Seit 02:05 Uhr Tonart
Sonntag, 11.04.2021
 
Seit 02:05 Uhr Tonart

Interview / Archiv | Beitrag vom 08.01.2016

Gesellschaft Ungleich heißt nicht ungerecht

Stefan Liebig im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

Podcast abonnieren
Eine Friseurin schneidet einem Kunden die Haare.  (picture alliance / dpa / Foto: Andreas Keuchel)
Trotz der Debatte über soziale Gerechtigkeit - 65 bis 75 Prozent der Deutschen empfinden ihr Einkommen als gerecht. (picture alliance / dpa / Foto: Andreas Keuchel)

Die Ungleichheit in Deutschland hat zugenommen - dieser Satz legt für die meisten nahe, dass es in unserem Land immer ungerechter zuginge. Das stimme nur bedingt, meint der Soziologe und Gerechtigkeitsforscher Stefan Liebig. Ungleichheit könne sogar gerecht sein.

Was ist soziale Ungleichheit? Ab wann herrscht 'Gerechtigkeit'? Und kann Ungleichheit trotzdem gerecht sein? Hier werden immer wieder Begriffe durcheinander geworfen. Deshalb haben wir Stefan Liebig, Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld und Experte für empirische Gerechtigkeitsforschung gebeten, das einmal genauer aufzudröseln.

Es sei wichtig festzuhalten, dass Ungleichheit nicht immer ungerecht sind, so Liebig im Deutschlandradio Kultur. "Wenn wir in den Medien oder auch in den wissenschaftlichen Publikationen lesen, dass die Ungleichheit wieder zugenommen hat, dann  mus das nicht unbedingt heißen, dass unsere Gesellschaft ungerechter wird. Es muss aber auch nicht heißten, dass sie gerechter wird. Die Frage ist nämlich: Welche Ungleichheiten nehmen zu und welche Ungleichheiten nehmen ab?"

Es gebe gerechte Ungleichheiten - etwa solche, die sich auf Leistung bezögen - und ungerechte Ungleichheiten, so Liebig. "Ungerechtigkeit besteht dann, wenn die mit gleicher Leistung unterschiedliche Einkommen beziehen."

 

Mehr zum Thema

Merkel trifft Wirtschaftsvertreter - "Keine wirkliche soziale Ungleichheit in Deutschland"
(Deutschlandfunk, Interview, 13.03.2015)

Soziale Gerechtigkeit - "Größte Ungleichheit von Vermögen in ganz Europa"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 11.03.2014)

Mehr soziale Ungleichheit führt zu mehr Gewalt
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 16.10.2012)

Soziale Ungleichheit - Auskommen mit dem Einkommen
(DRadio Wissen, Agenda, 09.12.2011)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Brüder und SchwesternSeid barmherzig miteinander!
Auf einem Bild des Malers Sturtevant J. Hamblin sind zwei Schwestern mit ihrem kleinen Bruder zu sehen. Es wurde um das Jahr 1850 herum gemalt. (picture alliance / dpa / Heritage Art / Heritage Images / Sturtevant J. Hamblin)

Brüder und Schwestern begleiten sich das ganze Leben lang - ob sie wollen oder nicht. Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Inés Brock betont die Bedeutung der geschwisterlichen Beziehungen und wirbt für Nachsicht untereinander.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur