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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 11.10.2009

Getrennt von Ring und Bett

Freundschaft zwischen Mann und Frau

Von Maike Siebold und Christian Boris Egbers

Ist eine Freundschaft zwischen Mann und Frau ohne Liebe möglich? (Stock.XCHNG / Arcelia Vanasse)
Ist eine Freundschaft zwischen Mann und Frau ohne Liebe möglich? (Stock.XCHNG / Arcelia Vanasse)

Freundschaften zwischen Männern und Frauen werden noch immer als Sonderfall betrachtet. Das Autorenfreundespaar Maike Siebold und Christian Boris Egbers haben sich auf die Suche gemacht nach neuen psychologischen Erkenntnissen, biblischen Zeugnissen und Erfahrungen von Menschen, die die gegengeschlechtliche Freundschaft ausprobiert haben.

Christian Boris Egbers: "Was haben Miss Marple und Maria Magdalena gemeinsam? Beide Frauen pflegten eine für ihre Zeit außergewöhnliche Freundschaft: eine platonische Freundschaft mit einem Mann. Die rüstige Amateurdetektivin Miss Marple mit dem alleinstehenden Bibliothekar Mister Stringer, Maria Magdalena mit dem Wanderprediger Jesus."

Maike Siebold: "Maria Magdalena oder Maria von Magdala - keine andere Frauenfigur im Neuen Testament hat so viel Anlass für Fantasien gegeben. War sie einfach nur eine Frau, die Jesus nachfolgte, eine platonische Freundin, seine Geliebte oder sogar seine Ehefrau?"

Christian Boris Egbers: "All diese Erklärungsvarianten tauchen im Lauf der Geschichte auf. Gern sah man in Maria von Magdala die Frau zu Jesu Füßen, die ihn salbte und die der Evangelist Lukas eine Prostituierte, eine Sünderin nennt. Die Bibel bietet allerdings keinen Anhaltspunkt, dass Maria und diese Frau dieselbe Person sind."1

Maike Siebold: "Richtig ist, dass Maria eine alleinstehende Frau aus Magdala" 2 "am See Genezareth war, die mit anderen Frauen und den Jüngern Jesus von Galiläa nach Jerusalem begleitete. Im Zusammenhang mit der Passions- und Auferstehungsgeschichte wird sie immer als erste, als Anführerin der Frauengruppe um Jesus aufgeführt; parallel zu Petrus, der in der Männergruppe immer zuerst genannt wird. Sie muss eine besondere Anziehungskraft besessen haben, sonst hätte sie ihre Anführerinnenposition in der Gruppe nicht behaupten können. Doch wie kommt es zu der Vermutung, Jesus und Maria von Magdala könne mehr als ein Lehrer-Schülerinnen-Verhältnis, gemeinsamer Glaube und gemeinsam gelebte Wanderschaft verbinden? Viele meinten, im Johannesevangelium einen Hinweis zu finden."

Christian Boris Egbers: "Maria von Magdala kommt zum Grab Jesu. Der Stein ist weggerollt, an der Stelle des Leichnams sitzen zwei Engel. Als sie sich umdreht, sieht sie Jesus, erkennt ihn aber erst, als er sie bei ihrem Namen ruft. Sie nennt ihn zärtlich Rabbuni, mein Meister. 'Rühr mich nicht an', entgegnet Jesus. Man spürt eine besondere Nähe zwischen den Beiden. Viele Fantasien haben sich an dieser Szene entzündet, auch erotische. Gepaart mit der fälschlichen Annahme, sie sei die Sünderin, die Jesus die Füße salbte. Der Evangelist Johannes stiftete mit seiner Grabszene 'fantasievolle Unruhe'."3

Maike Siebold: "Zur Zeit Jesu war es mehr als schwierig, dass Frauen solche Freundschaften eingingen, ohne gleich als Prostituierte abgestempelt zu werden. Doch die Situation der Wanderschaft erlaubte es den Frauen um Jesus vermutlich, ein anderes Rollenmodell jenseits von der Zugehörigkeit zu Vater, Ehemann oder Sohn auszufüllen. Damit fehlte der häusliche beziehungsweise institutionelle Rahmen, in dem Männer und Frauen ihre traditionellen Rollen in der Antike einzunehmen hatten."4

Christian Boris Egbers: "Eine zweite Frau in Jesu Nähe war Johanna. Auch sie wurde von Jesus geheilt und kommt mit Maria von Magdala am frühen Morgen zum leeren Grab. Sie ist eine Dame aus der Hofgesellschaft. Ihr Mann Chusa ist Finanzminister, ein hoher königlicher Beamter am Hof des Herodes. Der Theologe Jörg Zink schreibt über Johanna:"

Maike Siebold: "Eines Tages sah sie Jesus. Hörte ihn, ließ ihren Mann stehen und den Haushalt und die Sklaven und zog mit Jesus über Land, durch die Dörfer und die Häfen in der bunten Schar, die ihm anhing; übernachtete bei den Füchsen und den Raben. Zum erstenmal nicht mehr die Frau eines Mannes, sondern eine Frau. Johanna ein eigener Mensch."5

Christian Boris Egbers: "Die Tradition behauptete: Johanna war Witwe. Nur so habe sie sich Jesus anschließen können. Andere sagen, ihr Mann habe sie wohl gehen lassen. Klar ist: Sie bringt Wohlstand und Geld mit. Das teure Gewand Jesu, das die Soldaten später teilen, könnte von Johanna bezahlt worden sein. Die ärmliche Jesusbewegung bekommt Eleganz."6

Christian Boris Egbers: "Nicht nur in biblischer Zeit wurden Freundschaften zwischen Männern und Frauen kritisch beäugt. Durch die Jahrhunderte hindurch war das so."

Maike Siebold: "Noch im letzten Jahrhundert hieß es: 'Eine platonische Freundschaft ist eine Freundschaft, von der die halbe Stadt behauptet, sie sei keine.' Die platonische Freundschaft wurde und wird meist mit einem generösen Grinsen quittiert."

Im Alltag räumt man ihr nur selten eine Überlebenschance ein. Viele zweifeln daran, dass eine reine Freundschaft zwischen Männern und Frauen möglich ist. Zum Beispiel der Evolutionspsychologe Professor Doktor Harald Euler:

Prof. Dr. Harald Euler: "Platonische Beziehungen sind in Wirklichkeit nicht platonisch, es sind Mogelpackungen. Deswegen wenn ich sage, es ist eine Mogelpackung, dann heißt das, es ist in 70 oder 80 oder 90 Prozent der Fälle eine Mogelpackung. Ich kann nicht ausschließen, dass es so was wie eine wahre platonische Beziehung tatsächlich in Einzelfällen gibt, aber es ist eher die Ausnahme als die Regel."

Maike Siebold: "In der öffentlichen Meinung ändert sich diese Anschauung langsam, aber stetig. Mehr als Dreiviertel der berufstätigen Männer und Frauen bundesweit geben an, schon einmal eine enge gegengeschlechtliche Freundschaft gepflegt zu haben - jüngere Menschen deutlich häufiger als ältere."7

Die Studien der letzten Jahrzehnte belegen, was andere schon lange erleben, so wie Jürgen, 55 Jahre:

Jürgen, 55 Jahre 8: "Ich habe eine Freundschaft mit einer ganz alten Schulfreundin. Die hatten wir schon während unserer Schulzeit, die haben wir danach gehabt, nach dem Studium gehabt, und eigentlich auch heute noch. Das heißt, wir sehen uns nicht täglich, aber wir bleiben im Kontakt. Wir telefonieren drei-, viermal, gehen aus - unsere Ehepartner wissen davon, die Kinder kennen sich. Also, wir haben die besten Erfahrungen gemacht. Es gab Situationen, wo es in den Ehen mal kriselte, man sich mal mehr geöffnet hat. Und wenn es dann brenzliger wurde, dass man das Gefühl hatte, ich sage mal, andere Gefühle kamen ins Spiel, dann hat man sich wieder voneinander entfernt. Aber es funktionierte."

Christian Boris Egbers: "Freundschaften zwischen Männern und Frauen sind eine Glück bringende, das Leben bereichernde Beziehungsform. Doch die Begriffe, die man für eine solche Freundschaft in der Fachsprache gebraucht, klingen noch recht unhandlich: Gegengeschlechtliche nicht sexuelle Freundschaft oder Cross-Gender-Beziehung. Diese Ausdrücke spiegeln den zumindest sprachlich noch sperrigen Umgang mit dieser Form von Freundschaft wider. Bis 1986 wurden platonische Freundschaften in der Wissenschaft sogar noch unter 'romantische Freundschaften' subsumiert. Lange Zeit schloss man aus, dass es sich hier um eine eigenständige Form der Freundschaft handeln könnte, die weder bewusst noch unbewusst eine Liebesbeziehung oder eine sexuelle Annäherung zum Ziel hatte."

Prof. Dr. Harald Euler: "Also die platonischen Freundschaften unter allen möglichen Aspekten, die man sich anguckt, sind eben nicht 'nicht sexuell', sondern sie sind noch nicht sexuell und stellen letztendlich eine Übergangsphase dar zu dem, was das typische Paarungsmuster ist."

Christian Boris Egbers: "Die 70er-Jahre brachten Bewegung in die platonischen Freundschaften. Von der Krabbelgruppe an bestand die Möglichkeit, unkompliziert Vertreter des anderen Geschlechts kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen. Gemeinsame Schulen, dieselben Hobbys, gleichberechtigte Arbeitsbeziehungen. Die Emanzipationsbewegung bescherte uns die gegengeschlechtliche Freundschaft als Massenphänomen. Die alten Rollenmuster weichten auf. Frauen brauchten Männer nicht mehr unbedingt als Ernährer, Beschützer und Erzeuger. Männer ließen das Stereotyp der 'harten Männlichkeit' hinter sich, das sich schlecht mit Einfühlungsvermögen, Zärtlichkeit und der Gleichberechtigung mit Frauen verträgt."

Maike Siebold: "In den letzten Jahrzehnten haben Freundschaften weiter an Bedeutung gewonnen. Immer wenn alte Rollenmuster, Lebensformen, politische Systeme auseinanderbrechen und sich gesellschaftliche Veränderungen vollziehen, werden Freundschaften besonders wichtig. Mit dem Rückgang der Großfamilie und der Zunahme der Kleinfamilien wurden enge Freundinnen und Freunde immer wichtiger. Sie sind eine Art Souvenir aus vergangenen Lebensphasen, sie befriedigen das Bedürfnis nach Geselligkeit, sie spiegeln geistige Gemeinsamkeiten wieder, sind Antrieb für zum Beispiel religiöses oder politisches Engagement, sind ein Zweckbündnis in gemeinsamen Arbeitssituationen oder sind Leidensgenossen in Krisenzeiten. Freunde des anderen Geschlechts sind ein wertvolles Puzzleteilchen im sozialen Netz."

Christian Boris Egbers: "Es geht eine große Faszination vom Kennenlernen der Gedanken- und Gefühlswelt des anderen Geschlechts aus, auch ohne sexuelle Absichten. Freundschaft ist eine 'wechselseitige Selbstenthüllung'. Sie ist umso spannender, wenn ein Vertreter beziehungsweise eine Vertreterin des anderen Geschlechts beteiligt ist. Und sie ist in jungen Jahren ein wirkungsvolles Kommunikationstraining für spätere Partnerschaften."

Professor Doktor Harald Euler: "Der Vorteil von einer platonischen Beziehung im jungen Alter ist es eben, über das andere Geschlecht was zu erfahren, was man eben aus den normalen Medien, aus gleichgeschlechtlichen nicht so nah berichtet kriegen kann, wie eben in einer Freundschaftsbeziehung, wo man relativ distanziert von Sex und von Liebe über diese Dinge sprechen kann, weil man selber nicht primär direkt darin involviert ist. Eine platonische Beziehung hat nur einen Vorteil: Sie informiert über das andere Geschlecht, sie ist das Trainingslager für heterosexuelle Beziehungen."

Maike Siebold: "Männer erfreuen sich an der alternativen Kommunikationsart, während sich Frauen in der Gegenwart ihres platonischen Freundes entspannen, weil sie nicht ihre Gefühle und intimen Gedanken mitteilen müssen. Aber worüber sprechen Männer und Frauen in ihren Freundschaften, was unternehmen sie? "

Fabian, Mitte 20 Jahre:9 ""Wir gehen essen oder setzen uns einfach nur zusammen, um über alles Mögliche zu reden, zu quatschen. Mit der Frau kann man natürlich besser über Beziehungsprobleme reden, als mit Männern, mehr die Sachen besprechen, die mit den Gefühlen zu tun haben. Probleme gibt es dann, wenn die beste Freundin nicht mit der neuen wahren Freundin zusammenkommt. Dann müsste sehr wahrscheinlich die beste Freundin gehen."

Maike Siebold: "Professor Euler stellt fest:"

Prof. Dr. Harald Euler: "Man erfährt in einer platonischen Beziehung in einem geschützten Freiraum etwas über das andere Geschlecht, was man in ´ner gleichgeschlechtlichen Beziehung oder in einer sexuellen gegengeschlechtlichen Beziehung nicht so ohne Weiteres kriegen kann. In der reinen Liebesbeziehung ist man ja gleich medias Res und kann das nicht unbedingt leicht distanziert reflektieren."

Maike Siebold: "Die Kommunikation scheint das Herzstück der Verbindung zu sein. Männer bewerten ihre Freundschaften zu Frauen in Bezug auf Intimität, Qualität und Vergnügen höher als ihre Männerfreundschaften. Die Unterschiede treten für sie vor allem durch die intensiveren Gespräche zu Tage."

Chris, 44 Jahre: "Es ist eine andere Offenheit. Das heißt die Sachen die man mit einem Mann nicht anspricht. Männer sprechen nicht über Gefühle miteinander, sondern dafür hat man glaube ich Frauenfreundschaften."

Denise, 40 Jahre:10 " "Wenn man mit einem Mann abends ausgeht und weggeht kann man sich ganz entspannt unterhalten, über entspannte Themen und viel lachen und einen anderen Humor pflegen."

Maike Siebold: "Frauen sind der Meinung, dass Männer verlässlicher und ehrlicher sind als ihre Freundinnen, aber dafür erhalten sie bei Geburtstagen oder Jubiläen kaum liebevolle Geschenke und weniger Aufmerksamkeit von ihren männlichen Freunden."11

Denise, 40 Jahre:12 "Ich habe Freundschaften mit Männern immer so empfunden, dass man sich eigentlich besser unterhalten kann über berufliche Problematiken und auch über den beruflichen Werdegang als mit Frauen. Frauen sind teilweise - finde ich - zu unsachlich und schmeißen alles zu schnell auf ja so soziale Konflikte, während Männer manche Dinge einfach lockerer und nüchterner betrachten. Und in einer konkreten Notsituation, die ich erlebt habe, boten sich Männern und Frauen sozusagen als Hilfe an, während ich das so erlebt habe, dass wenn es hart auf hart kam, die Männer einfach wirklich da waren und man sie jeder Zeit anrufen konnte und sie haben ganz konkret geholfen, ganz sachlich und nüchtern, während das bei den Frauen sehr emotional war und auch viele Versprechen nicht gehalten wurden."

Christian Boris Egbers: "Eine glückliche platonische Freundschaft muss viele Hürden nehmen: Gleich zu Beginn müssen die beiden ihre Beziehung definieren: Wer von uns hat welche Absichten? Gibt es ein Gefälle zwischen unseren Gefühlen? Was sagen unsere Partner, Freunde, Verwandten, Kollegen dazu? Die nächsten Hürden heißen: aushandeln, was zu einer gleichberechtigten Freundschaft gehört und sich immer wieder mit der möglichen sexuellen Anziehung auseinandersetzen. Das andere Geschlecht in erster Linie als potenziellen romantischen oder Geschlechtspartner abzuscannen, ist durch die Evolution unwiderruflich in uns angelegt. 24 Prozent der platonischen Freundschaften enden, weil einer der beiden Beteiligten romantische und /oder sexuelle Absichten hat oder entwickelt, der andere aber nicht."

Prof. Dr. Harald Euler: "Und weil die Hoffnungen und Erwartungen so unterschiedlich sind, gibt es dann eben immer diese Konflikte - könnt ich mal sagen - vielleicht schwebende Konflikte, die dazu führen, dass das eben ja ein Beziehungsdilemma ist und dass typischerweise platonische Beziehungen, wenn sie nicht durch äußere Umstände zusammengehalten werden, also wie das in Arbeitsbeziehungen oder Zweckbündnis ist, dass die dann normalerweise nicht von Dauer sind."

Maike Siebold: "Der größte natürliche Feind aber, sind die Partner und Partnerinnen des Freundespaares. Vor allem die Partnerinnen des Freundes haben große Mühe, eine "beste Freundin" zu akzeptieren. Die meisten Frauen wünschen sich in der Partnerschaft exklusive, seelische Nähe. Dass eine andere Frau intime Gedanken und Gefühle ihres Partners kennt, missfällt ihnen. Seelische Annäherung betrachten die meisten Frauen als Vorstufe zu einer Partnerschaft und unterstellen den Freundinnen, diese hätten versteckt andere Absichten. Das ist aber meistens nicht gerechtfertigt. Die Frau fürchtet - wie der Teufel das Weihwasser."

Professor Doktor Harald Euler: "Dass der Mann sich in eine andere Frau verliebt und der Mann hingegen fürchtet, dass seine Frau oder Partnerin mit einem anderen Mann Sex hat."

Christian Boris Egbers: "Die Partner und Ehemänner setzen sich hauptsächlich mit der Frage auseinander, ob der Freund sexuelle Absichten hegt oder nicht. Sind sie in dieser Hinsicht zu einem beruhigenden Ergebnis gekommen, fällt es ihnen relativ leicht, diese Freundschaft zu akzeptieren. Der Psychologe Glenn D. Reeder stellte fest, dass in platonischen Freundschaften die sexuelle Form der Anziehung eher eine untergeordnete Rolle spielt und wenn vorhanden, sie sich meist über die Zeit sogar abschwächt. Die Freundschaft zwischen Frau und Mann ist etwas Eigenständiges und man kommt ihr nicht auf die Schliche, wenn man sie immer nur im Vergleich zu einer Partnerschaft oder einer Gleichgeschlechtlichen Freundschaft betrachtet."

Maike Siebold: "Liebesbeziehungen wie Freundschaften scheinen zuweilen im Himmel geschlossen. Wir erleben in Augenblicken, in denen alles stimmt und das gemeinsame Lachen und Erleben einen Schwebezustand erzeugt, etwas Göttliches. Freundschaften allgemein aber eben auch zwischen Männern und Frauen gehören sicher zu den Geschenken der Schöpfung. Das konnte Jesus vielleicht schon am eigenen Leib erfahren. In der Rock-Oper Jesus Christ Superstar sagt Jesus über Maria:"

Christian Boris Egbers: "Sie allein hat mir das gegeben, was ich hier und jetzt brauche. Es gibt keinen Mann unter euch, der weiß und sorgt, ob ich komme oder gehe." 13

Maike Siebold: "Maria verhält sich wie eine wahre Freundin. Sie ist bei der Kreuzigung und Grablegung dabei und bekommt am Ostermorgen den Auftrag, den davongelaufenen Jüngern die Auferstehungsbotschaft zu überbringen. Sie war Jesu "Gefährtin" und verlässliche Freundin."

Christian Boris Egbers: "Wer sie einmal erlebt hat, wird es bestätigen können: Gegengeschlechtliche Freundschaften sind ein Geschenk des Himmels und auch Hildegard Knef könnte Recht haben, mit dem Ausspruch den man ihr zuschreibt: "Bei der Freundschaft fängt's erst an, interessant zu werden. Sich paaren können auch Hunde"."

Literaturangaben
1 Im Lukasevangelium ist es eine namenlose Frau, eine Sünderin, die Jesus die Füße salbt, bei Johannes ist es Maria von Betanien. Doch in keiner der biblischen Salbungs-Geschichten wird der Name Maria von Magdala in diesem Zusammenhang genannt. Vgl. Lukas 7,36-50 (Sünderin) ; Markus 14,3-9 (Namenlose); Johannes 12,1-11 (Maria von Betanien)
2 Ekkehard W. Stegemann, Wolfgang Stegemann: Urchristliche Sozialgeschichte. Die Anfänge im Judentum und die Christusgemeinden in der mediterranen Welt, Stuttgart / Berlin / Köln: Verlag W. Kohlhammer, 1995, S. 325f.
3 Elisabeth Moltmann-Wendel: Ein eigener Mensch werden. Frauen um Jesus, 5. Aufl., Gütersloh: Güterlsoher Verlagshaus Mohn, 1985, S. 93.
4 Stegemann, S. 328f.
5Moltmann-Wendel, S. 137.
6 s.o. S. 140
7 Eine Umfrage der Kontaktbörse Match.com (http://www.match.com) im Jahr 2001 unter 1.514 Mitgliedern ergab, dass 83 Prozent an eine Möglichkeit einer einfachen Freundschaft zwischen Männern und Frauen glauben.
8 Vollständiger Name der Redaktion bekannt
9 Vollständiger Name der Redaktion bekannt
10 Vollständige Namen der Redaktion bekannt
11 Vgl. Bleske, A. L. & Buss, D. M. (2000). Can men and women be just friends? Personal Relationships, 7, S. 131-151.
12 Vollständiger Name der Redaktion bekannt.
13 Moltmann-Wendel, S. 94f.

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