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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 21.02.2016

Gioacchino Rossinis Oper "Der Barbier von Sevilla"Liebe, List und ein glückliches Ende

Moderation: Michael Dasche; Gast: Jürgen Kesting

Zeitgenössische Darstellung des italienischen Komponisten Gioacchino Rossini (1792-1868) (dpa / picture alliance)
Zeitgenössische Darstellung des italienischen Komponisten Gioacchino Rossini (1792-1868) (dpa / picture alliance)

Vor 200 Jahren, am 20. Februar 1816, erlebte Gioacchino Rossinis "Il Barbiere di Siviglia" im römischen Teatro Argentina seine Uraufführung. Obwohl das Werk einen verstolperten Start mit unfreiwillig komischen Pannen hatte, wurde es Rossinis erfolgreichste und populärste Oper.

Noch im Jahr 1968, als an den 100. Todestag des Komponisten erinnert wurde, verband sich sein Ruhm nahezu ausschließlich mit dem "Barbiere". Das Werk hatte als einziges den Stilwandel vom Belcanto zum Verismus überdauert, der noch zu Lebzeiten Rossinis begann. Diese stilistische "Resistenz" ist ihm allerdings nicht gut bekommen. Der Großteil seiner Rezeptionsgeschichte war von willkürlichen Eingriffen in die Partitur, vor allem aber von sängerischen Defiziten geprägt: vom Niedergang des verzierten Gesangs. Für Rossinis Opern - ob buffa oder seria - ist diese hohen Kunst jedoch essentiell.

Erst seit den 1970er Jahren setzte eine Renaissance des Belcanto-, namentlich des Rossinis-Gesangs ein - nicht zuletzt befördert durch die Revision der "Barbiere"-Partitur des Dirigenten Alberto Zedda. Sie wurde 1969 veröffentlicht und war - kaum zu glauben - die erste kritische Edition einer italienischen Oper aus dem 19. Jahrhundert. Die erste Gesamtaufnahme auf Grundlage dieser philologisch sorgfältigen Ausgabe entstand 1971 unter Claudio Abbado.

Freilich gibt es auch vor diesem diskografischen Meilenstein akustische Zeugnisse von Pionierleistungen des Rossini-Gesangs: so in Gestalt des Figaro von Titta Ruffo, des Grafen Almaviva von Fernado de Lucia, der Rosina von Maria Callas oder Teresa Berganza, um nur einige zu nennen. Sie sollen ebenso vorgestellt werden wie wichtige Nachfolge-Protagonisten: der Almaviva Ramon Vargas‘ oder Juan Diego Flórez‘ etwa, der Don Basilio Samuel Rameys oder Dottore Bartolo von Enzo Dara. Ihre Aufnahmen zeigen den bedeutenden Fortschritt an, den der hochartifizielle Rossini-Gesang seit den beiden letzten Dekaden des vorigen Jahrhunderts erneut erreichte.      

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