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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Görlitzer Brückepreis für Daniel Libeskind

US-Architekt habe mit seinen Werken "globale Brücken" gebaut

Der Architekt Daniel Libeskind erhält am 26. Oktober den Internationalen Brückepreis 2018 der Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Die Laudatio auf den US-Amerikaner werde Kulturstaatsministerin Monika Grütters halten, wie der Preisverein in Görlitz bekannt gab. Er vergibt die Auszeichnung in Höhe von 2.500 Euro seit 1993 für Verdienste um die europäische Verständigung. Mit seinen Entwürfen zum Jüdischen Museum in Berlin, zum Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden, zum Imperial War Museum in Manchester und seinem Entwurf des Ground Zero in New York habe Libeskind für Toleranz und Vielfalt geworben, so das Preiskomitee. In diesem Sinne wirkten der Architekt, sein Werk und dessen Ausstrahlung als globale Brücke zwischen den Menschen. Libeskind kam 1946 als Sohn von Holocaust-Überlebenden in Polen zur Welt.

20 Jahre "Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur"

Erinnerungsarbeit für die Opfer der Staatssicherheit

Mit einem Festakt ist die Bundesstiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens gewürdigt worden. Die Erinnerungsarbeit sei für die Opfer der Staatssicherheit ein überlebenswichtiger Teil der Aufgaben, denen sich die Bundesstiftung gestellt habe, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Veranstaltung im Berliner Museum für Kommunikation. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte, dass die Gründung der Stiftung vor 20 Jahren "eine wichtige und konsequente erinnerungspolitische Entscheidung", gewesen sei. Der Soziologe Armin Nassehi nahm in seiner Festrede die verstärkt in Ostdeutschland auftretende Fremdenfeindlichkeit in den Blick. Er sprach sich bei der künftigen Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit für eine Analyse der "subtilen Spätwirkungen" des SED-Regimes auch zwei bis drei Generationen nach dem Mauerfall aus.

Serebrennikows erste Anhörung endet mit Rückschlag

Langes und mühsames Verfahren

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow muss sich auf einen langen Strafprozess wegen angeblicher Unterschlagung einstellen. Bereits am kommenden Donnerstag ist die erste öffentliche Anhörung angesetzt, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Serebrennikow und sein Verteidiger hatten gehofft, dass ein langer Prozess vom Moskauer Stadtbezirksgericht in der ersten Anhörung wegen fehlender Beweise abgelehnt wird. Hintergrund sind umstrittene Anschuldigungen des russischen Kulturministeriums. Demnach soll Serebrennikow gemeinsam mit drei Mitarbeitern seiner Produktionsfirma Subventionen unterschlagen haben. Nun soll Serebrennikow mindestens bis zum April 2019 weiter im Hausarrest sitzen. Beobachter deuten die Entscheidung so, dass ein langes und mühsames Verfahren folgen soll.

Udo Lindenberg präsentiert neues Album

Neuer Protestsong: "Wir ziehen in den Frieden"

Mit "Tatort"-Kommissarin Maria Furtwängler und Musiker Jan Delay hat Rockmusiker Udo Lindenberg am Mittwoch im Hamburger Hafen Einblicke in sein neues Album gegeben. "Live vom Atlantik" erscheint am 14. Dezember und ist bereits das zweite "MTV Unplugged"-Werk des 72-Jährigen. Für die neue Platte hatte Lindenberg im Sommer prominente Kollegen zur Aufnahme eingeladen - von Schockrocker Alice Cooper über Delay und Andreas Bourani bis hin zu Gentleman und Marteria. Schauspielerin Furtwängler wurde zum blonden Udo-Double und gab ihr Debüt als Sängerin. Die erste Auskopplung, die aus dem Album erscheinen soll, ist ein neuer Protestsong des Musikers: "Wir ziehen in den Frieden". Wie schon seinen Klassiker "Wozu sind Kriege da?" hat er auch dieses Lied zusammen mit Kindern aufgenommen.

Millionen-Etat für Digitalisierung des Filmerbes

100 Millionen Euro für zehn Jahre

Das deutsche Filmerbe soll in den nächsten zehn Jahren mit insgesamt 100 Millionen Euro digitalisiert werden. Wie die Filmförderungsanstalt, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die Bundesländer mitteilten, bringen sie das Geld zu jeweils einem Drittel auf. Ab 2019 sollen jedes Jahr zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen. Grütters erklärte, damit könne das Kulturgut Film auch für die kommenden Generationen erhalten werden, vom Stummfilmklassiker bis zum Neuen Deutschen Film. Der Finanzbedarf von bis zu 100 Millionen Euro war durch ein Gutachten ermittelt worden.

Kulturschaffende fordern Seehofers Rücktritt

Erklärung mit fast 8700 Unterzeichnern an CSU-Chef geschickt

Der Protest von Kulturschaffenden gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat fast 8700 Unterstützer bekommen. Die Erklärung mit dem Titel "Würde, Verantwortung, Demokratie" sei an Seehofer gesandt worden, teilte der Autor Moritz Rinke als einer der Organisatoren mit. Der Innenminister wird in der im September veröffentlichten Erklärung zum Rücktritt aufgefordert. Ihm wird vorgeworfen, dass er "die Arbeitsfähigkeit der Bundesregierung" sabotiere und die "Werte unserer Verfassung" beschädige. Seehofer einige das Land nicht, er spalte es. Auch nach der Wahl in Bayern bestünden "erhebliche Zweifel an der Arbeitsfähigkeit einer Bundesregierung mit einem Innenminister Horst Seehofer". Zu den Unterzeichnern gehören prominente Schauspieler, Regisseure, Festival-Chefs und Produzenten.

Lichthof Theater erhält Barbara Kisseler Preis

Hamburger Bühne nimmt Ehrung am Sonntag entgegen

Das Hamburger Lichthof Theater erhält den diesjährigen Barbara Kisseler Theaterpreis. Als eine der wichtigsten Spielstätten der freien Szene in Hamburg schaffe es eine Plattform, auf der gesellschaftliche Entwicklung szenisch hinterfragt werde, teilte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) mit. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am Sonntag in Hamburg verliehen werden. Der zum zweiten Mal vergebene Preis erinnert an die 2016 verstorbene frühere Kultursenatorin Barbara Kisseler. Die parteilose Politikerin war seit 2011 Senatorin und Präses der Kulturbehörde in Hamburg. Zudem war sie seit Mai 2015 Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins.

Estland ehrt Komponisten Arvo Pärt

Pärt-Zentrum westlich von Tallinn begrüßt erste Besucher

Estland hat für seinen Nationalkomponisten Arvo Pärt ein eigenes Zentrum gebaut. Die Einrichtung in Laulasmaa, rund 35 Kilometer westlich der Hauptstadt Tallinn, die sich Leben und Werk des 83-jährigen Musikers widmet, hat am Mittwoch erstmals für Besucher geöffnet. Sie können mit einer App mehrere Stunden Musik von Arvo Part hören und dazu begleitende Texte lesen oder Archivmaterial sichten. Auch Kinderexkursionen über Musik werden angeboten. In dem lichtdurchfluteten Neubau nahe der Ostsee befinden sich das Archiv des Komponisten, ein Konzertsaal mit 150 Sitzplätzen, eine Bibliothek, Lese- und Seminarräume und Ausstellungsflächen. Auf Pärts Wunsch wurde auch eine kleine Kapelle und eine Aussichtsplattform eingerichtet. Finanziert wurde der 8,3 Millionen teure Bau vom estnischen Staat. Entworfen wurde er von den spanischen Architekten Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano.

Klimawandel bedroht Welterbe am Mittelmeer

Nicht nur Venedig ist dem Untergang geweiht

Sturmfluten und Küstenerosion bedrohen nach Forscherangaben Dutzende Unesco-Welterbestätten am Mittelmeer, weil der Meeresspiegel steigt. Viele Touristenattraktionen vor allem in Italien, Kroatien und Griechenland seien betroffen, schreiben die Autoren um Lena Reimann von der Universität Kiel im Journal "Nature Communications". Viele Kulturdenkmäler müssten besser vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden. Bereits jetzt seien 37 Welterbestätten an den Küsten des Mittelmeers von Sturmfluten vor allem im nördlichen Adriaraum bedroht: Die Lagune von Venedig, die Renaissancestadt Ferrara im Po-Delta und die Basilika von Aquileia. 42 Stätten mache die Küstenerosion zu schaffen; vor allem den archäologischen Stätten im Libanon, auf der griechischen Insel Samos, in der Türkei und in Spanien.

Sensationeller Fund in Römerstadt Pompeji

Haus-Inschrift weist auf späteres Untergangsdatum hin

Die berühmte Römerstadt Pompeji wurde offenbar später von einem Ausbruch des Vesuv zerstört als bisher angenommen. Bisher wurde die Katastrophe auf den 24. August 79 vor Christus terminiert. Nun stießen Archäologen in den Überresten eines Hauses auf eine Inschrift, die vom "16. Tag vor den Kalenden des November" datiert ist - das heißt vom 17. Oktober und damit zwei Monate nach dem bislang vermuteten Datum. Allerdings deuteten bereits im 19. Jahrhundert in den Ruinen gefundene versteinerte Herbstfrüchte auf ein späteres Datum des Vulkan-Ausbruchs hin, der Pompeji und Herculaneum verschüttete.

Autorin Anna Burns gewinnt Man-Booker-Preis

Literaturauszeichnung geht erstmals nach Nordirland

Die nordirische Autorin Anna Burns ist mit dem renommierten Man-Booker-Preis ausgezeichnet worden. Die 56-Jährige erhielt die Ehrung für ihren Roman "Milkman". Die Jury lobte das Buch als "absolut unverwechselbar". "Niemand von uns hat jemals etwas ähnliches gelesen", sagte der Jury-Vorsitzende Kwame Anthony Appiah. "Milkman" handelt von der Gewalt im Nordirlandkonflikt. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive einer jungen Frau. Der Man-Booker-Preis ist die höchste britische Literaturauszeichnung. Der Preis geht in diesem Jahr erstmals nach Nordirland und erstmals seit 2013 wieder an eine Frau. Im vergangenen Jahr hatte die Jury den US-Schriftsteller George Saunders zum Gewinner gekürt.

Sorge um Weltkulturerbe-Titel in Berlin

Museumsinsel könnte durch Verkehrschaos Weltkulturerbe-Titel verlieren

Die Berliner Interessengemeinschaft Kultur und Bildung fürchtet, dass die Berliner Museumsinsel ihren Weltkulturerbetitel verlieren könnte. Sorge mache das absehbare Verkehrschaos im Zentrum der Stadt. Rund ein Jahr vor der Eröffnung des Humboldt-Forums habe der Berliner Senat noch kein Verkehrsmanagement, mit dem der wachsende Touristenverkehr bewältigt werden könnte, kritisierte das Bündnis. Stattdessen verkomme die Weltkulturerbestätte immer mehr zum Busbahnhof. Das Bündnis, zu dem unter anderem auch die Staatlichen Museen zu Berlin gehören, dringt auf ein Verkehrsmanagementsystem, bei dem Busse künftig nur noch kurzzeitig auf der Berliner Museumsinsel halten dürften. Mit der Eröffnung des Humboldt-Forums 2019 könnte die Verkehrssituation auf der Museumsinsel drastisch verschlechtern. Nach Prognosen werden dann täglich über 21.000 Besucher allein in diesem Museum erwartet. Der Berliner Senat habe aber lediglich den Bau von drei neuen Busparkplätzen geplant.

Otto Waalkes erhält Sondermann-Preis

Komiker begeistere alle Generationen

Der "Sondermann"-Preis, die höchste Auszeichnung für Komische Kunst in Deutschland, geht in diesem Jahr an Otto Waalkes (70). Der Bühnenkünstler, Entertainer, Musiker, Maler, Schauspieler und Autor werde für sein Lebenswerk geehrt, teilte das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main mit. Er habe Generationen von Humorverbrauchern mit Witzen, Pointen, Lachern und Ottifanten versorgt und den Humor der Neuen Frankfurter Schule popularisiert. "Viele seiner Sketche, Lieder, Reime und Geräusche gehören längst zum kollektiven Gedächtnis und werden sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern auswendig zitiert", lobte der Verein. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am 11. November in der Frankfurter Brotfabrik verliehen. Die Laudatio hält der Manager des Fußballclubs Eintracht Frankfurt, Fredi Bobic.

Architektur-Fotografin Sigrid Neubert gestorben

Sie wurde 91 Jahre alt

Sie galt als Chronistin der deutschen Nachkriegsarchitektur: Die Fotografin Sigrid Neubert ist am 13. Oktober im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte die Agentur Goldmann Public Relations unter Berufung auf ihre Familie mit. Die gebürtige Tübingerin war zunächst Werbefotografin, bevor sie sich in den 50er Jahren auf Architektur-Fotografie spezialisierte, damals eine Männerdomäne. Sie fotografierte etwa das BMW-Hochhaus und die Olympia-Bauten in München, wo sie fünf Jahrzehnte arbeitete. Zuletzt lebte sie in der Nähe von Berlin.
Aktuell zeigt das Lechner Museum Ingolstadt die große Retrospektive "Architektur und Natur". Zuvor war diese Ausstellung im Museum für Fotografie der Staatlichen Museen in Berlin zu sehen.

Santiago Posteguillo gewinnt Planeta-Literaturpreis

Höchst dotierte Auszeichnung der spanischsprachigen Literatur

Der spanische Schriftsteller Santiago Posteguillo hat den diesjährigen Planeta-Preis gewonnen, die am höchsten dotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt. Wie die Jury in Barcelona mitteilte, erhielt der 51-Jährige aus Valencia die mit 601 000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Roman "Yo, Julia" (Ich, Julia). Die Jury des Planeta betonte, Posteguillos Werk schildere "den blitzartigen Aufstieg einer Frau im antiken Rom in einer Welt von Männern, die um die politische Macht kämpfen". Die Spanierin Ayanta Barilli gewann den mit 150 000 Euro dotierten zweiten Preis.

Pop Art Künstler Mel Ramos ist tot

Er wurde 83 Jahre alt

Der Pop Art Künstler Mel Ramos ist tot. Das teilte sein deutscher Galerist Peter Klemm mit. Ramos wurde 1935 im kalifornischen Sacramento geboren und entwickelte sich zu einer wichtigen Figur in der ersten Generation der amerikanischen Pop Art Künstler, wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein. Mel Ramos' malerischer Stil wurde von seinem Lehrer Wayne Thiebaud beeinflusst. Themen für seine Bilder entnahm Ramos aus Comics und der Werbung. 1963 wurden seine Werke in die Gruppenausstellung "Pop goes the Easel" im Contemporary Art Museum in Houston, aufgenommen. 1965 fand die Ausstellung "Neue Realisten und Pop Art" in der Akademie der Künste im ehemaligen West-Berlin mit seinen Werken statt. Rund drei Jahrzehnte lehrte Ramos als Professor für Malerei an der California State University. Mel Ramos starb im Alter von 83 Jahren in Kalifornien.

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