Hörspiel, vom 31.08.2014

An einem kleinen Stadttheater ist der Souffleuse gekündigt worden. Wie es dazu kam, erzählt die Souffleuse selbst. Sie hat Diven und Dirigenten erlebt - und eines Tages einen Lachanfall bekommen.

Souffleur/Souffleuse-Arbeitsplatz der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)
Wie geht es gleich weiter nach der Kolaratur auf A? (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)

Frau Gilsbrod, Diva des Hauses und Muse des Dirigenten, gerade im Begriff ihr erstes viergestrichenes C im Fortissimo zu singen, hat sich im Text verhakt und wartet auf den Einsatz der Souffleuse. Doch die kann ihr den Text nicht geben, denn sie muss beim Anblick der Gilsbrod schrecklich lachen. Während Gilsbrod ihre Koloratur verzweifelt auf A weitersingt, steigert sich die Souffleuse in die Versatzstücke ihrer Erinnerung hinein, an ein Leben im Theater, an kleinbürgerliche und größenwahnsinnige Stadttheaterillusionen. Eine komische und zugleich abgründige Parabel.

Regie: Leopold von Verschuer
Komposition: Bo Wiget
Mit: Kirsten Hartung
Ton: Thomas Monnerjahn
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2012/2013
Länge: 65'01 (gekürzte Version, wegen Landtagswahl in Sachsen bis 19:45 Uhr)

Sabine Bergk, geboren 1975 in Bremen, Autorin und Regisseurin. Nach dem Hörspiel "Gilsbrod" erschien der gleichnamige Roman. Zuletzt: "Ichi oder der Traum vom Roman" (Deutschlandradio Kultur 2014).

 

Anschließend: "Damals, in Patagonien" von Sabine Bergk (Länge: 7'59)