlagen wird das Nilwasser mechanisch gesäubert und dann, unter Einsatz von Aluminiumsulfat und Chlor, zu Trinkwasser aufbereitet."

In einer Stadt mit fast einer Million Einwohner versorgt die Aufbereitungsanlage gerade 3.000 Wasseranschlüsse. Die meist wohlhabenden Besitzer zahlen dafür drei Dollar im Monat. In etwa dasselbe entrichten Betreiber kommerzieller Tankwagen an öffentlichen Zapfstellen für 6.000 Liter. Für die breite Bevölkerung jedoch ist Trinkwasser extrem teuer. Die Füllung eines 200 Liter-Fasses aus dem Tankwagen kostet zwei Dollar; den Ärmsten knöpft ein Zwischenhändler zwei Dollar pro 25 Liter-Kanister ab. Kein Wunder, dass sich die meisten Einwohner Jubas aus Tiefbrunnen versorgen. Ein riskantes Unterfangen – sagt Samuel Taban, Chefingenieur bei den städtischen Wasserwerken. Das Grundwasser Jubas nämlich ist stark mit Giftstoffen und Keimen belastet – weil fast jeder Autofahrer sein Altöl auf die Straße entsorgt; weil viele Abwassertankwagen ihre Jauche nicht in die offizielle Sickergrube 60 Kilometer außerhalb der Stadt entsorgen, sondern irgendwo am Rande der Innenstadt.

"Wir von den Wasserwerken betreiben keinerlei Tiefbrunnen. Im Gegenteil: Wir wissen, dass das Wasser solcher Brunnen häufig kontaminiert ist und immer wieder Schulkinder krank werden davon. Viele Plattformen von Tiefbrunnen haben Risse; Abwasser fließt dadurch in den Untergrund und verseucht das Grundwasser. Deshalb warnen wir die Bevölkerung ausdrücklich davor, Wasser aus Tiefbrunnen zu trinken. Wer das trotzdem tut, handelt auf eigene Gefahr."

Ab 2011 jedoch soll alles anders werden in Juba und im gesamten Südsudan. Die dann unabhängige Region soll wie Phoenix aufsteigen aus der Asche des jahrzehntelangen Bürgerkriegs.

Tag für Tag ertönen aus Lautsprecherwagen Parolen, tragen Demonstranten Transparente durch die Straßen; eine riesige Uhr im Stadtzentrum zählte, bis sie vor kurzem stehen blieb, die Sekunden bis zum 9. Januar. – Und es gibt Menschen, die schon heute profitieren von der Dynamik des Übergangs und der mit ihm verbundenen Unsicherheit: sogenannte Risiko-Investoren vor allem und ihre einheimischen Partner, mächtige Politiker und Militärs. Die Investoren pachten riesige Flächen Ackerland, auf denen sie Nahrungsmittel für den Export anpflanzen wollen; kassieren für kleinste Kämmerchen in aufeinandergestapelten Containern 150 Dollar pro Nacht, stellen Handy-Masten dorthin, wo es sich lohnt. Investoren wie Talitha Hogebrog, eine blonde Holländerin wie aus der Käsewerbung – mit energischem Blick und beinahe rabiater Gestik gegenüber ihrem etwas hilflos herumstehenden Automechaniker.

Talitha, die als Angestellte eines gemeinnützigen Pharma-Großhandels nach Afrika kam, eröffnete 2008 ein schmuckes Lebensmittelgeschäft mit Restaurant in Juba – gemeinsam mit einem neuseeländischen Partner und einem einflussreichen Sudanesen. Das Geschäft geht gut: Appetitlich dargebotenes Frischfleisch, riesige Tomaten, rotbackige Äpfel und Schweizer Markenschokolade werden der stets fröhlich wirkenden Holländerin förmlich aus den Händen gerissen – von einer kleinen, aber zahlungskräftigen Kundschaft.

Hogebrog: "Anfangs flogen wir alle Waren, die wie hier verkauften, ein. Wir zahlten zwei Dollar pro Kilo Fracht von Nairobi oder Kampala hierher plus einen Dollar 82 Mehrwertsteuer und Zoll. Das musste ich vorneweg auf den Einkaufspreis draufschlagen. Inzwischen haben wir zwei Kühllaster, mit denen wir jetzt selbst unsere Ware aus Uganda und Kenia holen."

Käse aus Kenia, Kekse aus Holland und Apfelsaft aus dem Weserbergland; aber nicht einmal Bananen aus dem fruchtbaren Südsudan. "Die sind noch nicht so weit", lacht Talitha, die auch keine sudanesische Verkäuferin gefunden hat und fürs Erste auf Filipinas zurückgreift. Demnächst eröffnet die Holländerin ein Schlachthaus, dazu eine Rinderfarm – als Kontrastprogramm, sagt sie, zu den mageren, ungeimpften und wirtschaftlich nutzlosen Rindern der Sudanesen. Aber jetzt soll der verschlafene Mechaniker erstmal den platten Reifen des Lastwagens wechseln.

Hogebrog: "Immer geht irgendwas kaputt hier. Seit fünf Wochen bekommen wir, zum Beispiel, keinen Strom von der Stadt. Unser Generator ist deshalb überlastet und bricht regelmäßig zusammen. Dazu kommen Autounfälle, oder ein Laster bleibt irgendwo liegen. Und, und, und. So geht es jeden Tag. Da muss man sehr flexibel bleiben und natürlich stets lächeln."

Und wenn trotzdem mal ein paar Sudanesen böse werden und der ausländischen Geschäftsfrau den Erfolg missgönnen?

"Unser südsudanesischer Partner ist der Vorsitzende der nationalen Handelskammer. Er ist noch an mehreren anderen Firmen beteiligt und eine sehr wichtige Persönlichkeit hier. Macht uns jemand Ärger, rufen wir ihn an; und er löst das Problem. Abgesehen davon, verbessert sich die Situation im Südsudan von Tag zu Tag. Als wir 2006, 2007 hier anfingen, gab es noch große Sicherheitsprobleme. Die sind heute bei Weitem nicht mehr so schlimm."

... weshalb sich inzwischen auch Tausende Kenianer und Ugander im Südsudan niedergelassen haben. Fast alle Jobs in Banken, Hotels und Restaurants haben sie besetzt. Auch die meisten Marktstände in Juba gehören Ostafrikanern. "Die Südsudanesen haben eine andere Einstellung zum Leben", meint Hiram Njuguna, der in seiner Werkstatt Satellitentelefone repariert. Der Afrikaner Njuguna spürt, mehr als die Europäerin Hogebrog, den wachsenden Neid der Einheimischen; ihre bittere Enttäuschung darüber, dass politische Freiheit nicht automatisch wirtschaftlichen Wohlstand mit sich bringt.

Njuguna: "Manchmal muss ich Verluste akzeptieren. Jemand bringt mir, zum Beispiel ein Satellitentelefon zur Reparatur. Wir einigen uns auf einen Preis von hundert Dollar. Dann aber kommt der Mann am nächsten Tag mit gezückter Pistole in meine Werkstatt, hält mir die Waffe an den Kopf und schreit: 'Du bist ein Dieb. Wir kennen dich. Du bist aus Ostafrika hierhergekommen, um unser Land auszunehmen. Weißt du eigentlich, wofür wir gekämpft haben? Weißt du, wie viele Menschen wir im Krieg verloren haben? Und jetzt verlangst du hundert Dollar von mir – obwohl du genau weißt, wie dringend wir diese Telefone brauchen.' Der Mann legt einen 20 Pfund-Schein auf den Tisch, nimmt sein Telefon und geht. Ich habe nun die Wahl: Nehme ich die 20 Pfund statt der hundert Dollar, die mir zustehen? Oder lasse ich mich erschießen?"

Ein Geschäftsleben wie einst im Wilden Westen, von dem die Mehrheit der Südsudanesen ausgeschlossen bleibt. In, Geschwüren gleich, überall in Juba wuchernden Slums überleben sie von einer Kuh, von etwas Kleinsthandel. – Gnadenlos klar zeichnen sich im noch nicht einmal bestehenden Staatswesen Südsudan wirtschaftliche Strukturen der Zukunft ab, analysiert Atem Yak Atem, früher Sprecher der Regierungspartei SPLM, heute Herausgeber einer Wochenzeitung: Investoren aus dem Ausland und eine kleine SPLM-Elite werden Rohstoffe, Plantagen, Industrie, Banken und Großhandel kontrollieren; die meisten kleineren Geschäfte und einigermaßen attraktiven Jobs werden in den Händen von Ostafrikanern liegen, der breiten südsudanesischen Bevölkerung bleiben Brosamen.

Atem: "Ein Grund dafür ist sicher, dass die Ostafrikaner ziemlich geschäftstüchtig sind. Sie haben ein Bankenwesen, sind aufgewachsen in einer Geldwirtschaft und besitzen eine gut entwickelte Arbeitsethik. Die meisten Südsudanesen dagegen sind bis heute verwurzelt in der traditionellen Rinderwirtschaft: Du schickst morgens deine Kühe auf die Weide, sitzt den ganzen Tag unter den Bäumen; und kommen die Kühe abends zurück von der Weide, melkst du sie. Davon abgesehen brauchst du nicht zu arbeiten. – Ich sage Ihnen ganz offen: Bisweilen bin ich wirklich wütend darüber, dass unsere Leute sich so sehr weigern zu arbeiten. Sie wollen ihr Geld einfach so bekommen. Besuchen Sie mal das Haus, zum Beispiel, eines Ministers. Dort sitzen 30 ,40 Leute einfach herum – gesunde junge Leute, die sich von diesem Politiker aushalten lassen. Gehen Sie dann auf eine Baustelle, sehen Sie dort ausschließlich Arbeiter aus Uganda und Kenia."

Immer häufiger berichten nun solche Gastarbeiter von ausländerfeindlichen Übergriffen, begangen von in der Stadt gestrandeten Sudanesen, die sich höchst empfänglich zeigen für hetzerische Parolen gewissenloser Politiker. Eine nagelneue, soziale wie politische, Zeitbombe beginnt zu ticken in Juba, der am schnellsten wachsenden Stadt Afrikas. Wer diese Bombe entschärfen will, muss die nachwachsende Generation junger Sudanesen integrieren in die entstehende moderne Wirtschaft der Stadt. Bildung sei notwendig, sagt Atem; Bildung und nochmals Bildung. Bis heute indes liegt die Analphabeten-Rate im Südsudan bei weltrekordverdächtigen 85 Prozent; die Mehrheit der Kinder geht nicht zur Schule.

Und es gibt nur eine leidlich funktionsfähige Universität im Lande - die katholische Universität des Südsudan. 50 junge Leute studieren in der Stadt Wau Agrarwissenschaften, 230 auf einem provisorischen Campus in Juba Wirtschaftswissenschaften. Die drei Hörsäle sind von frühmorgens bis in die Nacht belegt; ausreichend Bücher haben ausländische Kirchen gespendet. Die Studenten dieser Universität wirken anders als ihre Kommilitonen in Nairobi oder Europa. Ernst, besorgt und ein wenig stolz, einer Pioniergeneration anzugehören. Der 20-jährige Anthony Mokorondera stammt aus der Unruhe-Provinz West-Äquatoria, wo die sogenannte "Lord's Resistance Army" des Uganders Joseph Kony bis heute Bauern terrorisiert und Jugendliche entführt.

Mokorondera: "Wegen großer Sicherheitsprobleme kann mein Vater seit Jahren die meisten seiner Felder nicht bestellen. Sie befinden sich nämlich genau in der Region, wo die LRA aktiv ist. Wer aus der Stadt dorthin fährt und seine Äcker bewirtschaftet, schwebt ständig in der Gefahr, angegriffen und ausgeraubt zu werden."

An der Universität schwebt derweil über Anthony und vielen seiner Kommilitonen das Damokles-Schwert, exmatrikuliert zu werden, weil sie die Studiengebühren von 800 Dollar im Jahr nicht aufbringen können.

Mokorondera: "Weil meine Familie die Gebühren nicht bezahlen kann, hat das zwei Jahre lang der Bischof unserer Diözese getan. Jetzt jedoch hat auch er kein Geld mehr; und ich weiß nicht, wie ich die Studiengebühren für dieses Jahr finanzieren soll."

Ehemalige Kämpfer der SPLA drücken in blau-weißen Pavillons die Schulbank. Insgesamt hunderttausend Männer – viele traumatisiert, viele mit desolatem familiärem Hintergrund; Männer, die nicht mehr, wie früher, Bauern sein wollen, aber kaum eine Chance haben, in der Stadt einen Job zu finden. Einige liegen schon mittags betrunken auf dem Rasen zwischen den Pavillons. William Deng-Deng, Chef der Demobilisierungsbehörde, zuckt ratlos mit den Schultern:

"Diese Männer bereiten uns große Sorgen, weil viele von ihnen überhaupt nichts gelernt haben. Sie kommen direkt aus dem Busch; und das Einzige, was sie können, ist, als Soldat zu kämpfen. Nachdem sie das 10 oder 20 Jahre lang getan haben, sind Sie jetzt vielleicht 35 Jahre alt; ihre Aussicht auf eine ordentliche Schulbildung geht gegen Null; und doch sollen sie sich irgendwie im Zivilleben zurechtfinden. Kein Wunder, dass die meisten dieser ehemaligen Kämpfer überhaupt nicht zufrieden sind mit ihrer Situation."

Wie die Ex-Kombattanten fordern immer mehr Südsudanesen nun, da die Unabhängigkeit in Reichweite scheint, eine Friedensdividende. An staatlichen Krankenhäusern und Schulen kommt es immer wieder zu Streiks; viele Menschen äußern sich verbittert über eine neue politische Elite, die in "Hummer"-Geländewagen durch Juba fährt und am Stadtrand Luxusvillen baut. "Diese Leute nehmen sich gegenüber Schwächeren alles heraus", klagt der ugandische Kleinunternehmer Hiram Njuguna:

"Du gehst, zum Beispiel, mit einer Freundin in eins der Strandhotels am Nil. Plötzlich hält dann draußen ein schwerer Geländewagen mit Regierungskennzeichen. Ein gut gekleideter Mann steigt aus, kommt zu dir, klopft mit dem Lauf seiner Pistole auf deinen Tisch und fordert per Wink mit der Waffe deine Freundin auf, mit ihm zu kommen. Er bedeutet dem Mädchen, ihm den Arm um die Taille zu legen; sie gehen zum Auto, vor dem bewaffnete Leibwächter warten, steigen ein, fahren ab. Und du? Du kannst nur warten und Gott bitten, dass du dein Mädchen jemals wiedersiehst."

Konflikte zwischen Arm und Reich, zwischen In- und Ausländern; Zusammenstöße zwischen Ethnien, zwischen Pastoralisten und Ackerbauern. Und dazu das Ringen mit der Zentralregierung in Khartum. Das noch gar nicht bestehende Staatswesen des Südsudan steht vor überaus schweren Herausforderungen.

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"Zweitbeste Chance" für Frieden - Politikwissenschaftler Volker Perthes zum bevorstehenden Referendum im Südsudan

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