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Kulturnachrichten

Sonntag, 1. März 2020

Goldener Bär für "Es gibt kein Böses"

Der Episodenfilm "Es gibt kein Böses" des iranischen Regisseurs Mohammed Rassulof hat den Goldenen Bären der 70. Berlinale gewonnen. Das gab die Jury in Berlin bekannt. Der Filmemacher erzählt darin vier Kurzgeschichten, die sich mit der Todesstrafe im Iran beschäftigen. Die Jury zeichnete das Filmteam allerdings in Abwesenheit des Regisseurs aus, der selbst keine Reiseerlaubnis bekam. Der Film "Never Rarely Sometimes Always" von der US-Amerikanerin Eliza Hittman erhielt den Großen Preis der Jury. In ihrem Film erzählt Hittman von einer ungewollten Schwangerschaft. Eine 17-Jährige macht sich mit ihrer Freundin auf nach New York, um dort eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Den Silbernen Bären für die beste Darstellerin erhielt die deutsche Schauspielerin Paula Beer für ihre Rolle in Christian Petzolds Film "Undine".

Journalisten des türkischen "Sputnik" festgenommen

Die türkische Polizei hat den Chefredakteur der türkischen Ausgabe des russischen Staatsmediums "Sputnik" festgenommen. Das Online-Portal schrieb, der Leiter von "Sputnik Türkiye", Mahir Boztepe, sei in die Polizeizentrale in Istanbul gebracht worden. Zudem sei die "Sputnik"-Redaktion von Beamten durchsucht worden. In Ankara wurden drei weitere "Sputnik"-Mitarbeiter ebenfalls festgenommen. Das russische Außenministerium kritisierte die Festnahme der Journalisten scharf. Die türkische Sektion von Reporter ohne Grenzen schrieb bei Twitter, die Polizei habe die "Sputnik"-Mitarbeiter zu einem Artikel befragt. In dem Beitrag mit dem Titel "Die gestohlene Provinz'" ging es um die Übergabe eines Teils von Südsyrien an die Türkei durch die damalige französische Kolonialmacht im Jahr 1938. Die Polizeimaßnahmen könnten die Spannungen zwischen Ankara und Moskau befeuern, die sich vor dem Hintergrund der militärischen Eskalation in Syrien zuletzt verschärft hatten.

Leipziger Buchmesse hält an Termin fest

Die Leipziger Buchmesse hält nach der Absage verschiedener Messen wegen der Ausbreitung des Coronavirus an ihrem geplanten Termin fest. Das teilten die Verantwortlichen über ihren Twitter-Account mit. Man stehe in Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden. Bislang lägen keine Auflagen für die Messe vor. Die Messe ist nach Frankfurt die zweitgrößte Buchmesse in Deutschland und soll vom 12. bis 15. März stattfinden. Wegen der Zunahme von Coronavirus-Infektionen in Deutschland sind unter anderem die Tourismusbörse ITB, die Pro Wein in Düsseldorf und die Eisenwarenmesse in Köln abgesagt oder verschoben worden.

Armin Laschet erhält Israel-Jacobson-Preis 2020

Die Union progressiver Juden in Deutschland zeichnet Armin Laschet mit dem Israel-Jacobson-Preis 2020 aus. Die Auszeichnung wird dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten am Montag in der Neuen Synagoge in Berlin verliehen. Die Laudatio hält der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer. Laschet erhalte die Auszeichnung "in Anerkennung seiner großen Verdienste für das liberale Judentum, für die Stärkung des jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen in seiner ganzen Vielfalt sowie für seinen persönlichen Einsatz für Begegnung und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen", heißt es in der Begründung. Die Union progressiver Juden würdigt seit 2001 Menschen, die sich um ein vielfältiges Judentum verdient gemacht haben. 2014 ging der Preis an den heutigen Außenminister Heiko Maas, 2018 an den damaligen Ministerpräsidenten von Thüringen, Bodo Ramelow.

Preis für grotesken Humor an Heinz Strunk verliehen

Die Stadt Kassel hat den mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreis für grotesken Humor an den Schriftsteller, Kolumnisten, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk verliehen. Heinz Strunk verkörpere als lebendiges Gesamtkunstwerk den grotesken Humor in allen seinen Formen, hieß es in der Begründung. Seine postmoderne, subversive Erzählkunst führe auf schonungslose Weise mitten in das von der Konsumgesellschaft beschädigte Leben. Der Förderpreis Komische Literatur ging an die Autorin Chrizzi Heinen. Mit ihrem Roman "Am schwarzen Loch" habe die Autorin ein "ganz außergewöhnliches Debüt" vorgelegt. Die Preisverleihung eröffnete das bis 7. März dauernde Kasseler Komik-Kolloquium, ein Festival zur Literatur und Wissenschaft des Komischen, das zum neunten Mal stattfindet.

Louvre in Paris schließt wegen Coronavirus-Ängsten

Die sich ausbreitende Coronavirus-Epidemie hat zur Schließung des Pariser Louvres geführt. Man mache sich viele Sorgen, weil das Louvre Besucher aus aller Welt habe, sagte ein Beschäftigter des Museums, André Sacristin, der Nachrichtenagentur AP. Mitarbeiter und Gewerkschaftsvertreter hatten die Schließung veranlasst. Bislang sind keine etwaigen Ansteckungen bekannt. Das Museum teilte mit, ein Mitarbeitertreffen zum Thema Prävention habe die planmäßige Öffnung des Museums am Morgen verhindert. Am Samstag hatte die französische Regierung entschieden, wegen des Coronavirus und dessen Ausbreitung im Innern stattfindende, öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 5000 Personen zu verbieten.

Antisemitismus-Beauftragter kritisiert TU Braunschweig

Die TU Braunschweig wehrt sich gegen Vorwürfe, sie hätte nationalsozialistischem Gedankengut Vorschub geleistet. Ein geplanter Vortrag über die Hitler-Geliebte Eva Braun mit dem Titel „Ich, die Geliebte des größten Mannes Deutschlands und der Erde" war zwar krankheitsbedingt abgesagt worden, sorgte aber für Kritik. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Klein, sagte der "Bild am Sonntag": "Dass die Universität in einer Vortragsreihe über bedeutende Frauen völlig unkommentiert auch Eva Braun in die Liste aufgenommen hat, ist völlig unverständlich und geschichtsvergessen." Die Hochschule hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie es bedauert, dass sich Menschen durch den "ungeschickt formulierten Titel verletzt fühlten". Es sei darum gegangen, kritisch zu reflektieren, warum eine "eigentlich historisch unbedeutende Frau wie Eva Braun" bis heute eine große mediale Aufmerksamkeit erfährt.

Bayern vergibt Kanada-Stipendium für Schriftsteller

Der Freistaat bietet Schriftstellern verschiedener Genres ein zweimonatiges Aufenthaltsstipendium an der Maison de la litterature in der frankokanadischen Stadt Quebec. Das gab Kunstminister Bernd Sibler bekannt. Der Austausch richtet sich demnach an Schriftsteller, Comic-Künstler und literarische Übersetzer. Das Aufenthaltsstipendium ist mit 3.000 Euro dotiert und gilt für September und Oktober 2020. Das Geld stelle die Bayerische Staatskanzlei zur Verfügung. Die Stadt Quebec ermögliche ferner den kostenfreien Aufenthalt und zahle ein Tagegeld. Bewerber müssten ihren Wohnsitz in Bayern haben und Englisch sprechen können; Französischkenntnisse seien wünschenswert, aber keine Bedingung. Eine Altersgrenze bestehe nicht.

Deutsche Kirche gibt Altarteile nach Danzig zurück

Zwei kunstvolle Altarteile, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Berlin gelangten, kehren an ihren ursprünglichen Ort in Danzig zurück. Die Altartafel und der Altasockel waren im Mai 1942 unter dem Eindruck der Luftangriffe auf Danzig aus der damaligen evangelischen Kirche gebracht worden, um sie vor der Zerstörung zu bewahren. Fast 80 Jahre später sollen sie in die heutige katholische Kathedralbasilika zurückkehren. Dies solle ein ökumenisches Zeichen und ein Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschland und Polen sein, hieß es. Der aus Danzig gerettete Altarsockel gehörte seit mehr als 60 Jahren zur Ausstattung des Altars in der St. Johanneskirche in Berlin-Moabit und soll von der dortigen Gemeinde mit einem Gottesdienst verabschiedet werden. Die Altartafel befindet sich den Angaben zufolge in der Gemäldegalerie in Berlin. Beide Kunstgegenstände sollen am 4. April in Danzig entgegengenommen werden.

Silberner Bär für Elio Germano

Der italienische Schauspieler Elio Germano wurde bei der Berlinale mit einem silbernen Bären als bester Darsteller ausgezeichnet. Germano spielt im Künstlerdrama "Hidden Away" einen Maler, der lange aus Ausgestoßener lebte. Der Südkoreaner Hong Sangsoo gewann den Silbernen Bär für die beste Regie: In seinem Film "Die Frau, die rannte" unternimmt eine Frau erstmals wieder etwas ohne ihren Mann. Die italienischen Brüder Fabio und Damiano D'Innocenzo erhielten den Silbernen Bären für das Drehbuch zum Drama "Bad Tales". Ausgezeichnet wurde auch der deutsche Kameramann Jürgen Jürges. Er erhielt den Silbernen Bären für seine Arbeit an "DAU. Natasha". Ein Sonderpreis zur 70. Berlinale ging an die französische Komödie "Delete History".

Schriftsteller Hans Eichhorn gestorben

Der österreichische Dichter und Schriftsteller Hans Eichhorn ist im Alter von 64 Jahren nach längerer Krankheit gestorben, wie seine Familie mitteilte. "Seine Gedichte sind von visueller Kraft geprägt, von großem Feingefühl für die minutiöse Beobachtung von Dingen, Menschen, sozialer Ausgrenzung und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen", hieß es über Eichhorns Dichtung bei der Verleihung des Georg-Trakl-Preises im Jahr 2019. Seine Texte beschäftigten sich oft mit der Natur seiner österreichischen Heimat, im Nebenerwerb war Eichhorn Fischer am Attersee im Salzkammergut. Seine letzte Veröffentlichung war die in diesem Jahr erschienene Prosa-Sammlung "Ungeboren".

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