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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.08.2019

Globale WaldbeständeIrgendeiner packt immer die Axt aus

Gesche Jürgens im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Das Foto zeigt den Tongass Regenwald in Alaska. (dpa / picture alliance / imageBROKER / Thomas Sbampato)
Artenvielfalt in Alaska: Der Tongass Tongass National Forest ist der größte gemäßigte Regenwald der Welt. (dpa / picture alliance / imageBROKER / Thomas Sbampato)

US-Präsident Trump plant offenbar, Regenwald in Alaska abholzen zu lassen. Die Waldexpertin von Greenpeace, Gesche Jürgens, warnt vor "katastrophalen Auswirkungen" auf das Ökosystem. Im Amazonas-Gebiet brennt indessen der Regenwald weiter.

Während die Waldbrände im Amazonas-Gebiet die Menschen weltweit beunruhigen, will US-Präsident Trump Meldungen zufolge den Regenwald in Alaska zu großen Teilen abholzen. Es geht um den größten noch verbliebenen Küstenregenwald, sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Der Tongass National Forest ist rund 67.500 Quadratkilometer groß - die Hälfte davon hält Trump offenbar für verzichtbar.

Man sollte sich auch an Abkommen halten

Alle Wälder seien "Schatzkammern der Artenvielfalt" und wichtig für das globale Klima, betont Jürgens. Ein derartiger Eingriff wie von Trump möglicherweise geplant hätte "katastrophale Auswirkungen" für das dortige Ökosystem, warnt sie. Wald in der Größenordnung von rund einem Drittel der deutschen Waldfläche ständen auf dem Spiel.

Zwar gibt es internationale Abkommen zum Schutz der Wälder. Allerdings wäre es notwendig, dass sich die Staaten auch an diese Abkommen halten, sagt die Greenpeace-Kampaignerin.

Deutschland versagt beim Schutz des Waldes

Deutschland versagt Jürgens zufolge im Übrigen ebenfalls beim Schutz des Waldes. Als Beispiel nennt sie den Hambacher Forst, der dem Braunkohle-Tagebau weichen soll.

"Wir brauchen einen ganzheitlichen Umgang mit Wäldern", fordert Jürgens. Dazu gehört ihrer Ansicht nach auch, den Holzeinschlag in den Laubwäldern komplett einzustellen.

(ahe)

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