Seit 17:30 Uhr Nachspiel

Sonntag, 15.09.2019
 
Seit 17:30 Uhr Nachspiel

Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 26.01.2014

GeschichteAnstoß im Kasernenhof

Fußball als Nazipropaganda im Ghetto Theresienstadt

Von Ronny Blaschke

Podcast abonnieren
Die Holocaust-Überlebenden Zvi Cohen und Peter Erben und der Gedenkstättenleiter Oded Breda (v.l.n.r.) (Ronny Blaschke)
Die Holocaust-Überlebenden Zvi Cohen und Peter Erben und der Gedenkstättenleiter Oded Breda (v.l.n.r.) (Ronny Blaschke)

Zufällig erfährt der Israeli Oded Breda, dass sein Onkel im Ghetto von Theresienstadt Fußball gespielt hat, Monate vor dessen Tod in Auschwitz. Breda reist nach Theresienstadt. Das Lager hatte als nationalsozialistisches KZ eine Sonderstellung. Für die Nazis diente es als "Vorzeigeghetto".

Breda liest Bücher und Berichte von Zeitzeugen. Er rekonstruiert den Fußballbetrieb der "Liga Terezin". In einem Kasernenhof hatten Gefangene gegeneinander gespielt, die Nazis nutzten Filmaufnahmen zu Propagandazwecken. "Fußball bedeutete für einen Moment Ablenkung", sagt Oded Breda.

Mit Freunden betreibt er in einem Kibbuz die Gedenkstätte "Beit Terezin", mit Zeitzeugengesprächen und Jugendturnieren. Jahr für Jahr besucht der Deutsche Fußball-Bund die Gedenkstätte, um Nachwuchsspieler gegen Rechtsextremismus zu sensibilisieren. Doch Bredas Tätigkeit wird auch kritisch beurteilt: Wie intensiv darf eine Freizeitbeschäftigung wie Sport vor dem Hintergrund eines Völkermordes diskutiert werden? Wie steht es um die Gedenkkultur im Fußball?

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat 

Nachspiel

Radmarathon Paris-BrestDie Tour de Force der Enthusiasten
Ein Radteam fährt bei dem 1200km Rennen Paris-Brest-Paris durch den morgendlichen Nebel. ( imago / Florian Schuh)

Alle vier Jahre treffen sich Tausende Radsport-Enthusiasten im Sommer in Paris. Sie fahren nach Brest und zurück, über 1.200 Kilometer, am Stück. Eine Extremstrecke, die eisernen Willen erfordert. Unser Autor hat einige Radler bei diesem Kraftakt begleitet.Mehr

Eishockey ohne EisMit dem Puck über Polyethylen
Zwei Kinder trainieren in einer Eishockey Halle auf Polyethylen-Boden mangels Eiszeiten. (Deutschlandradio / Heinz Schindler)

Etwa die Hälfte des Jahres fehlt den Eishockey-Vereinen die Trainings-Grundlage – das Eis. Einen Ausweg suchten und fanden jetzt zwei Regionalvereine aus Ostwestfalen: Kunststoff dient deren Jugendmannschaften als Eis-Imitat.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur