Seit 05:05 Uhr Studio 9
Freitag, 23.10.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Thema / Archiv | Beitrag vom 10.12.2008

Gleiche Rechte für alle, weltweit

Vor 60 Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verkündet

Von Fabian Dietrich

Demonstranten erinnern auf den Phillipinen an den 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. (AP)
Demonstranten erinnern auf den Phillipinen an den 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. (AP)

Als vor 60 Jahren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet wurde, war dies ein Symbol und Bekenntnis für die Gleichheit aller Menschen weltweit. Drei Jahre nach dem verheerenden Weltkrieg und dem Holocaust wirkte sie für manche wie der Beginn eines neuen Zeitalters.

Eleanor Roosevelt: "We stand today at the threshold of a great event both in the life of the United Nations and of Mankind."

Als Eleanor Roosevelt am 10. Dezember 1948 vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen trat, lagen mehr als zwei Jahre harter Arbeit hinter ihr. Zwei Jahre, in denen die Witwe des ehemaligen amerikanischen Präsidenten um die Richtigen Worte gekämpft hatte. Nicht in allen Punkten hatte sie sich im Ausschuss für Menschenrechte durchsetzen können. Sie musste Kompromisse mit Delegierten aus anderen Ländern eingehen. Doch nun war es geschafft. Roosevelt verlas die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und legte sie zur Abstimmung vor. Nicht ohne Stolz sprach sie von einer neuen Magna Charta für die Menschheit.

"This international Charta of human rights may well become the international Magna Charta of all men everywhere."

Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs definierte die Erklärung einen neuen Standard für das menschliche Zusammenleben. In insgesamt 30 Artikel behandelte sie die verschiedensten Lebensbereiche: Das Folterverbot, die Meinungsfreiheit, aber auch ein Recht auf Freizeit und Erholung. Auch wenn keines dieser Rechte einklagbar ist, liegt die Stärke der Erklärung in ihrer Universalität. Sie ist ein Bekenntnis zur Gleichheit der Menschen - ein Normenkatalog, der für alle Kulturen der Welt gilt.

Doch genau diese Gleichheit wird heute immer wieder in Frage gestellt. In politischen Diskussionen weisen Länder wie China oder Russland Kritik gerne mit dem Argument zurück, dass es sich bei den Menschenrechten um westliche Werte handele. Auch im akademischen Diskurs geht es häufiger um die Unterschiede als die Gemeinsamkeiten von Kulturen. Von asiatischen Werten ist die Rede, von amerikanischen und von europäischen Werten.

60 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte scheint die wichtigste Frage von allen in Vergessenheit geraten zu sein: Was ist den Menschen eigentlich gemeinsam?

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

"Die Gefahr besteht auch in Demokratien"
"Sie steht da als ein Monument"

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur