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Konzert / Archiv | Beitrag vom 03.07.2013

Gesprächskonzert mit Alfred Brendel

Cuarteto Casals spielt Schuberts letztes Quartett

Alfred Brendel  (picture-alliance/ dpa)
Alfred Brendel (picture-alliance/ dpa)

In den letzten Monaten verbrachte der Pianist und Schriftsteller Alfred Brendel immer wieder Zeit am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Unter anderem forschte er dort über Franz Schuberts Kammermusik – und stellte die Ergebnisse seiner Arbeit in einem Gesprächskonzert mit dem Cuarteto Casals vor. Zur Aufführung kam Schuberts bahnbrechendes Streichquartett G-Dur D 887.

Das Wissenschaftskolleg zu Berlin, gegründet im Jahr 1980 und idyllisch gelegen im Berliner Grunewald, ist eine außergewöhnliche Einrichtung. Forscher und Intellektuelle aller geistes- und naturwissenschaftlichen Richtungen leben zusammen, berichten einander über ihre jeweiligen Forschungen und geraten in einen interdisziplinären Dialog, wie es ihn sonst kaum jemals gibt.

Auch die Musik hat ihren Platz im Wissenschaftskolleg. Regelmäßig werden Interpreten und Komponisten eingeladen, einige Monate am WiKo zu verbringen, neue Werke zu schreiben oder aber in konzentrierter Ruhe neue Konzertprojekte vorzubereiten. Von Helmut Lachenmann bis Hans Zender, von Walter Levin, dem Primarius des LaSalle Quartet, bis zum Quatuor Diotima haben mittlerweile zahlreiche Musiker dieses Privileg genossen.

Zu ihnen gehört auch der Pianist und Schriftsteller Alfred Brendel. In den letzten Monaten war er immer wieder für einige Zeit am Wissenschaftskolleg. Er arbeitete an der Übersetzung eines seiner Bücher und beschäftigte sich als Musikforscher intensiv mit der Kammermusik von Franz Schubert, der auch für den Pianisten Brendel vor seinem Rückzug vom Konzertpodium zeitlebens einer wichtigsten Komponisten überhaupt war.

Seine Erkenntnisse zu Schubert teilte Alfred Brendel, gemeinsam mit dem spanischen Cuarteto Casals, am 24. April in einem Gesprächskonzert mit seinen Fellows und einem interessierten geladenen Publikum. Thema des Abends war Schuberts spätes Streichquartett G-Dur D 887. Vor allem die vielschichten Beziehungen zwischen Schubert und Beethoven standen im Zentrum von Brendels subtilem, geschliffenem Vortrag. Beethovens und Schuberts Quartette sind parallel zueinander entstanden. Wie verhält sich der jüngere Komponist zum älteren? Welchen Wandel hat das Schubert-Bild seit dem letzten Krieg genommen? Und welche sind die hervorstechenden Merkmale des letzten Schubert-Quartetts?

Im Anschluss daran spielte das Cuarteto Casals Schuberts grandioses Quartett in einer vor Energie berstenden Interpretation.



Wissenschaftskolleg zu Berlin
Aufzeichnung vom 24.04.2013

Gesprächskonzert
Franz Schubert
Streichquartett G-Dur D 887

Alfred Brendel, Einführung

Cuarteto Casals:
Vera Martínze, Violine
Abel Tomàs, Violine
Jonathan Brown, Viola
Arnau Tomàs, Violoncello

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