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Kompressor | Beitrag vom 18.02.2015

"Germania" in der Akademie der KünsteVersuch einer Geisteraustreibung

Die künstlerische Leiterin der Performance, Katja Czellnik, im Gespräch mit Timo Grampes

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(picture alliance / dpa / Rainer Jensen)
Gigantisch sollte Albert Speers Germania werden - mit der "Halle des Volkes" im Zentrum. (picture alliance / dpa / Rainer Jensen)

Hitlers Architekt Albert Speer plante die Nazihauptstadt Germania einst in der Berliner Akademie der Künste. Dort ruft das Theaterprojekt GERMANIA die Geister der Vergangenheit wach. Wie, das verrät die künstlerische Leiterin Katja Czellnik.

Für diese Performance von Studierenden braucht man starke Nerven: Es ist laut und dunkel in der Berliner Akademie der Künste, es wird geflüstert und geschrien über alle Stockwerke hinweg - und die Besucher sind mittendrin. Nicht nur Nazigeister werden wach, sondern auch Quälgeister der Gegenwart: Fremdenfeindliche Leute, Pegida-Anhänger, besoffene Fußballfans.  

Wachsam sein

Die künstlerische Leiterin des Theaterprojekts, Katja Czellnik, erklärt, die Vergangenheit trete einem wie in einem Loop aus der Zukunft entgegen. Austreiben könne man die Geister wohl nicht, aber wachsam ihnen gegenüber sein. Die Performance wolle zur Debatte auffordern - gegen die Verdrängungskultur. Und dies in einem Gebäude mit "kontaminierter Geschichte".

Premiere ist am Freitag, 19.02.2015 um 19 Uhr in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin. Weitere Vorstellungen am 20.-22. Februar.

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