Seit 11:45 Uhr Rubrik: Weltmusik

Donnerstag, 15.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 26. Juli 2017

Gila Lustiger wird Stadtschreiberin Ruhr

Die 54-Jährige ist erste Stadtschreiberin für das Ruhrgebiet

Die Schriftstellerin Gila Lustiger wird erste Stadtschreiberin für das Ruhrgebiet. Die Tochter des jüdischen Historikers und Publizisten Arno Lustiger wird ab Oktober für ein Jahr im Revier leben, dessen Geschichte und Alltag kennenlernen und sich mit öffentlichen Veranstaltungen ins kulturelle Leben der Region einmischen, wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" meldet. Mit ihrem autobiografischen Familienroman "So sind wir" stand die Autorin 2005 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Ihr Debütroman "Die Bestandsaufnahme" (1995) ist eine Verarbeitung jüdischer Schicksale während des Dritten Reiches. Gila Lustiger lebt in Paris. Sie arbeitete als Verlagslektorin und Fernsehjournalistin.

Neue Stühle für Berliner Staatsoper

Mehr Beinfreiheit und mehr Komfort

In Berlin sind heute die neuen Stühle für die Berliner Staatsoper präsentiert worden. Auf 1356 Sitzplätzen verspricht die Staatsoper Unter den Linden im runderneuerten Haus einen ungestörten Musikgenuss. Von jedem Platz aus sollen die Zuschauer das Geschehen auf der Bühne hautnah miterleben können, versprach der designierte Ko-Intendant Matthias Schulz. Die neuen Stühle, den bisherigen Sesseln nachgebaut, seien nach neuesten ergonomischen Erkenntnissen entworfen - aber auch angepasst an die akustischen Erfordernisse, die zu den Bedingungen der Renovierung gehören. Die Saaldecke wurde um fünf Meter erhöht damit die Musik eine halbe Sekunde länger nachhallen kann - ganze 1,6 Sekunden, wie es sich Generalmusikdirektor Daniel Barenboim gewünscht hatte. Nach sieben Jahren wird die Staatsoper am 3. Oktober wieder für das Publikum öffnen.

Domschatz Teil des Europäischen Kulturerbejahrs

Insgesamt werden 34 Projekte gefördert

Der Essener Domschatz beteiligt sich am Europäischen Kulturerbejahr 2018. Er ist eines von insgesamt 34 ausgewählten Projekten des Kulturerbejahres, das die EU mit rund acht Millionen Euro fördert. Darunter sind auch die Europäische Kulturroute der Reformation, die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci und die Europäische Route der Industriekultur. Die Initiative zum Kulturerbejahr geht auf das Deutsche Nationalkomitee, auf Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände zurück. Beschlossen wurde sie vom Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat. Der Essener Domschatz ist einzigartig unter den Kirchenschätzen Deutschlands, da er über all die Jahrhunderte nahezu vollständig geblieben ist und über zahlreiche ottonische und damit 1.000 Jahre alte Kunstwerke verfügt. Der Domschatz wird in der Domschatzkammer in der Essener Innenstadt aufbewahrt, die als Museum zugänglich ist.

Lüpertz will U-Bahnstationen gestalten

Schöpfungsgeschichte als Kunstmeile im Untergrund

Karlsruhes neue U-Bahnstationen sollen zur Kunstmeile werden. Der Gemeinderat sprach sich für das Kunstprojekt "Genesis - Die sieben Tage des Herrn" von Markus Lüpertz aus. Thema ist die biblische Schöpfungsgeschichte. Geplant ist, in sieben Haltestellen jeweils zwei rund ein mal drei Meter große Keramikreliefe zu installieren. Das Projekt wird jedoch vollständig privat finanziert. Die Kunstaktion soll einen Etat von rund einer Million Euro haben. Die U-Bahnhöfe sollen nach aktuellem Planungsstand 2020 in Betrieb gehen, die Lüpertz-Kunstwerke für eine Dauer von sechs Jahren gezeigt werden. Lüpertz ist einer der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. Bis 2009 war er Rektor der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf.

Unbekanntes Slevogt-Gemälde im Museum

Die "Strandlandschaft" das erste Mal in der Öffentlichkeit

Ein noch nie öffentlich gezeigtes Gemälde des Impressionisten Max Slevogt ist künftig im Landesmuseum Mainz zu sehen. Die "Strandlandschaft" befinde sich in Privatbesitz und sei dem Museum zu Verfügung gestellt worden, heißt es von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Es werde in der Dauerausstellung gezeigt. Das Gemälde zeigt den Strand von Noordwjik in den Niederlanden. Slevogt (1868-1932) sei nur einmal, nämlich im Jahr 1908, dort gewesen. Daneben zeigt das Landesmuseum künftig auch ein Gemälde aus dem Frühwerk von Slevogt, der als einer der wichtigsten deutschen Impressionisten gilt. Dieses Werk, das die Legende der "Loreley" zeige, hat das Landesmuseum kürzlich erst erstanden.

Einigung im Streit um Klee-Bild "Sumpflegende"

Raubkunst-Streit beigelegt

Der jahrzehntelange Streit um das Gemälde "Sumpflegende" von Paul Klee ist mit einem Vergleich beendet worden. Damit bleibt das Ölgemälde im Münchner Lenbachhaus der Öffentlichkeit erhalten. Die Nacherben der Kunstsammlerin Sophie Lissitzky-Küppers hatte das Bild, ein Frühwerk Klees, zurückgefordert und auf Herausgabe geklagt. Die Kunstsammlerin hatte das Gemälde dem Provinzialmuseum in Hannover als Dauerleihgabe überlassen und war nach Russland emigiriert. Das Bild wurde 1937 von den Nationalsozialisten in der Münchner Propaganda-Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt und 1941 an den Nazi-Kunsthändler Hildebrand Gurlitt verkauft. Nach mehreren Besitzerwechseln kaufte die Stadt München und die Gabriele Münter- und Johannes Eicher-Stiftung das Ölbild Anfang der 1980er Jahre einer Galerie in Luzern ab. Die Erben von Lissitzky-Küppers hatten mindestens 1,5 Millionen Euro gefordert; das sei etwa die Hälfte des Schätzwertes für das Klee-Bild. Welche Summe am Ende ausgehandelt wurde ist unbekannt.

Stück des Dresdner "Sophienschatzes" aufgetaucht

Medaillon der Bogenschützenkette von 1665

Das Dresdner Stadtmuseum hat ein weiteres Stück des vor 40 Jahren gestohlenen "Sophienschatzes" zurück. Dabei handele es sich um das 13. und vorletzte Medaillion der Bogenschützenkette, die Kurfürst Georg 1665 für seinen Sieg beim Vogelschießen bekommen habe, teilten die städtischen Museen mit. Die Goldschmiedearbeit aus Emaille war im Herbst 2016 im Kunsthandel aufgetaucht. Überreicht hatte das Medaillon eine ältere Dame aus Köln, deren verstorbener Mann solche Kunstwerke gesammelt hatte. Das prominenteste Teil der Kette musste für 10 000 Euro zurückgekauft werden. Die "Große Königskette der Bogenschützen" gehört zur bedeutenden Medaillen- und Schmucksammlung aus Grabkammern der Sophienkirche, die 1977 aus einer Vitrine im Stadtmuseum verschwand. Einige Schmuckgegenstände und zwölf Teile der Kette waren schon in der Vergangenheit im Kunsthandel aufgetaucht.

Vergoldete Madonna aus Kapelle gestohlen

Die Figur war von Papst Johannes Paul II gesegnet worden

Unbekannte haben in Oberfranken eine wertvolle Madonnenfigur aus einer abgesperrten Kapelle in Lahm im Landkreis Kronach gestohlen. Die Figur ist 60 Zentimeter groß, 26 Kilogramm schwer, aus Bronze gegossen und vergoldet. Der Schaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt. Die Küsterin hatte gestern Morgen bereits bemerkt, dass die Figur fehlt. Es handelt sich um eine sogenannte Skapuliermadonna, die nur zu besonderen Anlässen öffentlich gezeigt wird. Noch schwerer als der materielle Schaden dürfte für die betroffene katholische Pfarrei der ideelle Verlust wiegen. 1999 war die Figur von Papst Johannes Paul II. in Rom im Beisein von mehreren Hundert Pilgern aus Lahm gesegnet worden.

Daniel Craig wird wieder James Bond

Der 49-Jährige spielt 2019 noch einmal den Agenten

Daniel Craig soll 2019 doch noch einmal James Bond spielen. Einst soll der britische Schauspieler geschworen haben, er werde sich eher umbringen, als noch einmal in die Rolle des Agenten 007 zu schlüpfen - nun soll er doch wieder schwach geworden sein. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Insider-Quellen. Der Deal für den 25. Streifen über den wohl berühmtesten Geheimagenten der Filmgeschichte sei perfekt, hieß es weiter. Bereits am Montag hatten die Produktionsfirmen Eon Productions und Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) verkündet, dass Bond am 8. November 2019 auf die Leinwand in den USA zurückkehren werde; der Kinostart in Großbritannien und dem Rest der Welt solle wie immer etwas früher sein. Zu Besetzung und Regisseur äußerten sie sich nicht.

Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon

Finale am 12. Mai

Der Eurovision Song Contest 2018 findet in Lissabon statt. Das gaben die portugiesische Rundfunkanstalt RTP (Rádio e Televisão de Portugal) als Ausrichterin und die veranstaltende EBU (European Broadcasting Union) bekannt. Das Finale geht demnach am 12. Mai über die Bühne - und zwar in der Halle "Meo Arena" am Tejo-Fluss im Stadtviertel Parque das Nações. Die beiden Halbfinale finden am 8. und 10. Mai statt. Neben der Hauptstadt Lissabon waren auch die Städte Braga, Gondomar, Guimarães und Santa Maria da Feira im Rennen um den Austragungsort des 63. ESC. Portugal, das seit 1964 an dem riesigen Musikwettbewerb teilnimmt, darf den kommenden ESC austragen, weil im Mai der Sänger Salvador Sobral mit seinem Lied "Amar Pelos Dois" in Kiew in der Ukraine gewonnen hatte. Es war der erste Sieg für das Land.

Aborigine-Musiker Yunupingu gestorben

Geoffrey Gurrumul Yunupingu spielte vor der Queen und Barack Obama

Der bekannteste Aborigine-Musiker Australiens, Geoffrey Gurrumul Yunupingu, ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Der blinde Musiker erlitt in einem Krankenhaus der nordaustralischen Stadt Darwin einen Herzinfarkt, wie seine Plattenfirma bestätigte. Bereits seit mehreren Jahren musste er sich wegen einer Erkrankung von Leber und Nieren behandeln lassen. Yunupingu verkaufte mehr als eine halbe Million Tonträger und hatte auch international einigen Erfolg. Bei Konzerten trat er unter anderem vor der britischen Queen Elizabeth II. und US-Präsident Barack Obama auf. Yunupingu kam 1970 auf einer Insel vor der australischen Nordküste im Stamm der Galiwin'ku zur Welt. Er war von Geburt an blind. Mit sechs Jahren fing er an, Gitarre zu spielen. Meist sang er in seiner Stammessprache Yolngu.

Eröffnung der Bayreuther Festspiele

Umjubelte "Meistersinger"-Inszenierung von Barrie Kosky

Die Bayreuther Festspiele sind am Abend mit einer fast einhellig bejubelten Neuinszenierung von Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" eröffnet worden. Auch Deutschlandfunk Kultur-Musikkritiker Jürgen Liebig war angetan: "Wie die miteinander spielen, das ist Darstellungskunst höchster Güte - und dann singen sie auch noch toll". Regisseur Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin, hatte Wagners einzige komische Oper als eindringlichen Weckruf gegen Antisemitismus und Fremdenhass konzipiert und dabei eine direkte Verbindung zum Leben des Komponisten und der Verherrlichung seiner Werke im Nationalsozialismus hergestellt. Unter den Ehrengästen der Premiere waren Bundeskanzlerin Merkel und ihr Mann Joachim Sauer, der bayerische Ministerpräsident Seehofer und das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia von Schweden.

Rolf Hoppe bekommt Preis für sein Lebenswerk

Schauspieler erhält Auszeichnung von Märchenfilmfestival

Der international bekannte Schauspieler Rolf Hoppe ist erster Preisträger beim neuen Märchenfilmfestival "fabulix" in Annaberg-Buchholz. Bei einer Gala soll der 86-Jährige am 25. August in der Erzgebirgsstadt für sein Lebenswerk geehrt werden.
Er werde die Auszeichnung persönlich entgegennehmen, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Hoppe, der seinen Durchbruch mit dem 1982 oscar-prämierten Spielfilm "Mephisto" von Istvan Szabo feierte, trat in verschiedenen Märchenfilmen auf. Unter anderem spielte er den König im Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Die Premiere des Festivals "fabulix" findet vom 23. bis 27. August statt. Im Wettbewerbsprogramm um den Publikumspreis 2017 laufen 28 Filme aus sechs Ländern.

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Zwei hellrote Aras fliegen in Los Lianos in Venezuela über Baumkronen. (picture alliance / Anka Agency International / Gerard Lacz)

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