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Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Globe Theatre trennt sich von künstlerischer Leiterin

Emma Rice hatte ihren Posten erst vor sieben Monaten angetreten

Der Stiftungsrat des Londoner Globe Theatre trennt sich von seiner künstlerischen Leiterin Emma Rice. Die moderne Technik bei den Aufführungen, insbesondere die immensen Licht- und Klangeffekte, die der Idee des Globe laut Stiftungsrat deutlich widersprechen, werden als Gründe genannt, dass Rice nur noch bis April 2018 am Globe bleiben darf. Schließlich sei das Globe als radikales Experiment rekonstruiert worden, um die Verhältnisse zu erkunden, in denen Shakespeare gearbeitet hätte.

Preise der Internationalen Hofer Filmtage verliehen

Förderpreis Deutsches Kino geht an Sandra Wollner

Bei den Internationalen Hofer Filmtagen sind der Förderpreis Deutsches Kino und der Filmpreis der Stadt Hof verliehen worden. Den Förderpreis bekam Sandra Wollner für ihren Film „Das unmögliche Bild". Den Filmpreis der Stadt Hof bekam die Schauspielerin Aylin Tezel. Der Spezialpreis der Stadt Hof geht an den langjährigen Organisationsleiter der Hofer Filmtage, Rainer Hübsch.

Anne Imhof gestaltet deutschen Pavillon in Venedig

Biennale di Venezia findet von Mai bis November 2017 statt

Der deutsche Pavillon der 57. Kunst-Biennale in Venedig 2017 wird von der Performance- und Multimediakünstlerin Anne Imhof gestaltet. Die 38-Jährige wurde von der diesjährigen Kommissarin Susanne Pfeffer ausgewählt. Elke aus dem Moor, künstlerische Leiterin des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), das den Deutsche Pavillon seit 1971 koordiniert, zeigte sich sehr zufrieden mit der Wahl: "Als international agierende Künstlerin kreiert Imhof in ihren bildgewaltigen Performances Situationen voller Dichte und durchdringender Intensität." Eigens für den Pavillon entwickelt Imhof seit Mai dieses Jahres eine raum- und zeitgreifende Arbeit. Ihr Werk umfasst malerische, skulpturale, installative wie performative Arbeiten. Die Künstlerin begegnet der Brutalität unserer Zeit mit einem harten Realismus.

Medienkunstpreis NRW geht an Lawrence Abu Hamdan

Arbeiten der Nominierten sind bis 8. Januar im Museum Folkwang zu sehen

Für seine Installation "Earshot" erhält Lawrence Abu Hamdan den mit 25 000 Euro dotierten Internationalen Medienkunstpreis der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen. Das teilte das Museum Folkwang in Essen mit. In der Arbeit befasst sich der 1985 in der jordanischen Hauptstadt Amman geborene Spezialist für Tonanalyse mit den tödlichen Schüssen israelischer Sicherheitskräfte auf zwei palästinensische Jugendliche 2014. In der Begründung der Jury heißt es: "Das Thema der Darstellung von Gewalt ist von großer zeitgenössischer Relevanz." Für den Internationalen Nam June Paik Award waren insgesamt vier Künstler nominiert. Ihre Arbeiten sind noch bis zum 8. Januar im Museum Folkwang zu sehen. Der mit 15 000 Euro dotierte nationale Preis geht an Tamaki Watanabe und Walter Zurborg.

Herzog & de Meuron gewinnen Wettbewerb für Museum

Das Team aus Basel wird das Museum der Moderne in Berlin bauen

Das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron soll das geplante Museum der Moderne in Berlin bauen. Das Team aus Basel gewann den Realisierungswettbewerb zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten aus Zürich, wie Preußen-Stiftungspräsident Hermann Parzinger und Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute nach der Juryentscheidung mitteilten. Grütters sprach von einem "grandiosen Entwurf". Das Museum soll bis 2021 zwischen der Berliner Philharmonie und der Neuen Nationalgalerie in der Nähe des Potsdamer Platzes entstehen. Der Bundestag hatte 200 Millionen Euro für das ambitionierte Projekt bewilligt. Das Sieger-Büro Herzog & de Meuron ist unter anderem durch seine Entwürfe für die Allianz Arena in München, die Elbphilharmonie in Hamburg und das Nationalstadion in Peking bekannt.

Kein Nachweis für antiisraelische Sätze im Ballhaus

Kulturstaatssekretär Tim Renner hat Äußerungen nicht bestätigt

Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner hat angebliche antiisraelische Äußerungen bei einem Festival im öffentlich geförderten Ballhaus Naunynstraße nicht bestätigt. In Aufzeichnungen einer Veranstaltung des Festivals "After the Last Sky" am 26. September und Aussagen von Teilnehmern einer Veranstaltung am 8. Oktober seien entsprechende Zitate nicht wiederzufinden, erklärte die Kulturverwaltung nach einem Treffen Renners mit dem Leiter des Kulturzentrums, Wagner Carvalho. "Der Tagesspiegel" hatte berichtet, dass bei einem Workshop über palästinensische Häftlinge in Israel die Gewalttaten des "palästinensischen Widerstands" als "legitime Reaktion" auf das "israelische Apartheid-Regime" gerechtfertigt worden seien. Das Ballhaus hatte die Äußerungen verneint. Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsmann, hatte eine Klärung gefordert. Israelische Künstler in Berlin hatte dagegen vor "politischer Zensur" gewarnt. "

Jüdischer Friedhof Altona soll Welterbe werden

Nach der Speicherstadt wäre es das Zweite in Hamburg

Nach der Hamburger Speicherstadt soll der jüdische Friedhof in Altona das zweite Unesco-Welterbe der Hansestadt werden. "Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona ist ein herausragendes Zeugnis der Historie unserer Stadt und steht in besonderer Weise für die Kultur des sephardischen Judentums", sagte Kulturstaatsrat Carsten Brosda. Seine Einzigartigkeit liegt darin, dass hier sephardische (portugiesische) und aschkenasische (deutsche und osteuropäische) Juden nebeneinander beerdigt sind. Der 1611 entstandene Friedhof gilt als ältester Friedhof der infolge der Vertreibung aus Spanien nach Nordeuropa zugewanderten Juden. Die liegenden Grabmale der Sepharden zeichnen sich vor allem durch aufwendige Steinmetzkunst und Schmuckreichtum aus, insbesondere durch die Darstellung von Mensch- und Tiergestalten sowie durch biblische Szenen. Der Welterbe-Antrag soll im Dezember beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris eingereicht werden.

DuMont plant Veränderungen bei Hauptstadtblättern

Zusammenlegung der Redaktionen von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier"

Das Medienhaus DuMont plant tiefgreifende Veränderungen bei seinen Hauptstadtblättern "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier". Vor dem Hintergrund anhaltender Verluste sollen die beiden Zeitungen in einem integrierten Newsroom gemeinsam produziert werden - mit 50 Stellen weniger als in den bisherigen Redaktionen, wie DuMont in Köln mitteilte. Vom 1. November an übernehme die Berlin Newsroom GmbH als Dienstleister die redaktionelle Verantwortung. Zuvor hatte das Medienhaus den Betriebsrat und die Mitarbeiter des Berliner Verlags über den Schritt informiert. In den neuen Redaktionsräumen in der Alten Jakobstraße in Berlin-Mitte sollen die Druckausgaben der Boulevardzeitung "Berliner Kurier" und des Abonnentenblatts "Berliner Zeitung" entstehen und auch sämtliche Digitalkanäle bedient werden.

Schauspieler Manfred Krug gestorben

Ehemaliger "Tatort"-Kommissar wurde 79 Jahre alt

Der Schauspieler und Sänger Manfred Krug ist gestorben. Er starb bereits am vergangenen Freitag und wurde im engsten Familienkreis beerdigt. Krug war einer der bekanntesten Schauspieler aus der ehemaligen DDR, die er 1977 verließ. Anstoß zur Ausreise war für den damals 40-Jährigen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Berühmt wurde er als rebellischer Zimmermann im DDR-Film "Spur der Steine", als TV-Anwalt "Liebling" aus Kreuzberg und als singender Hamburger "Tatort"-Kommissar an der Seite von Charles Brauer. Zwischen 1984 und 2001 stand Krug als Paul Stoever 41 Mal vor der "Tatort"-Kamera. Im April 2013 erhielt der in Ost wie West erfolgreiche Künstler das Bundesverdienstkreuz.

Sacharow-Preis geht an zwei irakische Jesidinnen

Nadia Murad Basee und Lamia Hadschi Bashar waren von Dschihadisten versklavt worden

Der diesjährige Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit geht an zwei irakische Jesidinnen, die von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verfolgt und versklavt wurden. Der Preis des Europaparlaments werde Nadia Murad Basee und Lamia Hadschi Baschar verliehen, teilten übereinstimmend Fraktionsführer in Straßburg mit. Murad, die als UN-Sonderbotschafterin auf das Schicksal der religiösen Minderheit der Jesiden aufmerksam macht, war im August 2014 von IS-Kämpfern verschleppt und wiederholt vergewaltigt worden, bis ihr drei Monate später die Flucht nach Deutschland gelang. Beide Frauen versuchen, Verbündete im Kampf gegen die Versklavung ihrer Glaubensschwestern durch den IS zu gewinnen. Mit dem Sacharow-Preis ehrt das Europaparlament seit 1988 Menschen oder Organisationen, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen.

Menschheit verbraucht zu viele Ressourcen

Im Jahre 2030 wären zwei Planeten wie die Erde nötig

Die Menschheit lebt nach einem Bericht der Umweltstiftung WWF immer mehr über ihre Verhältnisse. Der große Verbrauch an Ressourcen lasse auch den Lebensraum vieler Tiere schwinden: Zwischen 1970 und 2012 seien die Bestände der Wirbeltiere weltweit um knapp 60 Prozent zurückgegangen, berichtet die Organisation in ihrem heute veröffentlichten "Living Planet Report 2016". Wenn die Menschen so weiterleben wie bisher, wären im Jahr 2030 zwei Planeten wie die Erde nötig, damit der Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie gedeckt sei. In dem Report beschreibt der WWF alle zwei Jahre, wie es um Lebensräume auf der Erde bestellt ist.

Vargas Llosa kritisiert Literaturnobelpreis für Dylan

Er sei ein großer Sänger, aber kein großer Schriftsteller

Der peruanische Autor Mario Vargas Llosa sieht die Zuerkennung des Literaturnobelpreises an den US-Musiker Bob Dylan kritisch. "Bob Dylan ist ein guter Sänger, aber er ist längst kein großer Schriftsteller", sagte der Romancier der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview in Berlin. Die Entscheidung habe ihn sehr überrascht. "Ich glaube, das ist Ausdruck der zunehmenden Frivolität der Kultur in unserer Zeit", ergänzte Vargas Llosa, der 2010 selbst mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden war. "Es gibt viele Schriftsteller, die den Nobelpreis verdient hätten und beiseitegelassen worden sind. Aber dies ist die Zivilisation des Spektakels, und sie reicht inzwischen bis zur Schwedischen Akademie", ergänzte er. Dylan hatte den diesjährigen Literaturnobelpreis Mitte des Monats als erster Songschreiber für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition zugesprochen bekommen.

Abba-Mitglieder planen gemeinsames Projekt

Es gehe um ein "neues Unterhaltungserlebnis"

Die Mitglieder der legendären schwedischen Band Abba planen ein gemeinsamen Projekt - fast 35 Jahre nach ihrem bislang letzten Auftritt zusammen. Es gehe um "ein neues Unterhaltungserlebnis", das "das Aktuellste aus der digitalen und Virtual-Reality-Technologie benutzen wird", so die Band bekannt. Die Details sollen im kommenden Jahr bekanntgegeben werden. Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad wollen mit dem britischen Musikproduzenten Simon Fuller zusammenarbeiten, der unter anderen bereits die Spice Girls gemanagt hat. Andersson lässt sich in der Mitteilung mit den Worten zitieren: "Eine Zeitmaschine, die die Essenz dessen festhält, was wir waren. Und sind."

Schlagersänger Andreas Fulterer gestorben

Fulterer wurde als Sänger und Gitarrist mit der Volksmusikgruppe Kastelruther Spatzen bekannt

Der Schlagersänger Andreas Fulterer sei gestern nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 55 Jahren in seiner Heimat Seis am Schlern in Südtirol gestorben, teilte seine Plattenfirma mit. Auf seiner Facebook-Seite und Homepage wurde ein Abschiedsbrief veröffentlicht, in dem Furterer sich von seinen Fans verabschiedet. "Mein Leben neigt sich dem Ende zu und es erfüllt mich mit großem Stolz, Freunde wie euch zu haben", heißt es darin. Fulterer wurde in den 90er Jahren als Sänger und Gitarrist mit der Volksmusikgruppe Kastelruther Spatzen bekannt und konzentrierte sich nach seinem Ausstieg auf sein Solo-Projekt. Er veröffentlichte Popsongs auf Italienisch und Deutsch. Im Spätsommer hatte sein Management bekanntgegeben, dass Fulterer wegen der Krankheit bis auf weiteres alle beruflichen Aktivitäten stoppen müsse.

Bundesregierung verteidigt Konzert-Absage in Istanbul

Im November wollten Dresdner Sinfoniker im Generalkonsulat Istanbul "Aghet" aufführen

In den vergangenen Tagen und Wochen sei die Erkenntnis gereift, dass der Moment für ein solche Aufführung an diesem Ort "einfach nicht der geeignete ist", sagte ein Sprecher des deutschen Außenministeriums in Berlin. Im November wollten die Dresdner Sinfoniker im Generalkonsulat ihr Stück "Aghet" über die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich aufführen. Zu dem Konzert hatten sie unter anderen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan eingeladen. Der Außenamts-Sprecher sagte, es sei ein "ziemlich ungewöhnlicher Vorgang", solche Einladungen ohne Rücksprache mit dem Hausherrn auszusprechen. "Das hat uns ein wenig verwundert." Trotzdem werde das Projekt "Aghet", das der Aussöhnung zwischen Türken und Armeniern diene, auch in Zukunft unterstützt. Tags zuvor hatte das Auswärtige Amt die Veranstaltung im Kaisersaal des Generalkonsulats abgesagt und war dafür scharf kritisiert worden. Linke und Grüne sprachen unter anderem von einem "Kotau" vor Erdogan. Ankara wehrt sich vehement gegen die Einstufung der Massaker als Völkermord.

Papyrus zeigt frühe nichtbiblische Nennung Jerusalems

Fund soll aus dem siebten Jahrhundert vor Christus stammen

Einen Papyrus mit der frühesten außerbiblischen Nennung Jerusalems haben Archäologen der Israelischen Antikenbehörde in Jerusalem präsentiert. Der Papyrus aus der Zeit des ersten jüdischen Tempels stammt aus einer Höhle in der judäischen Wüste und wurde bei der Vereitelung eines Antikenraubs sichergestellt, wie die Behörde mitteilte. Der auf dem Papyrus erhaltene Text in althebräischer Schrift lautet "Von der Magd des Königs, aus Na'arat, Weinkrüge nach Jerusalem". Nach Angaben der Forscher handelt es sich um ein seltenes Versandpapier, auf dem die Zahlung von Steuern oder der Transfer von Waren in die Warenhäuser der damaligen Hauptstadt Jerusalem festgehalten wurde. Damit handele es sich um einen extrem seltenen Beweis für die Existenz einer organisierten Administration im Königreich Judah. Von wissenschaftlicher Bedeutung sei auch der Beweis für den unüblichen Status einer Frau in der Administration des Königreichs.

Meisterwerk kehrt ins Bayerische Nationalmuseum zurück

Seit Kriegsende galt die barocke Bronzeskulptur als verschollen

Ein Meisterwerk der Florentiner Bronzekunst des Barock kehrt nach 77 Jahren ins Bayerische Nationalmuseum zurück. Das Kunstwerk zeigt zwei miteinander kämpfende Ringer nach dem Vorbild der berühmten antiken Marmorgruppe aus dem Besitz der Medici. Das Original ist mit herausragenden Gemälden und Antiken seit 1688 in den Uffizien in Florenz ausgestellt, wie das Nationalmuseum in München mitteilte. Zu den bedeutendsten Nachbildungen gehört die nun wiedergefundene Bronze, die der Hofbildhauer der Medici, Massimiliano Soldani Benzi, um 1710 schuf. Das Nationalmuseum hatte die Bronze 1939 an das Prinz-Carl-Palais ausgeliehen, damals Gästehaus des NS-Regimes für Staatsgäste. Seit Kriegsende galt die Ringergruppe als verschollen. Über Details der Wiederentdeckung will das Museum am 3. November berichten.

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