Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Samstag, 18.08.2018
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Interview | Beitrag vom 11.05.2018

Gestiegene Preise für TrinkwasserForscher: Wasser ist immer noch "extrem billig"

Moderation: Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

Beitrag hören Podcast abonnieren
Trinkwasser läuft in ein Glas. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Die Preissteigerung habe viele Faktoren, sagt Dietrich Borchardt. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Die Preise für Trinkwasser sind in den letzten Jahren um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen. Dietrich Borchardt betont: Dafür, dass uns trinkbares Wasser rund um die Uhr zur Verfügung steht, sei es sehr günstig.

Die Kosten für Trinkwasser sind zwischen 2005 und 2016 um 25 Prozent gestiegen – das sind pro Haushalt und Jahr etwa 50 Euro mehr. Dabei gibt es zwischen den Regionen große Unterschiede. In Bayern beträgt die Steigerung 60 Prozent, während in einer Großstadt wie Berlin der Preis sogar gesunken ist.

Dietrich Borchardt, Forschungsleiter Wasserressourcen und Umwelt beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, nennt dafür zwei Gründe: Die Entfernung, aus der das Wasser in den jeweiligen Haushalt kommt, und seine Qualität. Er erklärt die Preissteigerung so:

"Das hat mit vielen Faktoren zu tun. Trinkwasser muss durch Wasserwerke gewonnen und aufbereitet werden. Dann muss es in Trinkwassernetzen verteilt werden. Dahinter steckt eine große Infrastruktur, die betrieben und erneuert werden muss. Da ist hochqualifiziertes Personal, das bezahlt werden muss, deren Löhne steigen."

"Auf sichere Trinkwasserversorgung stolz sein"

Dennoch betont er, dass das Wasser sehr billig und trinkbares Wasser aus dem Hahn weltweit alles andere als eine Selbstverständlichkeit sei:

"Wasser ist im Grunde genommen extrem billig. Das muss man in aller Deutlichkeit sagen: Wir zahlen pro Liter Wasser im Durchschnitt 0,2 Cent. Und das ist wirklich ein sehr geringer Preis, wenn man bedenkt, dass dafür 24 Stunden am Tag, jederzeit im Jahr, Wasser aus dem Wasserhahn kommt, das ich bedenkenlos für alle Belange nutzen kann – einschließlich es sofort trinken."

Die sichere Trinkwasserversorgung in Deutschland und Mitteleuropa sei weltweit ein Vorbild, sagt Dietrich Borchardt.

Trinkt Wasser aus dem Hahn!

Wenn man Wasser aus dem Hahn trinke, spare man am meisten, so der Wissenschaftler:

"Das Wasser, das ich im Supermarkt aus dem Regal kaufe, ist de facto 100 bis 250 Mal teurer – da sind die Umwelt- und Ressourcenkosten noch gar nicht eingerechnet. Ich persönlich trinke Wasser aus dem Wasserhahn. Das schmeckt mir auch viel besser als aus dem Regal. Es ist absolut sinnvoll, Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken und dieses Lebensmittel zu gebrauchen."

(cosa)

Mehr zum Thema

Mikroplastik im Trinkwasser - Klingt ja stark nach Seuche
(Deutschlandfunk Kultur, Mahlzeit, 06.10.2017)

Arsenrisiko in Pakistan - Die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 24.08.2017)

Medikamentenrückstände im Trinkwasser - Entwarnung durch das Umweltbundesamt
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 22.03.2017)

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur