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Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. Juni 2018

Goethe-Institut will Frauen in arabischer Welt fördern

Interesse an freiheitlicher Gesellschaft verstärken

Das Goethe-Institut widmet sich in den kommenden Monaten verstärkt der Situation von Frauen in der arabischen Welt. Auf Konferenzen und Kunstfestivals in Brüssel, Kairo, Tunis und Beirut wird es um den Zugang von Frauen zu Bildung und gesellschaftlichen Schlüsselpositionen gehen, teilte das Institut mit. Dabei solle auch das gängige Bild arabischer Frauen hinterfragt und die Zusammenarbeit verschiedener Initiativen unterstützt werden. In Europa würde oft übersehen, dass sich etwa in Ägypten, Tunesien oder dem Libanon Frauen zunehmend mit Feminismus und Rollenbildern beschäftigten, sagte der Instituts-Präsident Klaus-Dieter Lehmann. Deutschland müsse das Interesse an einer freiheitlichen Gesellschaft offensiv vertreten. Dafür wünsche er sich politische Unterstützung und die nötigen Ressourcen, sagte Lehmann. Das Goethe-Institut hat 159 Niederlassungen in 98 Ländern. Zu seinen Aufgaben gehören die kulturelle Zusammenarbeit sowie die Vermittlung der deutschen Sprache und eines aktuellen Deutschlandbildes. Durch Kooperationen an weiteren Orten hat das Institut insgesamt mehr als tausend Anlaufstellen.

Popkulturfestival: Zusammenarbeit mit Israel bleibt

Künstler sagen Auftritte ab

Das Berliner Popkulturfestival verteidigt sich gegen Boykottaufrufe wegen der Zusammenarbeit mit Israel. Die Künstler John Maus, Richard Dawson, Gwenno und die Band Shopping haben ihre Auftritte beim diesjährigen Festival abgesagt. Sie folgen damit Boykottaufrufen der israelkritischen BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen). Auch 2017 waren Auftritte gecancelt worden. Festivalleiterin Katja Lucker wies im Deutschlandfunkkultur Kritik zurück, die sich an der israelischen Unterstützung des Festivals entzündet. "Wir haben eine klare Haltung und die bedeutet: wir arbeiten schon immer und wir werden das immer tun mit unterschiedlichen Ländern dieser Welt gemeinsam. Wir haben immer gesagt: wir wollen den Dialog auf dem Festival." Dem Boykottaufruf der BDS-Bewegung zu folgen, bedeute laut Lucker, ein ganzes Land zu boykottieren und die Existenz Israels abzulehnen. Die Israelische Botschaft unterstützt das Festival mit Reisekostenzuschüssen von 1200 Euro und ist deshalb mit Logo auf der Webseite des Festivals zu sehen. Das Popkulturfestival findet vom 15.- 17.August statt.

Der Architekt Fritz Eller ist tot

Er entwarf den Landtag von NRW

Der deutsch-österreichische Architekt Fritz Eller ist tot. Erst starb vergangene Woche im Alter von 91 Jahren zuhause in Aachen, dies teilte sein Düsseldorfer Büro mit. Eller galt als einer der bedeutenden Architekten der Nachkriegszeit. Er war maßgeblich beteiligt am Bau bedeutender Hochhäuser der jungen Bundesrepublik in den 1950er Jahren. Dazu zählt das "Dreischeibenhaus" - ein Bürohochhaus in der Düsseldorfer Innenstadt - und er entwarf den Düsseldorfer Landtag. Eller lehrte 30 Jahre lang (1962-1992) am Institut für Bauwesen der RWTH Aachen. Als Leiter des Instituts für Schulbau forschte er zur baulichen Modernisierung des Schul- und Hochschulwesens im Zuge der Bildungsreform in Nordrhein-Westfalen.

Studie: Ehrenamtliches Engagement für Bildung boomt

Rund 16 Millionen Menschen ehrenamtlich in Bildung aktiv

Laut einer Studie engagieren sich rund 16 Millionen Menschen ehrenamtlich im Bildungsbereich. Eine Erhebung der Gemeinschaftsinitiative "Zivilgesellschaft in Zahlen" (ZiviZ) des Stifterverbandes ergab, dass sie in knapp 297.000 gemeinnützigen Organisationen aktiv sind. Damit sei Bildung nach dem Sport der zweitgrößte Bereich für ehrenamtliches Engagement in Deutschland. Laut ZiviZ verzeichnete der Bildungsbereich einen Zuwachs von fünf Prozentpunkten allein in den vergangenen fünf Jahren.

Winckelmann-Jahr ohne Museum

Termin für Wiedereröffnung des Stendaler Museums offen

Im Jubiläumsjahr zu Ehren des Gelehrten Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) bleibt das Museum in seinem Geburtsort Stendal geschlossen. Wie die Winckelmann-Gesellschaft mitteilte, dauern die Renovierungsmaßnahmen "wegen baubedingter Verzögerung" mindestens bis September. Auch dieser Termin sei noch nicht sicher. Ursprünglich war die Wiedereröffnung für den 26. Mai geplant. Winckelmann gilt als Wegbereiter des Klassizismus und Gründervater der modernen Archäologie. Am 8. Juni jährt sich sein Todestag zum 250. Mal. Geboren wurde er am 9. Dezember 1717. Rund um Winckelmanns Geburts- und Todestag soll ein Jubiläumsjahr an den Gelehrten erinnern. Höhepunkt ist ein internationaler Kongress mit dem Titel «Kunst und Freiheit», den die Winckelmann-Gesellschaft mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz vom 13. bis zum 15. Juni in Berlin veranstaltet.

Ex-Kunstberater Achenbach aus Gefängnis entlassen

Ihm drohen Schadenersatzforderungen in zweistelliger Millionenhöhe

Der Millionenbetrüger und ehemalige Kunstberater Helge Achenbach konnte am Mittwoch das Gefängnis in Moers-Kapellen auf Bewährung verlassen. Er war zu sechs Jahren Haft verurteilt worden und hat davon zwei Drittel verbüßt. Der 66-Jährige hatte Kunden wie den verstorbenen Aldi-Erben und Milliardär Berthold Albrecht durch verdeckte Preisaufschläge bei Kunst- und Oldtimerankäufen um insgesamt fast 20 Millionen Euro betrogen. Der Kunstberater war im Juni 2014 bei der Rückkehr aus Brasilien festgenommen worden. Dort hatte er das WM-Quartier der deutschen Fußball-Nationalelf mit Kunstwerken ausgestattet. Seine Unternehmen gingen pleite. Rund 2500 Kunstwerke aus dem einstigen Firmenbesitz wurden für insgesamt rund 11,5 Millionen Euro versteigert. Achenbach war seit längerem im offenen Vollzug und arbeitete bei der Diakonie in Düsseldorf. Ihm drohen noch Schadenersatzforderungen in zweistelliger Millionenhöhe. Ein Urteil darüber wird am 28. Juni erwartet.

Überraschung: Picasso überpinselte alte Zeitung

Forscher entdecken Zeitungsseite durch Infrarot-Untersuchung

Für sein Bild "Mutter und Kind am Strand" hat Pablo Picasso eine alte Zeitung überpinselt. Wissenschaftler der National Gallery of Art in Washington haben in den Farbschichten des Gemäldes eine Seite der französischen Zeitung "Le Journal" vom 18. Januar 1902 gefunden. Die Infrarot-Untersuchung brachte zudem zutage, dass sich unter dem Gemälde die Zeichnung einer Frau befindet, die mit einem Glas am Tisch sitzt. Dass Picasso regelmäßig alte Zeichnungen übermalte, war bekannt. Die Existenz einer Zeitungsseite unter einem Gemälde ist aber ungewöhnlich. Möglicherweise habe der Künstler damit die alte Zeichnung abdecken wollen, vermuten die Forscher. Das Bild hängt im Pola-Museum in der japanischen Stadt Hakone.

Rapper Jalal Mansur Nuriddin gestorben

"Großvater des Rap" wurde 73 Jahre alt

Der Rapper und Spoken-Word-Poet Jalal Mansur Nuriddin ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Nuriddin war einer der Gründer der "Last Poets", einer Gruppe von Dichtern und Musikern, die in den 1960ern neue Formen des Zusammenspiels von Dichtung und Musik erprobten. Sein 1973 erschienenes Album "Hustler's Convention" gilt als erste Rapplatte.

Weinstein plädiert auf nicht schuldig

Sein Anwalt zieht Glaubwürdigkeit der Opfer in Zweifel

US-Filmproduzent Harvey Weinstein hat vor Gericht zu den Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe Stellung bezogen und sich für nicht schuldig erklärt. Dutzende Frauen haben Weinstein sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen, in der Anhörung ging es jedoch nur um zwei Fälle: Eine Frau beschuldigt ihn der Vergewaltigung, eine andere erklärt, er habe sie zum Oralsex gezwungen. Der Produzent beantwortete vor Gericht in Manhattan ruhig eine Reihe von Ja-oder-Nein Fragen, zum Beispiel, ob er seine Rechte verstanden habe. Derzeit ist er gegen eine Kaution von einer Million Dollar auf freiem Fuß, nachdem er in der vergangenen Woche angeklagt worden war. Der 66-Jährige hatte sich zuvor den Behörden gestellt. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Anwalt Benjamin Brafman hat die Glaubwürdigkeit der mutmaßlichen Opfer in Zweifel gezogen und erklärt, er sei zuversichtlich, dass Weinstein seinen Namen reinwaschen könne. Brafman sagte, der Vergewaltigungsvorwurf sei absurd. Vor und nach dem angeblichen Übergriff im Jahr 2013 hätten Weinstein und die öffentlich nicht identifizierte Klägerin eine einvernehmliche Beziehung gehabt.

Édouard Louis wird Gastprofessor in Berlin

"Geschichte der Literatur, Geschichte der Gewalt" heißt die Lehrveranstaltung

Der französische Schriftsteller Édouard Louis wird Gastprofessor der Freien Universität Berlin. Louis werde am 18. Juni die Samuel-Fischer-Gastprofessur übernehmen, teilte die Freie Universität mit. Seine Lehrveranstaltung am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft stehe unter dem Titel "Geschichte der Literatur, Geschichte der Gewalt". Seit 2016 lehrt der 25-Jährige am Dartmouth College in den USA. Sein autobiografischer Debütroman "Das Ende von Eddy" aus dem Jahr 2015 wurde für den Prix Goncourt nominiert. Louis' Berliner Antrittsvorlesung werde um die Themen Scham, Kunst und Politik kreisen.

Modedesignerin Kate Spade gestorben

Die Designerin war vor allem für ihre hochpreisigen Handtaschen bekannt

Die amerikanische Modedesignerin und Unternehmerin Kate Spade, deren Handtaschen durch die Kultserie "Sex and the City" weltbekannt wurden, ist überraschend gestorben. Sie sei in ihrer Wohnung in Manhattan tot aufgefunden worden, bestätigte ein Strafverfolger der Deutschen Presse-Agentur. Eine Haushaltshilfe entdeckte die 55-Jährige. Hinweise auf Fremdverschulden gab es keine. Die als Katherine Noel Brosnahan in Kansas City, Missouri geborene Designerin begann als Journalistin bei der inzwischen eingestellten Modezeitschrift "Mademoiselle" in New York. Anfang der 90er Jahre startete sie die Handtaschen-Marke unter dem Namen Kate Spade und öffnete im Stadtteil Soho eine Boutique. Neben den leuchtenden, meist einfarbigen Taschen verkaufte sie in Luxus-Kaufhäusern bald auch Schuhe, Sonnenbrillen und andere Accessoires. Sie und ihr Mann Andy, mit dem sie eine Tochter hatte, verkauften die Marke schließlich und gründeten 2016 mit zwei Freunden ein Label für Modeaccessoires namens Frances Valentine.

BGH-Urteil zur VG Wort bleibt

Verfassungsbeschwerde des Autors ist gescheitert

Eine Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Ausschüttungspraxis von Verwertungsgesellschaften ist gescheitert. Die Verfassungsbeschwerde sei bereits unzulässig, weil die behaupteten Grundrechtsverletzungen nicht hinreichend dargelegt seien, entschied die 3. Kammer des Ersten Senats. Hintergrund ist ein Urteil des BGH vom 21. April 2016 zur bisherigen Verteilungspraxis der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort). Sie sei nicht berechtigt, die Verlage pauschal an ihren Millionen-Einnahmen zu beteiligen. Geklagt hatte ein wissenschaftlicher Autor, der als Urheber seine gesetzlichen Vergütungsansprüche für alle bereits geschaffenen und zukünftigen Werke der VG Wort zur treuhänderischen Wahrnehmung übertragen hatte. Die Erlöse duften nicht an Nichtberechtigte ausgekehrt werden, entschied der BGH. Die VG Wort verwaltet nach eigenen Angaben treuhänderisch urheberrechtliche Nutzungsrechte und Vergütungsansprüche für mehr als 400 000 Autoren und 10 000 Verlage in Deutschland.

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70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüfalltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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