Seit 05:05 Uhr Studio 9
Mittwoch, 27.01.2021
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Literatur / Archiv | Beitrag vom 12.07.2020

Georg-Büchner-Preis für Elke Erb"Das Gedicht ist, was es tut“

Von Elke Erb

Beitrag hören Podcast abonnieren
Porträt von Elke Erb, aufgenommen 2019 (picture alliance / SvenSimon)
Die Dichterin Elke Erb genießt unter vielen jüngeren Lyrikerinnen und Lyrikern großes Ansehen. (picture alliance / SvenSimon)

Elke Erb erhält in diesem Jahr den renommiertesten deutschen Literaturpreis: den Georg-Büchner-Preis. Die verschmitzte Lyrikerin ist eine der eigenwilligsten Stimmen der Szene. Im Jahr 2018 hielt Erb auf dem Poesiefestival die "Berliner Rede zur Poesie".

Die für ihr Lebenswerk mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Elke Erb ist eine so verschmitzte wie aufmerksame Beobachterin des Lebens, das ihr zum Material einer unablässigen lyrischen Produktion wird. Unter vielen jüngeren Lyrikerinnen und Lyrikern genießt Elke Erb großes Ansehen.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung begründet ihre Entscheidung so:

"Mit Elke Erb ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt. Elke Erbs poetischer Sachverstand, der sich auch in ihrer reichen übersetzerischen Arbeit zeigt, beeinflusste mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichtern in Ost und West.

Ihre Gedichte zeichnen sich durch eine prozessuale und erforschende Schreibweise aus, in deren Verlauf die Sprache zugleich Gegenstand und Mittel der Untersuchung ist. Elke Erb gelingt es wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert. Für die unverdrossene Aufklärerin ist Poesie eine politische und höchst lebendige Erkenntnisform."

Die Lust am Dialog

Im Jahr 2018 hielt Elke Erb die "Berliner Rede zur Poesie" auf dem Poesiefestival, das das Haus für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste alljährlich veranstaltet. Ihr Vortrag zeigt das prozessuale Vorgehen der Büchnerpreisträgerin, ihre Lust am Dialog und ihre Freude über die Erkenntnisfrüchte, die sich bei der Arbeit mit den Worten einstellen. Erb berichtet von dem Versuch, so zu dichten, wie man denkt – und erklärt, wie sich ihre augenblicksnahe Sprache entzündet an allem, was ihr begegnet. 

Deutschlandfunk Kultur sendet einen gekürzten Mitschnitt der Rede von Elke Erb mit dem Titel: "Das Gedicht ist, was es tut"

Elke Erb: "Das Gedicht ist, was es tut" / "A poem is what it does"
Deutsch/Englisch. Übersetzt aus dem Deutschen ins Englische von Shane Anderson
Hg.: Matthias Kniep, Thomas Wohlfahrt,
Wallstein Verlag, Reihe: Berliner Rede zur Poesie, Jahrgang 2018. 88 Seiten, 13,90 Euro
Bestellbar über das Berliner Haus für Poesie

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Mehr zum Thema

Literarische Auszeichnung - Georg-Büchner-Preis für Elke Erb
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 07.07.2020)

Lyriksommer - Dichter empfehlen Gedichte (15) - Elbe Erb: Winkelzüge
(Deutschlandfunk Kultur, Lyriksommer, 15.08.2016)

Elke Erb: "Sonnenklar. Gedichte" - Das Gewöhnliche als Geheimnisvolles
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 01.04.2015)

Literatur

AnsteckungSeuchen in der Literatur
Historische Zeichnung eines Pestarztes aus dem 17. Jahrhundert. (Getty Images / DEA Picture Library / De AgostiniEditorial)

Seuchen überfordern den Verstand. Je tödlicher die Epidemie verläuft, desto verzweifelter der Versuch, ihr die Stirn zu bieten. Dann wird sie zur Prüfung, zum Strafgericht oder Selbstverrat - oder zur Erfindung, die zu leugnen ist.Mehr

NocturnesDie schlaflosen Nächte der Schriftsteller
Friedrich in der Siegesnacht von Torgau auf den Altarstufen der Dorfkirche von Elsnig Depeschen und Befehle schreibend, Farbdruck nach Carl Röchling  (picture alliance / akg-images)

Nicht wenige Schriftsteller und Schriftstellerinnen sind nachts wach. Manche können nicht schlafen, weil es in ihnen weiterschreibt; andere wollen nicht schlafen, um zu schreiben. Im Dunkel ist das Schreiben anders. Wenn man denn schreiben kann.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur