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Freitag, 06.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 5. September 2019

Gerhard Richter gestaltet Kirchenfenster

In der Benediktinerabtei Tholey im Saarland sind die Entwürfe des weltbekannten Künstlers Gerhard Richter für drei geplante Fenster im Chor der frühgotischen Kirche vorgestellt worden. Sie sollen bis zur Einweihung der renovierten Tholeyer Abtei im Juni 2020 entstehen. Für die Darstellung der künftigen Fenster wurden die Entwürfe in Originalgröße von knapp zwei mal zehn Metern an der Außenfassade der Abteikirche gezeigt. Der 87-jährige Richter hat vor zwölf Jahren auch ein Kirchenfenster für den Kölner Dom gestaltet und lebt in der rheinischen Metropole. Seine Kunstwerke zählen auf dem Kunstmarkt zu den teuersten eines lebenden Künstlers mit Preisen von bis zu 50 Millionen Dollar.

"Goldene Kamera" wird eingestellt

Die Goldene Kamera als jährliche Preisgala im ZDF soll eingestellt werden. 2020 werde es die vorerst letzte TV-Show geben, teilte die Funke Mediengruppe am Abend mit. Die Sehgewohnheiten der Zuschauer haben sich laut Jochen Beckmann, Geschäftsführer der Funke Zeitschriften, über die Jahrzehnte geändert. Es sei an der Zeit, neue Optionen für die Marke Goldene Kamera auszuloten, an die man weiter fest glaube. Mit dem YouTube Goldene Kamera Digital Award hätte man bereits ein Format, das auf die fortschreitende Digitalisierung in der Mediennutzung ausgerichtet sei.

Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche ist stumm

Das umstrittene Glockenspiel der Garnisonkirche in der Potsdamer Innenstadt ist seit Donnerstag stumm. Das sei eine gemeinsame Entscheidung der Landeshauptstadt und der Stiftung Garnisonkirche Potsdam, sagte ein Sprecher der Stadt. Nun solle der wissenschaftliche Beirat der Stiftung die Inschriften an dem Glockenspiel prüfen. Danach werde öffentlich der weitere Umgang mit dem Glockenspiel diskutiert. Wann genau die wissenschaftliche Prüfung abgeschlossen sein soll, war noch nicht bekannt. Der Turm der Garnisonkirche wird derzeit wieder aufgebaut. Mitte August hatten Künstler, Wissenschaftler und Architekten in einem Offenen Brief den Abriss des 1991 gestifteten Ensembles gefordert, unter anderem wegen seiner "rechtsradikalen Widmungen", so die Begründung.

Studie: Abwanderung Gefahr für Demokratie

Abwanderung in Verbindung mit einer alternden Bevölkerung kann eine Gefahr für die Demokratie sein. Das zeigt eine Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung am Beispiel Thüringens. Vor allem in ländlichen Gebieten fühlten sich dadurch Menschen oft sozial benachteiligt. Das führe vermehrt zu demokratieskeptischen und fremdenfeindlichen Einstellungen. Bislang wurden intolerante Einstellungen oft mit einer schlechten wirtschaftlichen Situation erklärt, nicht mit demografischer Homogenität und einem Überhang von Männern im heiratsfähigen Alter. Fehlten junge Menschen in Regionen mit stark alternder Bevölkerung, würden auch Freizeitangebote wegbrechen. Männer könnten sich zurückgelassen fühlen, wenn die Suche nach einer Partnerin durch die demografische Situation vor Ort erschwert ist. Ohne Zuwanderung, besonders auf das Land, lasse sich in Thüringen der Bevölkerungsschwund nicht wenden, so die Studie. Die dafür nötige Offenheit gegenüber Zuwanderern werde allerdings immer weniger wahrscheinlich, je ungünstiger die Bevölkerungsentwicklung sei.

Weitere Belästigungsvorwürfe gegen Domingo

Elf weitere Frauen werfen dem Startenor Plácido Domingo sexuelle Belästigung vor. Das ist das Ergebnis nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP. Konkret beschuldigt die Sängerin Angela Turner Wilson Domingo, ihr nach einer gemeinsamen Opernvorstellung in Washington im Jahr 2000 unter den BH gefasst zu haben. Vor mehreren Wochen waren bereits neun Frauen mit Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Domingo an die Öffentlichkeit gegangen. Sie werfen dem Sänger vor, sie begrapscht, belästigt oder sich unangemessen verhalten zu haben. Auch unbeteiligte Bühnenangestellte untermauerten die Vorwürfe. Sein Verhalten soll in der Branche ein offenes Geheimnis gewesen sein. Außer Wilson wollte keine der elf neu an die Öffentlichkeit getretenen Frauen ihren Namen nennen, aus Sorge um ihre Karriere. Eine Sprecherin von Domingo wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück und beschuldigte AP, eine Kampagne gegen Domingo zu führen.

’s-Hertogenbosch zeigt Design im Nationalsozialismus

Das Design-Museum im niederländischen ’s-Hertogenbosch beschäftigt sich in einer großen Ausstellung mit der Rolle und Geschichte von Design im Nationalsozialismus. Die Nazis hätten Design gezielt und perfekt als Mittel zur Verführung der Massen und zum Terror eingesetzt, sagte der Direktor des Museums, Timo de Rijk, bei der Präsentation der Schau. Es sei die "Gestaltung des Bösen", so de Rijk. Ausgestellt werden Hunderte Original-Objekte aus der Zeit von 1933 bis 1945 - vom VW Käfer bis zur Hakenkreuz-Fahne. Zu sehen sind zudem Plakate, Broschüren, Möbel und Gebrauchsgegenstände. Auch Filme werden gezeigt, etwa von Parteitagen der NSDAP oder den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Sie illustrierten, wie sehr die Nazis auch Medien nutzten, um ihre rassistische Ideologie zu verbreiten. Nach Angaben des Museums ist es die erste große Übersichtsausstellung zu diesem Thema.

Bauminstallation im Fußballstadion als Natur-Mahnmal

Mit einer riesigen Installation mit rund 300 Bäumen im Wörthersee-Fußballstadion in Österreich hinterfragt ein Kunstprojekt kritisch die Beziehung von Natur und Mensch. Das Umwelt-Mahnmal, eine Art Minimischwald, komme punktgenau und könne aktueller nicht sein, sagte der Schweizer Projektinitiator Klaus Littmann angesichts des Klimawandels, der Brandrodungen und des Waldsterbens. Die Kunstinstallation "For Forest" stelle auf spektakuläre Weise die Frage nach dem Umgang mit der Natur und ob der Wald bald nur noch als Schauobjekt wie in einem Museum zu bewundern sei. Das Projekt lehnt sich an eine Zeichnung des österreichischen Malers und Umweltaktivisten Max Peintner an. Sie zeigt ein Stadion voller Zuschauer, die einen Wald betrachten. Die Zusamenstellung des Miniwaldes hat der Landschaftsarchitekt Enzo Enea realsiert. Er verwendete etwa 50-jährige Bäume mit einer Höhe von rund 15 Metern für die Waldskulptur.

RBB-Intendantin verteidigt Sparpläne für Kulturradio

Die RBB-Intendantin Patricia Schlesinger hat in der Rundfunkratssitzung am Mittwochabend die Spar- und Umbaupläne für das Kulturradio des Senders verteidigt. In der Sitzung sicherte Schlesinger nach Angaben des RBB zu, dass der Sender mittelfristig nicht weniger Kultur im Programm haben wolle, sondern "über alle Ausspielwege mehr, und in noch besserer Qualität". Nach Angaben einer Initiative von freien Mitarbeitern von RBBKultur soll im Gesamtetat von bisher zehn Millionen Euro eine Million Euro eingespart werden. Das bedeute für den Programmetat eine Kürzung von zwanzig Prozent und entspreche rund 4.000 Beiträgen pro Jahr über gesellschaftliche Debatten und Kultur. Schlesinger widersprach den Freien, dass die Kürzungen den Programmauftrag gefährden könnten. Die Einsparungen sollen ab 2021 greifen.

Wien als lebenswerteste Stadt der Welt bewertet

Wien ist nach einem Ranking des britischen Wirtschaftsmagazins "Economist" erneut die lebenswerteste Stadt der Welt. Die österreichische Hauptstadt liege damit wie im Vorjahr vor der australischen Metropole Melbourne. Das Magazin verglich 140 Metropolen unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur, Kulturangeboten, Gesundheitsversorgung und Umwelt. Besonders in Sachen Stabilität, Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastruktur erreichte die Stadt Wien mit ihren 1,8 Millionen Einwohnern die höchste Bewertung. Nach Melbourne folgen in der Tabelle Sydney, Osaka und Calgary. Städte, in denen sich die Lebensqualität in den vergangenen fünf Jahren besonders stark verbessert hat, sind laut "Economist" Moskau, Belgrad, Hanoi und Kiew.

Udo-Lindenberg-Ausstellung eröffnet in Leipzig

Das Leipziger Museum der bildenden Künste widmet sich dem Musiker Udo Lindenberg mit einer Ausstellung. Rund 150 Exponate aus Lindenbergs Archiv werden ausgestellt, darunter Gemälde und Kleidung, aber auch Fotos aus seiner Karriere oder bemalte Akten, die die Staatssicherheit der DDR über den Sänger führte. Die bis Dezember stattfindende Ausstellung "Zwischentöne" sei eine Verneigung vor den Montagsdemonstranten in Leipzig, sagte Lindenberg bei der Vorstellung der Schau. Der in Hamburg lebende Rockmusiker ist seit den 1980er Jahren politisch engagiert und setzt sich für den Umweltschutz und die Friedensbewegung ein. Lindenbergs Bemühungen um eine Auftrittsgenehmigung in Ost-Berlin sind legendär: 1983 schrieb er dazu den Hit "Sonderzug nach Pankow" und durfte später auch in der DDR auftreten.

Google zahlt hohe Strafe wegen Datensammelns

Die Internetkonzern Google zahlt eine 170 Millionen Dollar Strafe nach dem Vorwurf von US-Behörden, die zum Unternehmen gehörende Videoplattform Youtube habe illegal Daten von Kindern zur Anzeige von Werbung gesammelt. Die Ermittler hatten speziell Youtube-Kanäle von Spielzeug-Herstellern untersucht. In ihnen sei personalisierte Werbung geschaltet worden und die Plattform habe wissentlich in Kauf genommen, dass dafür auch Daten über die Youtube-Nutzung durch Kinder erhoben worden seien, lautet der Vorwurf. Durch die Vergleichszahlung werden die Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft und der Verbraucherschutzbehörde FTC beendet. Google und Youtube versicherten, dass auf Kinder ausgerichtete Videos künftig klar gekennzeichnet werden sollen und man bei ihnen vor der Datensammlung eine nachweisliche Zustimmung der Eltern einholen werde. In den USA ist es verboten, Daten von Kindern im Alter unter 13 Jahren ohne Erlaubnis der Eltern zu erheben.

Goethe-Institut sieht Verrohung der Sprache

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hat vor wachsendem Einfluss rechtspopulistischer Strömungen auf den Kulturbetrieb gewarnt. "Unsere Gesellschaft verändert sich zunehmend in lautstarker Auseinandersetzung, in Manipulation, Täuschung und Simplifizierung, in Verrohung der Sprache", sagte Lehmann zur Eröffnung der Deutsch-Israelischen Literaturtage laut Redemanuskript. Die Rechtspopulisten hinterfragten die Zulässigkeit von Fördergeldern für Kunstprojekte oder beantragten Kürzungen bei Theatern. "Es ist eine strikte Position gegen das Theater oder das Museum als kritischen Raum für Diskurse und Vielstimmigkeit", kritisierte Lehmann. Gleichzeitig forderte er die Fähigkeit zum Diskurs. Das Erstarken rechtspopulistischer Politik steht im Zentrum der Literaturtage von Goethe-Institut und Heinrich-Böll-Stiftung.

Modernisierung von Karl-May-Museum verzögert sich

Der Baubeginn für die Modernisierung des Karl-May-Museums im sächsischen Radebeul verzögert sich weiter. Ursprünglich sollten die Arbeiten 2021 beginnen. Das neue Ausstellungs- und Gebäudekonzept stehe, der Baubeginn sei allerdings noch immer offen, sagte Museumschef Christian Wacker. Geplant ist ein Neubau mit Platz für Sonderausstellungen und Eingangsbereich sowie der barrierefreie Zugang zu den bestehenden Gebäuden. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Wacker auf rund zehn Millionen Euro. Verbindliche finanzielle Zusagen gebe es bisher nur vom Bund über 2,7 Millionen Euro. Die Karl-May-Stiftung, der das Privatmuseum gehört, sammle für ihren Eigenanteil, hieß es.

Hamburger Privatsammlung geht nach Dresden

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erhalten als Dauerleihgabe die Privatsammlung des Hamburger Ehepaares Kurt und Annelore Schulze. Das Konvolut umfasse insgesamt 255 Zeichnungen, Grafiken und Aquarelle vorwiegend aus der Zeit nach 1910 bis in die späten 1960er Jahre, teilten die Kunstsammlungen mit. Es seien vor allem Werke von Otto Dix (1891-1969), Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) und Erich Heckel (1883-1970). Die unbefristete Leihgabe an das Dresdner Kupferstich-Kabinett ergänze in hervorragender Weise den dortigen Bestand an Werken des Expressionismus - vor allem mit Blick auf die Verluste in der NS-Zeit, hieß es. Ausgewählte Arbeiten würden künftig in Sonderausstellungen gezeigt, erstmals im Mai 2020.

Elvis-Fotograf Ed Bonja in Berlin gestorben

Der langjährige Fotograf von Elvis Presley, Ed Bonja, ist tot. Das teilte der Berliner Showproduzent Bernhard Kurz mit, der mit Bonja seit Jahren für eine Musical-Produktion über Elvis Presley zusammengearbeitet hatte. Bonja sei am Mittwoch im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit in einem Berliner Krankenhaus gestorben, hieß es. Der Fotograf kannte Presley nach eigenen Angaben seit den 60er Jahren und war in den 70er Jahren Konzertfotograf des Rock'n'Roll-Musikers. Aufnahmen von Bonja zieren auch LP-Cover des Musikers. Sein Archiv mit zum Teil noch unveröffentlichten Aufnahmen umfasst den Angaben zufolge rund 9000 Fotos von Elvis Presley.

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