Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
Freitag, 23.04.2021
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Interview / Archiv | Beitrag vom 09.03.2018

Giftgasanschlag im englischen SalisburySpione, Nervengase und politische Spannungen

Friedbert Meurer im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

Die britische Premierministerin Theresa May vor einem Treffen mit europäischen Wirtschaftsvertretern. ( dpa - Bildfunk / ZUMA / Rob Pinney)
Hat schon Konsequenzen angedroht: Die britische Premierministerin Theresa May befürchtet Russland als Drahtzieher hinter dem Anschlag ( dpa - Bildfunk / ZUMA / Rob Pinney)

Ein ehemaliger russischer Doppelagent kämpft in einem britischen Krankenhaus um sein Leben. Er ist am Wochenende Opfer eines Giftgasanschlages geworden. Steckt Russland dahinter?

Nach dem Giftgas-Anschlag vom Wochenende im englischen Salisbury kämpfen Sergej Skripal und seine Tochter Yulia um ihr Leben. 19 weitere Menschen wurden ebenfalls medizinisch behandelt. Skripal, der frühere Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU, war in Russland als britischer Spion verurteilt und bei einem Austausch 2010 freigelassen worden.

Doch dass dieser Anschlag von Moskau aus gesteuert worden sei, dieser Verdacht habe sich seit dem Wochenende nicht erhärtet - zumindest für die Journalisten, berichtet London-Korrespondent Friedbert Meurer. Doch die Analyse des Giftes ließe genauen Rückschluss auf das Labor zu, in dem es hergestellt worden sei, erzählt er. "Sobald man das weiß, wenn das ein Labor in Russland gewesen sein sollte, dann ist die Sache eindeutig." 

Die Briten kündigen eine "angemessene" Reaktion an

Der russische Geheimdienst hätte auch ein Motiv, sagt Meurer. Sergej Skripal, ein russischer Spion, hatte sich in den 90er-Jahren vom britischen MI-6 anheuern lassen - und für ein Honorar von 80.000 Euro Dutzende russische Agenten in Großbritannien auffliegen lassen. Dagegen spricht, dass Skripal 2010 von Putin begnadigt und ausgetauscht worden war. 

180 ABC-Spezialisten des britischen Militärs untersuchen den Fall genau. Viele Plätze müssen sicherheitshalber dekontaminiert werden, wie Fahrzeuge und öffentliche Flächen, um eine Gefährdung anderer Menschen auszuschließen. Großbritanniens Premier Theresa May hat eine "angemessene" Reaktion angekündigt, sollte Russland tatsächlich hinter dem Anschlag stecken. "Das Einfrieren von Vermögenswerten von reichen Russen wird hier diskutiert", erzählt Meurer, oder auch das Ausweisen russischer Diplomaten. In Moskau spräche man hingegen von einer Kampagne der Briten. 

Mehr zum Thema

Großbritannien - Spekulation um Verantwortung Moskaus im Fall Skripal
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 08.03.2018)

Ex-Doppelagent - Giftanschlag in Großbritannien?
(Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 06.03.2018)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Polarforscher Arved FuchsDas Eis wird dünner
Ein Eisbär bei Dämmerung mitten im Eis. (imago / ITAR-TASS / Gavriil Grigorov )

Schon bald könnte das ewige Eis in der Arktis weggeschmolzen sein, warnt Polarforscher Arved Fuchs. Doch der Zuspruch für den vom US-Präsidenten initiierten Klimagipfel lässt ihn auf eine Kehrtwende in der Klimapolitik hoffen.Mehr

BildungWas Schüler im 21. Jahrhundert lernen sollten
Teilnehmer der School of Design Thinking am Hasso Plattner Institut in Potsdam (Brandenburg) nehmen am 15.01.2014 an einem Seminar teil. Eine Studie hat gezeigt, dass deutsche Schüler gut im Team arbeiten können. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Nachrichten für Kinder+++ (picture alliance / dpa-Zentralbild / Ralf Hirschberger)

Schulen müssen Schülern beibringen, über Fächergrenzen hinweg zu denken und Zusammenhänge zu begreifen, betont OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. Die Coronakrise könne eine Chance sein, von starren Plänen zu offeneren Konzepten zu wechseln.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur